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ASCHACH. Zwei freiheitliche Abgeordnete aus dem Oberen Donautal schlagen wegen ausbleibender internationaler Donauweg-Radtouristen Alarm. Schuld seien die 3G-Regeln.

Aufgrund der österreichischen Einreisebestimmungen würden dieses Jahr weniger Radtouristen in die Donau-Region kommen. (Foto: WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH/Hochhauser)

„Das Chaos um die umstrittene österreichische 3G-Regel schreckt ausländische Radgäste ab. Die ist verheerend“, stellen der EU-Abgeordnete Roman Haider aus Aschach (FPÖ) und der FPÖ-Landtagsabgeordnete Günter Pröller aus Feldkirchen (Bezirk Urfahr-Umgebung) fest. Die beiden Politiker kommen aufgrund zahlreicher Lokalaugenscheine und Gespräche mit Gastwirten und Zimmervermietern der Donauregion zu einem bedrückenden Fazit.

Felssturz in Schlögen

Doch nicht nur die Einreisebestimmungen erschweren derzeit das Radfahren: Aufgrund eines Felssturzes entlang der Donau zwischen Haibach und Aschach musste die Strecke gesperrt werden. „Nur Corona die Schuld zu geben, wäre unfair. Aufgrund der Tatsache, dass überall Radwege ausgebaut werden und ein Teil des Donauradweges derzeit durch den Felssturz nicht befahrbar ist, verteilen sich die Ströme“, resümiert Aschachs Bürgermeister Fritz Knierzinger (ÖVP).

Die Krux mit den 3G

Und doch sind es die Fragen nach den 3G-Regeln, die den ausländischen Radtouristen Sorgen bereiten. Bei Grenzübertritten mit dem Fahrrad war es bisher notwendig, sich online für die Einreise nach Österreich zu registrieren. Seit Juli ist für die Einreise aus Staaten mit geringem Risiko nur mehr ein aktueller 3G-Nachweis (getestet, geimpft, genesen) erforderlich. Verena Steininger, Geschäftsführerin vom Hotel Sonne in Aschach, weiß durch Gespräche mit den internationalen Hotelgästen, dass die Testpolitik jedoch auf viele Touristen abschreckend wirkt. „Das System ist zwar gut ausgeklügelt, aber für die Radtouristen sehr mühsam. Wir haben bei weitem weniger nächtigende Urlaubsgäste als vor Corona“, zeigt Steininger sich wenig erfreut. „Deutsche Radurlauber, die etwa in fünf oder sechs Tagesetappen von Passau nach Wien radeln möchten, wissen einfach nicht, wie und wo sie die geforderten Tests machen können“, so der freiheitliche Tourismussprecher Pröller. Dem gegenüber stehen die Tourismusverbände in Oberösterreich. „Ausländische Touristen können kostenlos die Teststraßen des Landes Oberösterreich und die Testangebote der Gemeinden nutzen“, zeigt sich Elisabeth Kierner von der Tourismus Oberösterreich GmbH zuversichtlich in Bezug auf das Angebot für Radtouristen. Auch die bekannten Wohnzimmertests mit QR-Code sind 24 Stunden lang als Zutrittstest gültig. „Die 3G-Regel hilft dabei eine neuerliche Ausbreitung des Virus zu hemmen und damit Reisen über Grenzen hinweg möglich zu machen. Sie trägt maßgeblich dazu bei, dass sich Urlaubsgäste bei uns sicher fühlen und ihre Freizeit genießen können“, so Kierner.

Gute Buchungslage trotz verspäteter Öffnungen

„Verständlicherweise führte die doch sehr späte Öffnung der Grenzen zu einem späteren Anlauf der Buchungen, da beim Donauradwegangebot mit Start in Passau ein Grenzübertritt notwendig ist. Die Buchungen liegen aber bereits weit über dem Wert aus dem vergangenen Jahr“, widerspricht auch Petra Riffert, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Donau Oberösterreich & WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH, den beiden Politikern der FPÖ. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass die Sommermonate wieder sehr gut gebucht werden. Bei den ansässigen Betrieben zeichnet sich währenddessen ein anderes Bild ab. Fehlende Stammkundschaft „Der Großteil unserer Stammkunden aus Bayern bleibt aus, da sich keiner mehr auskennt, was man darf und was nicht“, erzählt Siegfried Pumberger, Geschäftsführer von Zur Fährfrau in Niederranna (Bezirk Rohrbach). Auch bei Jumbo‘s Würstelstand in Aschach gehen laut Geschäftsführerin Eva Jomrich die deutschen Touristen merkbar ab.

Sicherheit versus Wirtschaft

Am Ende bleibt die Frage, welche Schritte gesetzt werden können, um die heimische Gastronomie und Hotellerie zu unterstützen, ohne dabei auf die Sicherheit und die damit verbundenen Anforderungen zu verzichten. „Die 3G-Regeln sind ein Aufwand zum Wohle der Gemeinschaft, aber dort, wo man erlassen kann, sollte man zugunsten der Wirtschaft erlassen“, so Bürgermeister Knierzinger abschließend.


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