Auf den Spuren der Bibelschmuggler – zu Fuß und per Rad unterwegs auf dem „Weg des Buches“
EFERDING/GRIESKIRCHEN. Aus Anlass des Gedenkjahres „500 Jahre Reformation“ machten sich katholische und evangelische Christen aus dem Raum Eferding in der ersten Septemberwoche auf den „Weg des Buches“. Dieser Pilgerweg wurde 2008 von der evangelischen Kirche A.B. auf den Spuren der Bibelschmuggler angelegt, die in der Zeit des Geheimprotestantismus Bibeln und andere verbotene Schriften nach Österreich einschleusten.

23 Personen gingen den ca. 130 km langen Weg zu Fuß – vom bayerischen Ortenburg, wo zur Zeit der Gegenreformation evangelische Christen aus unserem Gebiet Zuflucht gefunden hatten, über Schärding und das Innviertel, vorbei am Bauernkriegsdenkmal in Peuerbach und St. Agatha, der Heimat von Stefan Fadinger. Von der Schlögener Schlinge ging es dann über Haibach nach Eferding und weiter nach Scharten, wo nach dem Erlass des Toleranzpatentes am 9. Juni 1782 der erste öffentliche evangelische Gottesdienst gefeiert wurde. Fünf Tage lang war die Gruppe unterwegs, zielsicher geführt von Pilgerbegleiterin Andrea Greinecker.
Eine Gruppe von 14 Radfahrern legte die Strecke von Ortenburg bis Eferding in zwei Tagen zurück. Bei der letzten Etappe von Eferding über das Emlinger Holz nach Unterscharten begleiteten noch weitere Menschen die Pilgergruppe, sodass schließlich 60 Personen am Ziel in Scharten ankamen.
Die Gemeinschaft über Konfessionsgrenzen hinweg, interessante Gespräche, die spirituellen Impulse und die abwechslungsreiche Landschaft hinterließen einen bleibenden Eindruck bei den Teilnehmern. Das gemeinsame Pilgern bildete einen der Höhepunkte der ökumenischen Veranstaltungen, die vom Dekanat Eferding gemeinsam mit den evangelischen Pfarren in diesem Jahr angeboten werden.


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