Eferding & Peuerbach: Erste Ansätze für die gemeinsame Landesausstellung im Jahr 2022
EFERDING/PEUERBACH. Die leuchtende Sternenwelt Peuerbachs und die vielfältige Gemüseregion Eferding machen gemeinsame Sache und werden 2022 Schauplatz einer Landesausstellung. Zwischen Himmel und Erde bewegen sich auch die Themenbereiche der beiden Regionen. Bei einer Informationsveranstaltung im Gymnasium Dachsberg in Prambachkirchen ging man bereits einen Schritt aufeinander zu und präsentierte erste Ansätze mit denen man den Besuchern in sechs Jahren zwischen April und November ein Staunen ins Gesicht zaubern will.

Mit den Landesausstellungen – die erste fand 1965 statt – konnte bis heute eine beachtliche Form in Sachen Kulturausstellung geschaffen werden, immer mit einem besondern Augenmerk auf die Inszenierung: „Das Thema muss erlebbar sein und die Besucher müssen miteinbezogen werden“, erklärt Landeshauptmann Josef Pühringer bei der ersten Informationsveranstaltung. Eine Landesaustellung müsse laut Pühringer auch die Geschichte beleuchten, damit ein Dialog mit ihr möglich wird und von der Vergangenheit eine Brücke zum Hier und Jetzt geschlagen werden kann. „Eine Landesausstellung darf nie eine Rumpelkammer der Vergangenheit sein. Geschichte muss für die Besucher lebendig gemacht werden. Landesausstellungen sind auch Bildungsveranstaltungen und sind ebenso für die Wirtschaft wichtig, um Bekanntheit zu erlangen. Jeder eingesetzte Euro kommt 2,5 bis fünffach zurück. Wir rechnen mit bis zu 250.000 Besuchern“, so Pühringer.
Historisches Schwergewicht
Mit Eferding ist auch der letzte weiße Fleck beseitigt, dann hat jeder Bezirk in Oberösterreich eine Landesausstellung durchgeführt. Passend zum Jubiläum „800 Jahre Stadterhebung“ darf Eferding 2022 beweisen, dass der kleinstädtische Charakter bei Weitem nicht der historischen Gewichtigkeit der Stadt entspricht.
Schloss Starhemberg wird zur Bühne der Zeitabläufe allein durch seine Architektur. Es wird auch zum Spiegel der Repräsentation, des Mäzenatentums mit Schaustücken der Starhemberg“schen Familiensammlung und Objekten aus den kulturellen Zentren Europas. „Einzelne Themen der Ausstellung behandeln das Entstehen der Großmacht der Habsburger, die Säkularisierung der Bildung doch auch der Veränderungen der feudalen Ordnung, der Wirtschaft mit dem Entstehen neuer sozialer und politischer Strukturen, bis in die demokratische Gegenwart mit ihren schwierigen, Österreich spaltenden Anfängen“, erklärt der ehemalige Landeskulturdirektor Manfred Mohr aus Eferding.
In Eferding hat man sich bereits fleißig in Arbeitskreisen zusammengeschlossen. „Unsere regionale Identität, das Thema Obst und Gemüse, wird natürlich auch einen Einfluss auf die Landesausstellung haben. Wir stecken mitten in der Projektentwicklung und Planungsphase. Sichtbar wird das hoffentlich besonders im Rahmenprogramm, in der Kulinarik und in den Tourismuspackages. Eine Arbeitsgemeinschaft Tourismus zur Planung und Ideensammlung der Tourismusangebote wird derzeit gebildet. In dieser werden alle Gemeinden, die bestehenden Tourismusverbände und Tourismusbetriebe vertreten sein. Zur Ideenfindung für das Rahmenprogramm wird in den nächsten Wochen oder Monaten auch noch ein entsprechendes Format angeboten“, erzählt Regef-Obmann Jürgen Höckner. Ideen und Anregungen sind schon jetzt willkommen. Infos im Regionalentwicklungsverband Eferding (www.regef.at)
Die Sterne im Fokus
„Wenn wir in den Sternenhimmel schauen, fällt uns das Träumen schon gar nicht mehr so schwer“, erklärt der Direktor des Gymnasiums Dachsberg Ferdinand Karer bei der Informationsveranstaltung. Dass die Sternenwelt in Peuerbach eine besondere Rolle spielt, ist kein Geheimnis und so wird sich auch in sechs Jahren vieles um die strahlenden Objekte am Himmel drehen.
Mit den Schlagwörtern Astronomie, Astrologie und Magie hat die Ausstellung zum Ziel, die Möglichkeiten und Errungenschaften der modernen naturwissenschaftlichen Astronomie zu demonstrieren. Gleichzeitig sollen aber auch ihre Erkenntnishorizonte aufgezeigt werden, da sie, im Gegensatz zu Astrologie und Magie ausschließlich auf den fünf Sinnen beruht. „Es geht darum, den Menschen zurückzuführen zu seinem eigenen Bauchgefühl und der Intuition. Zudem soll angeregt werden, der Natur wieder zu begegnen, nicht nur bei Tag, sondern auch bei Nacht“, erklärt Dietmar Hager, Sternenfotograf aus Linz, der die Peuerbacher bei der Umsetzung der Ausstellung unterstützt. Erste Überlegungen, wie man die Besucher bei der Landesausstellung zum Staunen bringen will, gibt es bereits. So könnten Teleskope eine Rolle spielen: Die Gemeinden schalten das künstliche Licht bei Nacht aus und die Menschen bekommen den Sternenhimmel zurück, der mit der Lichtverschmutzung verloren gegangen ist. Zauberer, Meditation, begehbare Horoskope, sowie das Kultivieren der Heilpflanzen sollen ebenso gezeigt werden. „Die Menschheit hat sich schon immer von Sternen beeindrucken lassen. Wenn wir die Sterne beobachten, können wir nicht nur über fremde Welten sondern auch über uns selbst etwas erfahren“, erklärt Hager. Für die Stadt Peuerbach ist die Landesausstellung 2022 vor allem eine Chance sich ins Rampenlicht zu setzen.
„Es ist eine riesige Geschichte für die gesamte Region. Viele Leute, die das Thema interessiert, werden uns besuchen. Für die heimische Wirtschaft hat dieses Ereignis ebenso große Bedeutung. Und natürlich wird auch Georg von Peuerbach wieder in den Mittelpunkt gerückt. Zusammen mit Eferding werden wird eine erfolgreiche Ausstellung in der Region präsentieren“, freut sich Peuerbachs Bürgermeister Wolfgang Oberlehner.


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