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EFERDING/PUPPING. Die Stadtgemeinde will den letzten Naturweg Eferdings zur Fahrradstraße ausbauen. Anrainer halten das für überflüssig. Ein Gespräch bei der Begehung sorgte nun für Klarheit zwischen Bürgern und Ortschef Severin Mair (ÖVP).

Ortschef Severin Mair (r.) diskutierte mit Anrainern wie Anna Tully (4. v. r.) und Gisela Pointinger (6. v. r.) über den Naturweg. (Foto: T. Auer)

Für die einen ist das Asphaltieren des letzten Naturweges in Eferding ein Armutszeugnis für Klimaschutz, für die anderen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft. Der Weg, der über eine kleine Brücke in ein Auenland führt, soll auf einer Breite von zwei Metern asphaltiert werden. Als Verbindungsstrecke zum Fußballplatz und dem dort entstehenden Funcourt. „1.000 Quadratmeter sollen hier unnötig zubetoniert werden“, bedauern Gisela Pointinger und Anna Tully, deren Grundstücksgrenze dort endet, wo der Naturweg als öffentliches Gut beginnt. Für sie und andere Anrainer ist das ganz klar unnötige Bodenversiegelung: „Wir verlieren den letzten Naturweg zugunsten eines Radweges, den keiner braucht.“ Man könne als Radfahrer einfach ausweichen, da es parallel dazu einen Radfahrstreifen direkt an der Nibelungenstraße sowie einen alternativen Weg zum Sportplatz gebe, dem nur eine gute Beschilderung fehlt. Im August erklärte Bürgermeister Severin Mair auf Anfrage von Tips, dass der Geh- und Radweg asphaltiert werden müsse, damit er ganzjährig benutzbar ist.

Versammlung mit Ortschef

Mehr als 40 Interessierte diskutierten beim emotionalen Treffen mit dem Ortschef über das Für und Wider der Baumaßnahmen. „Wir müssen keine künstliche Natur schaffen, wo schon eine ist“, betonte Tully und erntete dafür Applaus. Anrainer des Naturweges wollen Transparenz Die Anrainer des Naturweges fühlen sich nicht gehört und von der Stadtgemeinde betrogen. „Es redet keiner mit mir und wenn ich am Gemeindeamt anrufe, heißt es nur, dass es mich eh nicht betrifft“, erzählt ein Anrainer. „Auf die Frage, ob bauliche Maßnahmen vorgenommen werden, gab es ein klares Nein“, zeigt sich Pointinger traurig. Die Informationen empfanden viele Anrainer als dürftig. Es gab zwar eine Postsendung, die eigentlich nur für den Pflanzenrückschnitt gedacht war, sowie die Ausschreibung auf der Website der Stadtgemeinde – doch wurde das Thema bisher nicht mit den Anrainern direkt besprochen. „Wir haben kein Problem damit, dass Kindern Freizeitangebote ermöglicht werden und der Weg von mehr Menschen genutzt wird, jedoch nicht auf Kosten der bestehenden Natur“, sagt Tully.

Streitpunkt Funcourt

Der Widerstand gegen das Projekt richtet sich auch gegen den geplanten Funcourt. „Es gibt zu wenig Plätze für den Sport“, argumentiert Mair mit Blick auf fehlende Freizeitangebote für Kinder in seiner Gemeinde. „Es gibt nicht zu wenig Plätze, sondern nur falsch besetzte“, kontert ein Anrainer, der auf den Hinzenbacher Funcourt anspielt, der gerade einmal zwei Kilometer vom künftigen Standort der Eferdinger Anlage entfernt liegt. Dort sollen laut den Anrainer vor allem Auswärtige trainieren. Kritik kommt auch von den älteren Anrainern, die mit der Inbetriebnahme der Sportanlage auch eine Lärmbelästigung und Lichtverschmutzung fürchten. Auch Puppings Bürgermeister Mario Hermüller (ÖVP) gibt an, dass seine Gemeinde Bedenken bei dem Projekt habe.

Argument Artenschutz

„Wir haben hier Arten, die es zu schützen gilt. Dazu gehören Biber, Fledermäuse und auch Glühwürmchen. Es braucht ein unabhängiges Gutachten, um hier bauen zu dürfen“, sagt Pointinger, die sich vorab bei der Umweltanwaltschaft informiert hat. Laut Mair wurde die Maßnahme sowohl vom Gewässerschutzbezirk als auch von der Naturschutzbehörde geprüft und freigegeben. Der Bescheid für die Regelungen ist am Gemeindeamt einsehbar. Dazu gehört unter anderem das Pflanzen heimischer Bäume sowie bienenfreundlicher Pflanzen und eine naturnahe Teichanlage.

Zugeständnis von Mair

Nun hat sich das Blatt bei einer Begehung gewendet. Bei der Versammlung konnten sich die Anrainer am Ende ein Zugeständnis von Mair sichern. Der Ortschef versicherte schriftlich, dass es weder eine Beleuchtung entlang des zwei Meter breiten Weges noch eine durchgehende Asphaltierung geben soll.


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Dunzinger Josef
Dunzinger Josef
06.10.2021 18:29

Rennradfahrer sind nie Mitbedacht

Rennradfahrer bräuchten eine glatte Fahrbahn. Einerseits kann man gegen alles und jedes Einwände haben, andererseits werden tatsächlich in ländlich regierten Gegenden Bürger wenig bis nicht eingebunden.