Thomas Kraxberger: Wir wollen Eferdings Vielfalt bewahren"
HARTKIRCHEN. Thomas Kraxberger tritt als Bauernbund-Kandidat für den Bezirk Eferding bei der Landwirtschaftskammerwahl in Oberösterreich am 24. Jänner an. Tips hat mit ihm über die Besonderheiten der Eferdinger Landwirtschaft und das Corona-Jahr gesprochen.

Tips: Was ist Ihre Motivation, als Kammerobmann zu kandidieren?
Kraxberger: Früher hatte ich dem Bauernbund gegenüber eine kritische Einstellung. Seit 2012 arbeite ich aktiv mit und habe erlebt, dass man etwas bewegen und verbessern kann. Positive Veränderung erreicht man nur gemeinsam. Als Kammerobmann für Eferding kandidiere ich, weil mir die Landwirtschaft am Herzen liegt und wir auch in Zukunft gute Rahmenbedingungen für unsere Entwicklung benötigen.
Tips: Was sind Ihre wichtigsten Forderungen für die neue Periode der Landwirtschaftskammerwahl?
Kraxberger: Rahmenbedingungen, die unsere im EU-Vergleich kleinen Familienbetriebe schützen und fördern. Viele Bauern wünschen sich eine bessere Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gegenüber der Gesellschaft zum Beispiel bei Klima- und Umweltschutzfragen. Beim Thema CO2 wird immer nur erwähnt, wer wieviel davon produziert. Aber dass die Land- und Forstwirtschaft CO2 abbaut und speichern kann, wird selten berichtet. Ein Teil der Lösung ist die Forstwirtschaft, die als Kohlendioxid-Speicher einen erheblichen Anteil zum Klimaschutz beiträgt.
Tips: Was könnte und sollte für die Landwirte in Eferding verbessert werden?
Kraxberger: Für unsere Bäuerinnen und Bauern in Eferding wird in Zukunft entscheidend sein, wie wir neue Betriebszweige entwickeln und umsetzen können. Zum Beispiel: Ich habe vor sechs Jahren einen Versuch mit Ingwer im Freiland gemacht oder auch einen Sortenversuch mit über 30 Sorten Zwiebel. Mittlerweile werden in Eferding ca. 35 Hektar Zwiebel geerntet. Die Konsumenten schätzen unsere regionalen Lebensmittel sehr. Die Vielfalt zu bewahren und den Konsumenten die Vorteile der regionalen Lebensmittel aufzuzeigen, wird ein wichtiges Thema sein.
Tips: Was ist das Besondere an der Landwirtschaft in Eferding?
Kraxberger: Das Besondere an der Landwirtschaft in Eferding ist die Vielfalt: Vom 0,5 Hektar Betrieb im Vollerwerb bis zur großen Agrarindustrie (Agrana und Garant), vom Ab-Hof-Bauern bis zum 100 Hektar Ackerbaubetrieb, vom Christbaum-Produzent bis zu Forstbetrieben mit Eigenjagd, vom Marktfahrer bis zum Sauergemüseverarbeiter (EFKO), vom Weinbauer bis zum Bergbauer und vom Imker bis zum Kräuterbauer ist in Eferding alles vertreten.
Tips: Wie war das Corona-Krisenjahr für Sie?
Kraxberger: Das heurige Jahr war für Landwirte mit Saisonarbeitskräften sehr herausfordernd. Aufgrund der Pandemie durften vorerst die notwendigen Arbeitskräfte nicht einreisen. Zum Verkauf: Der Trend geht zu regionalen und saisonalen Produkten. Viele Konsumenten suchten sich in dieser Zeit einen Bauern des Vertrauens für ihren Lebensmitteleinkauf.


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