Freiwilliges soziales Jahr: „Eine wertvolle Erfahrung, an der man wächst“
ALKOVEN. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ermöglicht jungen Menschen sich sozial zu engagieren, ihre Fähigkeiten zu entdecken, sich beruflich zu orientieren und ihre Möglichkeiten auf eine Ausbildung im Sozialbereich zu verbessern: Tamara Hufnagl (20) und Sophie Mayer (21) haben diese Chance genutzt und sich für ein FSJ im Institut Hartheim in Alkoven entschieden.

„Da wir beide Erfahrung im sozialen Bereich im Hinblick auf unsere berufliche Zukunft und Studienwahl sammeln wollten, entschieden wir uns für das freiwillige soziale Jahr. Seit September 2014 sind wir in Wohngruppen im Institut Hartheim für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung tätig. Wir dürfen den Tagesablauf der Klienten aktiv mitgestalten und sind dafür zuständig, ihnen bei alltäglichen Tätigkeiten wie Anziehen, Essen und Körperpflege zu helfen. Immer wieder erwartet uns etwas Neues, kein Tag ist gleich. Wir haben gelernt Verantwortung für die Klienten zu übernehmen und auf ihre Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. Toll finden wir es auch, dass wir die Möglichkeit haben, auf unseren Wohngruppen Neues auszuprobieren und dass wir ernst genommen werden. Deshalb sind wir sehr glücklich mit unserer Wahl und sind uns nun auch sicher, dass wir in der Zukunft im sozialen Bereich Fuß fassen wollen“, erzählen die beiden.
Wertvolle UnterstützungAber nicht nur für die jungen Menschen ist das FSJ von besonderem Wert. Auch im Institut Hartheim weiß man die Unterstützung zu schätzen. „Noch vor drei Jahren haben zwölf junge Damen und Herren in unserer Einrichtung ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Mittlerweile sind es mehr als doppelt so viele. Wir, das heißt sowohl die Mitarbeiter auf den Wohngruppen und in den Werkstätten, als auch die Klienten, erleben die Mitarbeit dieser jungen Menschen als große Bereicherung. In den vergangenen Jahren durften wir viele engagierte und hoch motivierte Persönlichkeiten kennen lernen. Ihre Unterstützung bei der Betreuung unserer Klienten ermöglicht uns Zusatzangebote, die ansonsten in diesem Umfang nicht möglich wären. So können zum Beispiel individuelle Wünsche in der Freizeitgestaltung erfüllt werden“, betont Joachim Reder vom Institut Hartheim, und weiter: „Wir als Sozialunternehmen verstehen es darüber hinaus als unseren Auftrag, junge Menschen auf die Bedürfnisse von Menschen, die ihr Leben mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen zu meistern haben, hinzuweisen und für deren Anliegen zu sensibilisieren. Es freut uns auch, dass rund drei Viertel der jungen Damen und Herren des FSJ nach ihrem Einsatzjahr eine fachspezifische Ausbildung im Sozial- und Gesundheitsbereich anstreben und sich die Wege da und dort wieder kreuzen.“
Das FSJ deckt alle Interessensbereiche in der Sozialarbeit ab, ob die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung, alten Menschen, Kindern, Obdachlosen, Jugendlichen oder psychisch beeinträchtigten Menschen. „Das FSJ können wir wirklich nur weiter empfehlen. Viele Ausbildungsstätten schätzen die berufliche Erfahrung und man hat bessere Chancen bei der Bewerbung für Studium oder Job. Darüber hinaus ist das FSJ eine einzigartige, wertvolle Lebenserfahrung, an der man wächst und welche unvergesslich bleibt“, so Tamara und Sophie.
InformationDas nächste FSJ startet mit 1. September. Aktuell läuft die Vermittlungsphase von Interessenten und Einsatzstellen. Freie Plätze sind noch vorhanden. Nähere Infos auf www.fsj.at oder www.facebook.at/fsj.at


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