Griechische Mythen auf der Dachsberg-Musicalbühne: Geschichte von Ariadne neu erzählt
EFERDING/PRAMBACHKIRCHEN. Bereits zum wiederholten Male wird Prambachkirchen zum Musical-Schauplatz. Das Gymnasium Dachsberg entführt mit der neuesten Eigenproduktion in die Welt der griechischen Mythologie. Für Musik und Text von „Ariadne – Fäden des Schicksals“ zeichnen dieses Mal Mathematik-Lehrer Jürgen Geißelbrecht und seine Tochter Viola verantwortlich.
Viola Geißelbrecht aus Eferding ist Archäologin. Sie hat zunächst in Wien studiert und dann in Leiden (Niederlande) ihren Master gemacht. Die 23-Jährige hat das Libretto für die neueste Dachsberg-Musicaleigenproduktion „Ariadne – Fäden des Schicksals“ geschrieben, zu dem ihr Vater Jürgen Geißelbrecht in bewährter Weise die Musik geschrieben hat.
Die Geschichte von Ariadne und Minotaurus – neu erzählt
Die Idee, ein Musical für Dachsberg zu schreiben, hatte die Archäologin bereits im Frühjahr 2022. Geißelbrecht hat in ihrer Zeit als Dachsberg-Schülerin selbst an mehreren Musicalproduktionen mitgewirkt und sieht sehr angetan auf diese Zeit zurück: „Ich hatte schon immer eine Begeisterung fürs Schreiben und Geschichtenerzählen und habe schon viele Geschichten geschrieben. Nun wollte ich mich herausfordern und weil mir die Dachsberger Musicals in meiner Schulzeit immer unglaublich viel bedeutet haben, habe ich darin den perfekten Rahmen gesehen.“
Bei der Suche nach einer passenden Geschichte gelangte die 23-Jährige schnell zu den griechischen Sagen – einerseits inspiriert durch ihr Studium, andererseits durch ihr generelles Interesse an alten Mythen: „Die Geschichte von Ariadne war schon immer eine meiner Lieblinge, und es passte auch gut für Dachsberg: viele Rollen, starke weibliche Hauptfiguren und ein Schauplatz, der sich wunderbar auf eine Bühne übertragen lässt. Es ist eine relativ bekannte Geschichte, eine typische Heldensage – und ich wusste von Anfang an, dass ich Spaß daran haben würde, alles ein wenig auf den Kopf zu stellen.“
Zentrales Thema war für Geißelbrecht von Anfang an der Faden der Ariadne. Für sie steht er nicht nur für den roten Faden in Geschichten, sondern vor allem für das Schicksal. Inspiriert durch ihre eigene Gefühlswelt, aber auch ihre Umgebung – Teile des Librettos entstanden auf einer Interrail-Reise durch Griechenland – nahm „Ariadne – Fäden des Schicksals“ Gestalt an und nun freut sich die Archäologin bereits auf die Premiere in Dachsberg: „Ich freue mich schon sehr und werde zu den Premieren beider Besetzungen kommen. Vom Probenprozess habe ich bisher nur wenig mitbekommen, deshalb bin ich schon sehr gespannt auf das fertige Endprodukt. Es ist auch verrückt, dass diese Geschichte, die ich vor vier Jahren angefangen und in Eferding, Wien, Leiden sowie Griechenland immer wieder in kurzen Phasen der Inspiration geschrieben habe, nun aufgeführt wird und zum ersten Mal von anderen Leuten gesehen wird. Ich kann es kaum erwarten!“ Das vollständige Interview mit Viola Geißelbrecht gibt's auf tips.at/n/712679
Melodien, die in die Sagenwelt entführen
Jürgen Geißelbrecht hat die Musik zum Libretto seiner Tochter komponiert. Für ihn ist es bereits die zehnte Musical-Eigenproduktion, an der er mitgearbeitet hat: „Es war interessant, mit dem antiken Stoff zu arbeiten. Ich habe sogar versucht, ein paar antike Klänge hineinzubringen, damit es ein bisschen archaisch anklingt. Die Geschichte berührt mich. Es geht um eine junge Frau, die in einer Zeit, in der Frauen es schwer hatten, ihren eigenen Weg geht.“ Die Idee seiner Tochter Viola, ein Libretto zu schreiben, fand Geißelbrecht mutig: „Es ist nicht einfach, ein Libretto zu schreiben. Aber es hat funktioniert und die Zusammenarbeit war toll. Sie war die bisher strengste sowie beste Rückmeldungsgeberin für meine Melodien und hat viele musikalische Ideen eingebracht.
Großes Projekt für die ganze Schulgemeinschaft
Jede Rolle wird von zwei Schülern gespielt, die sich bei den Aufführungen abwechseln. Die Pro-tagonistin Ariadne wird von Linda Zauner aus Wallern und Konstanze Weigl aus Waizenkirchen verkörpert. Weigl erklärt: „Mir gefällt, dass wir eine relativ selbstbewusste Frau spielen, die sich nicht unterkriegen lässt.“ Zauner freut sich über die Komplexität der Rolle. Regie führt Mathematik-Lehrer Michael Thalhammer: „Das ist bezüglich Inhalt und Komplexität einmal etwas ganz anderes, aber es ist wie immer ein tolles Projekt. Die Rollen sind so angelegt, dass sich die Schauspieler gut hineinversetzen können. Der Leitfaden des Stücks ist, sich dem vorgegebenen Schicksal zu widersetzen und seinen eigenen Weg zu gehen.“ Im Gymnasium Dachsberg wird schon seit Monaten fleißig gestaltet und geprobt. denn an so einem Musicalprojekt ist die gesamte Schulgemeinschaft beteiligt. Für Intensiv-Probentage begaben sich Darsteller, Musiker und Sänger auf die Burg Altpernstein.
Die Musical-Eigenproduktion feiert am Samstag, 7. März, um 19.30 Uhr Premiere. Karten kosten 16 Euro für Erwachsene und neun Euro für Schüler. Reservierungen sind unter www.dachsberg.at/hp/archive/event/ariadne möglich.
Weitere Termine:
Sonntag, 8. März, 15.30 Uhr
Freitag, 13. März, 19.30 Uhr
Samstag, 14. März, 19.30 Uhr
Sonntag, 15. März, 15.30 Uhr
Freitag, 20. März, 19.30 Uhr
Samstag, 21. März, 15.30 Uhr
Samstag, 21. März, 19.30 Uhr
Sonntag, 22. März, 15.30 Uhr
Freitag, 27. März, 19.30 Uhr
Samstag, 28. März, 15.30 Uhr
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