Markenfindungsprozess: Wofür steht die Region Eferding?
EFERDING. Wofür steht die Region Eferding und wohin soll sich die Region entwickeln – entscheidende Fragen, die derzeit im Rahmen eines LEADER-Projektes zur „Integrierten Entwicklung einer Regions- und Standortmarke Eferding“ gestellt werden. Die kürzlich stattgefundene Veranstaltung „Da muass i hin“ im Schloss Starhemberg war weder Start des Projektes noch Ende. „Wir stecken mitten im Prozess“, betont Landtagsabgeordneter Bürgermeister Jürgen Höckner, Obmann des REGEF.

800 Jahre Geschichte im Gemüseanbau, über 70 produzierte Arten mit mehr als 1000 Sorten. Eine Vielfalt, die man kaum woanders findet. Die Wirtschaft positioniert sich mit dem Verein Gemüseregion, das Thema findet sich als Schwerpunkt in der Bewerbung für die Landesausstellung 2022 und in der Regionalentwicklungsstrategie bis 2020 haben sich alle Gemeinden darauf geeinigt, dieses Thema, das die Identität der Region so maßgeblich bestimmt, nach innen und außen weiterzuentwickeln.
Aber die Region punktet nicht nur mit Obst und Gemüse. Die Donau mit der Donauschlinge, der Naturpark Obst-Hügel-Land, die Skisprungarena Hinzenbach, Kultur und Geschichte mit Institut und Schloss Hartheim, kleine und große Betriebe bis hin zu Weltmarktführern prägen die Region. Es gibt viele nach außen hin wirksame Besonderheiten. Im Rahmen der Entwicklung einer Regions- und Standortmarke sollen deshalb die Alleinstellungsmerkmale der Region Eferding herausgearbeitet, alle Initiativen gebündelt und gemeinsam eine Richtung eingeschlagen werden. „Die Gäste wollen wissen, wofür Eferding steht und was es hier gibt“, brachte es Gastgeber Georg Starhemberg auf den Punkt.
Die Region möchte sich touristisch besser positionieren. Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer des OÖ. Tourismus, sieht da natürlich Chancen durch die Donau und beim Thema Kulinarik, das für den Gast immer wichtiger wird. „Genuss und Kulinarik müssen in der DNA einer Tourismusregion vorhanden sein, es ist wichtig, Geschichten zu erzählen“, so sein Aufruf an diesem Abend.
Alle Gesprächspartner in den Interviewrunden signalisierten, sich einbringen zu wollen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Die Gastronomie wünscht sich bessere Rahmenbedingungen, weil „ohne Gastronomie gibt es keinen Tourismus“, gab Franz Kaltseis von der Hoamat in Haibach zu bedenken. Die efko, vertreten durch GF Klaus Hraby, gibt mit den „eferdinger kostbarkeiten“ ein Produktversprechen. Günter Achleitner vom Biohof Achleitner betonte die Wichtigkeit, Wissen zu teilen. Karl Grabmayr, Landwirt und Vizepräsident der LWK OÖ., ist stolz darauf, dass die Landwirte in der Region nicht nur „Produzenten hochwertiger Lebensmittel sind sondern auch Garant für eine lebens- und liebenswerte Landschaft“. Bürgermeister Severin Mair und Birgit Rauscher vom Tourismusverband Eferding möchten die Landesausstellung und das gleichzeitige 800-Jahr-Jubiläum der Stadt Eferding nutzen, um gemeinsame Projekte umzusetzen. WKO-Obmann Michael Pecherstorfer rief dazu auf, „das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Wir müssen versuchen, in allen Bereichen attraktiv zu sein“. BBK-Obmann Ludwig Schurm wünscht sich für die Zukunft, vor allem auch für die Landesausstellung, eine Dauerausstellung zum Wert der Lebensmittel, vielleicht in Verbindung mit einem Genusslandladen. Für die Jugend könnte ein Lokal mit regionalem Fast-Food verwirklicht werden, eine Idee der Jugendlichen des Projektes Big Picture.
„Wir müssen die vielen Potentiale der Region gemeinsam nützen. Es ist daher wichtig, dass den Prozess der Entwicklung einer Standort- und Regionsmarke Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus und Gemeinden gemeinsam gehen. Bildung, Kultur, Sport, Jugend, Soziales natürlich nicht zu vergessen“, betont REGEF-Obmann Höckner. Im Rahmen des Markenfindungsprozesses, der von der Willy Lehmann Markenagentur extern begleitet wird, wurden bereits Interviews mit Stakeholdern sowie Gruppendiskussionen mit Jugend, Erwachsenen und nicht in Eferding lebenden Personen durchgeführt. Aus allen Daten werden die Alleinstellungsmerkmale herausgearbeitet. Es geht um die Geschichten, die erzählt werden können, um die Attraktivität der Region und um die Menschen. Ziel ist die Entwicklung einer klaren Vorstellung zum angestrebten Profil „Wofür steht Eferding“.
„Jede und jeder ist eingeladen, mitzuarbeiten. Es gibt zahlreiche Arbeitskreise und Projektgruppen, wo man sich einbringen kann. Für Ideen, Anregungen, konstruktive Kritik, Unterstützung bei der Umsetzung von Projekten, steht der REGEF gemeinsam mit vielen Partnern in der Region zur Verfügung“, ruft Höckner zum Mitmachen auf. Das Projekt wird mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union umgesetzt.


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