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EFERDING/LINZ. In Würdigung der Verdienste von Eduard Ploier verleihen das Land OÖ und die Diözese Linz seit 1999 alle zwei Jahre den Eduard-Ploier-Preis für Entwicklungszusammenarbeit. Gleich zwei der fünf Preisträger kommen heuer aus dem Bezirk Eferding. Zum einen das Projekt Fairy Tale Fashion von Ingrid Gumpelmaier-Grandl, zum anderen Childrenplanet unter Christian Gsöllradl-Samhaber.

  1 / 3   Bei der Preisverleihung (v. l.): Bischof Manfred Scheuer, LH Thomas Stelzer, Christian Gsöllradl-Samhaber und Elisabeth Maria Ploier, Witwe von Eduard Ploier Foto: Land OÖ/Liedl

„Wir machen nicht Mode, weil es zu wenig Mode gibt. Wir machen Mode, weil es zu wenig bio-faire Mode gibt“, meint Ingrid Gumpelmaier-Grandl. Die Eferdingerin erhielt den Eduard-Ploier-Preis für ihr öko-faires Modelabel Fairy Tale Fashion. Mittlerweile reist sie dreimal jährlich zu ihren Partnern nach Kathmandu/Nepal, arbeitet Seite an Seite mit den Produzenten in der Schneiderei, der Filzmanufaktur, einer Silberschmiede und der Druckerei. Die Koffer sind jedes Mal voll gepackt mit Mitbringseln, Mustern, technischen Hilfsmitteln und vor allem mit Entwürfen. „Die kleinen Manufakturen können nur überleben, wenn sie Unterstützung aus den reichen Ländern erhalten, dazu braucht es stabile Partnerschaften“, so die Designerin.

Zwischen ihren Reisen nach Nepal tourt sie hier durchs Land und zeigt bei ungewöhnlichen Modeschauen, wie attraktiv und trendig ökofaire Mode heutzutage sein kann und vor allem, dass sie nicht nur für junge Menschen in Großstädten tragbar ist, sondern für jüngere und ältere, stärkere und schlanke, konservative und auch ausgeflipptere. Seit kurzem gibt es auch ein kleines Sortiment für Herren und Kinder, das in Zukunft ausgebaut werden soll.

„Ich freue mich, dass wir nach der schwierigen Zeit des Erdbebens und des Handelsembargos an der nepalesisch-indischen Grenze nun mit der Verleihung des Eduard-Ploier-Preises so große Anerkennung bekommen. Das tut wirklich gut, denn auch wenn so ein Projekt nach außen oft so glanzvoll aussieht, steht man immer wieder vor riesigen Herausforderungen und es kostet ganz schön viel Kraft immer wieder den nächsten Schritt zu machen“, so Gumpelmaier-Grandl. Zurzeit wird eine Crowdfunding-Kampagne vorbereitet, die die nächsten Erweiterungs-Schritte finanzieren soll.

Einsatz in Kambodscha

„Hilfe zur Selbsthilfe“, dieses fundamentale Credo Eduard Ploiers, der damit das humanitäre Grundprinzip der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in einprägsam verständliche Worte zu fassen vermochte, steht auch im Zentrum der bilateralen Entwicklungs- und Freiwilligenarbeit der NGO Childrenplanet. Seit über acht Jahren strebt der Verein, der seinen Start in Eferding hatte, danach, Jugendlichen und Familien in Nord-Ost-Kambodscha (Provinz Stung Treng) ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Landeshauptmann Thomas Stelzer honorierte im Besonderen das hohe Maß an Nachhaltigkeit, das bei allen Projekten von Childrenplanet – darunter neben dem Schulbetrieb auch das „HopefulWaterProject“ sowie der „WoodWorkshop“ – stets an oberster Stelle steht und somit die langfristige Effizienz dieser gewährleistet.

„Zunächst möchte ich allen Menschen einen besonderen Dank für den gemeinsamen und verbindenden Weg aussprechen. Ich bin davon überzeugt, dass diese einzigartige Ehrung unseren Einsatz für die Entwicklungszusammenarbeit, Menschen- und Kinderrechte weiter vorantreibt. Ich appelliere zudem, dass das gesellschaftliche Sensorium mit Verantwortung dort sensibilisiert wird, wo Einschränkungen von Freiheit, Vielfalt, Demokratie und Menschenrechten beginnen. Ich weiß, dass die erste Einschränkung, die von den Menschen widerspruchsfrei hingenommen wird, weitere nach sich zieht. Hier ist für mich die gesellschaftliche Mitverantwortung von großer Bedeutung. Wir als Organisation Childrenplanet wollen die humanistische Kraft in der Gesellschaft stärken – und davon lebt auch die Entwicklungszusammenarbeit“, zeigt sich Vereinsgründer und Geschäftsführer Christian Gsöllradl-Samhaber optimistisch.


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