So einfallsreich und solidarisch zeigt sich die Bevölkerung in der Krise
EBENSEE/SALZKAMMERGUT. Das „Ratschen“ ist ein Lärmbrauch, der in den verschiedensten Formen und Ausprägungen in den Tagen vor Ostern in ganz Österreich praktiziert wird.

Besonders hochgehalten wird das Ratscher-Brauchtum aber im Salzkammergut. Am Karfreitag und am Karsamstag ziehen die Ratscherbuben mit ihren hölzernen Lärminstrumenten durch die Straßen und erinnern die Bevölkerung an die Gebetszeiten, da in diesen Tagen der Karwoche die Kirchenglocken verstummen und der Legende nach, nach Rom fliegen. Aufgrund der aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung ist das Ratscherlaufen in der traditionellen Form heuer nicht möglich. Einfach ausfallen lassen will man den Brauch nicht, so hat man sich am Südufer des Traunsees daher etwas einfallen lassen.
Auf Initiative der Ratschergruppe Bartlberg unter Vorläufer Gabriel Steinkogler wird der Brauch des Ratscherlaufens in Ebensee auch 2020 hochgehalten, allerdings in abgewandelter Form. Zu den Gebetszeiten, Karfreitag 6 Uhr, 12 Uhr, 15 Uhr und 18 Uhr sowie am Karsamstag um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr, ratschen die Buben der Passe Bartlberg in der Glockenstube der Pfarrkirche St. Josef, fünf Minuten lang die größte Kirchturmratsche Österreichs, gebaut von Hobbytischler Josef Preimesberger aus Ebensee, mit dem entsprechenden Gebet unter strikter Einhaltung der Regierungsmaßnahmen. Parallel dazu greift die ganze Salinengemeinde zur Ratsche und macht am Balkon, auf der Terrasse oder aus dem Fenster mit.


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