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ASCHACH/HARTKIRCHEN. Ein Friedhof mit knapp 7.000 hier bestatteten Kriegsgefangenen erinnert an eines der größten Lager in der Zeit des Ersten Weltkrieges auf dem Gebiet der Donaumonarchie.

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Auf 132 Hektar Wiesenfläche standen 459 Holzbaracken zur Unterbringung der in Gefangenschaft geratenen Serben, Montenegriner, Rumänen, Albaner und Italiener sowie hier internierten Zivilisten. Die Belagsstärke betrug 35.000 Personen – mehr als der gesamte Bezirk Eferding Einwohner zählte. Kanalisation, Wasserleitung, Elektrizität, Kommandantur- und Lazarettbaracken, Schlächterei und Bäckerei bildeten die Infrastruktur für das zwangsläufige Miteinander. Letztendlich erforderte dies auch das Anlegen eines Lagerfriedhofes als Konsequenz für die zahlreichen Toten nach zahlreichen Epidemien durch Seuchen und Hunger. 

100 Jahre später erinnert ein Gedenkbuch an diese vierjährige Episode – vorgestellt im Schloss Aschach durch die Autoren Johann Eggerstorfer und Adolf Golker. Zu einem besinnlichen Teil mit dem Titel „Und sie sind nicht vergessen“ luden dann die Gemeinden Aschach und Hartkirchen Bevölkerung und Gäste in den Lagerfriedhof ein. Um das zentrale Gedenkkreuz gruppierten sich Traditionsverbände wie das Infanterieregiment 14 (Hessen) und Abordnungen des Kameradschaftsbundes mit Obmann Johann Puchner, die Ortsmusik Aschach und Schüler der Neuen Mittelschule Hartkirchen als Fackelträger. Die Andacht hielten Geistliche der katholischen, evangelischen und russisch-orthodoxen Kirche. Kränze legten die beiden Gemeindevorsteher, der Landtagsabgeordnete Jürgen Höckner, der Bezirkshauptmann von Eferding Michael Slapnicka, der serbische Generalkonsul Vladimir Novakovic, der Vizepräsident des ÖSK Abgeordneter zum Nationalrat a. D. Walter Murauer und der italienische Militärattaché Oberst Onofrio Picarelli nieder. Beide Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Höckner betonten die moralische Notwendigkeit des Erinnerns an die Kriegsopfer aus allen Nationen auch nach hundert Jahren.

In seiner Gedenkrede bedankte sich der Generalsekretär des ÖSK Oberst i. R. Alexander Barthou bei den Gemeinden, und allen freiwilligen Helfern, die seit Jahrzehnten gemeinsam mit dem ÖSK diesen Friedhof pflegen und instandhalten. Insbesondere betonte er dabei das Wort „Versöhnung“ über den Gräbern, und zitierte dabei aus einer im Lager erschienen Zeitung namens Puls vom Mai 1916: „Hier liegen tot zusammen Serben mit Ungarn, Russen mit Italienern, nicht mehr als Feinde sondern als Menschen, als Brüder, gleich im Tod und Grab!“ Er beleuchtete dabei auch die sich im Lager entwickelte Kulturszene mit Theater und Konzertaufführungen, die im Gegensatz zu der harten Realität mit Hunger und Seuchen stand. 1918 war alles vorüber, das Lager wurde aufgelöst - geblieben ist der Friedhof mit seinen Toten und die Übernahme der Verantwortung durch das ÖSK-Kriegsgräberfürsorge. Mit dem Anzünden der Fackeln und dem Lied des Guten Kameraden ging der beeindruckende Gedenkakt zu Ende.


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