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PRAMBACHKIRCHEN. Einen wertvollen Einblick in die Forschung durften Claudia Lehner und Ines Schörflinger im Rahmen einer Expedition nach Island erleben.

Claudia und Ines vor dem Godafoss, einem der bekanntesten Wasserfälle Islands.
  1 / 9   Claudia und Ines vor dem Godafoss, einem der bekanntesten Wasserfälle Islands.

Ein Lehrer hatte die beiden Dachsberg-Schülerinnen auf die Forschungsexpedition der Organisation Master Mint aufmerksam gemacht. Weil sie beide immer schon einmal nach Island wollten, haben sie sich beworben und wurden – entgegen allen Erwartungen – beide genommen.

Gleich die erste Aufgabe nach der Zusage traf beide unvorbereitet. Um die Reisekosten von je 1960 Euro zu decken, mussten sie sich – wie halt in der Forschungswelt üblich – Sponsoren suchen.

Viel Arbeit, wenig Schlaf

Treffpunkt der Abreise war dann in Heidelberg/Deutschland. Dort trafen die beiden auf den Rest des 21-köpfigen Forschungsteams, 19 Jugendliche aus Deutschland. So fremd man sich anfangs war, so schnell war man sich einig, dass die Woche in Island wirklich anstrengend werden könnte. „Uns wurde von Beginn an gesagt, dass wir viel arbeiten und wenig schlafen werden, das hat sich bewahrheitet“, blicken die beiden 17-Jährigen zurück.

Die nächste Woche ging es für die Jugendlichen einmal rund um die Insel, geschlafen wurde immer woanders, immer mit jemand anderem aus der Gruppe im Zimmer, und auch die Arbeitsaufgabe sowie die Mitglieder einer Arbeitsgruppe und das Umfeld wechselten pro Tag. Zusammen wurden etwa Tier- und Pflanzenkataloge angelegt, Lebensmittel erforscht und die Menschen samt ihrer Kultur und Sprache näher betrachtet – stets mit der klaren Strukturierung, der Genauigkeit im Rücken, die eine wissenschaftliche Arbeit ausmacht. Die an den Stationen gesammelten Daten wurden dann im Bus ausgewertet und abends den restlichen Expeditionsteilnehmern präsentiert und durchgesprochen. „Für den Tierkatalog wurden etwa alle gesichteten Tiere fotografiert und ihr Vorkommen dokumentiert. Einmal wurde bei so einer Reise sogar schon eine neue Walart entdeckt. Oder wir haben uns angeschaut, welche Milch es wo zu kaufen gibt, ob sie aus Island stammt, und wenn nicht, woher dann. Zum Thema Mensch wurde die Selbst- und Fremdeinschätzung im Bezug auf die Isländer näher betrachtet. Dazu haben wir einen Fragebogen ausgeteilt, auf dem wir etwa wissen wollten, mit welchen drei Adjektiven man die Isländer beschreiben würde. Das größte Problem daran war, dass wir zum Teil oft einfach niemanden getroffen haben“, berichten die beiden.

Offen für Neues sein

Neben der Erfahrung, welch besonderes Land Island mit seinen Vulkanen und Geysiren ist, und dem Wissen, wie man wissenschaftlich arbeitet, wie anstrengend Forschung sein kann und wie exakt man sein muss, war es vor allem aber das Zusammenwachsen der Gruppe, das Ines und Claudia in Erinnerung geblieben ist: „Wir sind von einem Haufen Fremder innerhalb kürzester Zeit zu einem Team zusammengewachsen, in dem jeder an einem Strang zieht und sich gegenseitig hilft. Das war sehr spannend und beeindruckend.“

Und noch etwas haben sich die beiden für die Zukunft mitgenommen: die Herangehensweise an Neues. „Ich habe für mich gelernt, mich unbedingt auf Neues einzulassen, und Sachen auszuprobieren, auch wenn sie anfangs unmöglich erscheinen“, so Claudia, und Ines: „Mit Offenheit und Weitblick auf Neues zuzugehen und einfach mal ausprobieren.“


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