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Rot-Kreuz-Sanitäterin Lisa aus Hartkirchen bekommt beim Hilfseinsatz in Idomeni für einen Haargummi eine herzliche Umarmung

Nora Heindl, 11.05.2016 11:00

HARTKIRCHEN. Das OÖ Rote Kreuz hilft laufend auf internationale Ebene mit, die Anforderungen zu meistern. So wurden wieder Helfer zur Ablöse in Idomeni zur Betreuung der Erste-Hilfe-Station gesucht. Auf den üblichen internen Aufruf per Mail unter den Rot-Kreuz-Kollegen hat sich die Rettungssanitäterin Lisa Renauer aus Hartkirchen spontan gemeldet. 
 

Das Rot-Kreuz-Team in Idomeni mit Lisa Renauer (3. v. r.). Foto: ÖRK Eferding
Das Rot-Kreuz-Team in Idomeni mit Lisa Renauer (3. v. r.). Foto: ÖRK Eferding

Lisa Renauer ist seit 2013 als freiwillige Rettungssanitäterin bei der Rot-Kreuz-Stelle in Hartkirchen tätig. Sie hat in der Flüchtlingsbetreuung im Spätherbst 2015 tatkräftig mitgeholfen und dort ihre Fähigkeiten gezeigt und Stärke bewiesen. Vor kurzem war sie mit 2 Schärdinger Kollegen für das Österreichische Rote Kreuz im Flüchtlingslager Idomeni/Griechenland im Einsatz. „Als ich die Mail für den Einsatz in Idomeni las, überlegte ich keine Sekunde und bewarb mich sofort. Noch am gleichen Abend bekam ich die Zusage – in weniger als 48 Stunden geht es los!“ schildert Lisa den sehr spontanen und raschen Einsatz.

Es war dies ihr erster Auslandseinsatz, dem sie freudig aber auch etwas nervös entgegen blickte. Immerhin bestand Unkenntnis wie die Lage in Idomeni sein wird und wie die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen funktioniert. Vor Ort hatte das Österreichische Rote Kreuz sich auf die Aufgabe Basic Health Care spezialisiert, also auf die medizinische Grundversorgung. Lisas Aufgabe war es dem Arzt zu assistieren, Wunden zu versorgen und diverse organisatorische Tätigkeiten durchzuführen. Die Situation in Idomeni erlebte sie immer noch als angespannt. Die Flüchtlinge warten und hoffen jeden Tag aufs Neue, dass sich die Grenze zu Mazedonien öffnet.

Persönlich hat es sie schockiert zu erkennen, dass die Hälfte der Flüchtlinge Frauen mit kleinen Kindern waren. Die hygienische Situation ist vor allem für die Kinder schlimm und da die Temperaturen in der Nacht noch tief sinken, leiden viele an Erkältungen.

„Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein kleines Mädchen, das wegen Halsschmerzen und Fieber zu uns kam. Als ich sah, dass sie ihre Haare nur mit einer Schnur zusammengebunden hatte, schenkte ich ihr spontan meinen Haargummi. Ihre Reaktion war überwältigend. Sie umarmte mich und freute sich unglaublich! Solche Freunde wegen eines simplen alltäglichen Gegenstandes zu sehen, rührte mich sehr“, schildert Lisa sichtlich beweget von ihrem Einsatz aus Liebe zum Menschen.

Wenn sich die Möglichkeit ergibt, würde sie ohne zu Zögern wieder hinfahren. Sie hat  neue wertvolle Eindrücke und Erfahrungen sammeln dürfen und ist dankbar für diese Chance, die ihr mit dem Einsatz gewährt wurde.


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