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ASCHACH. Hilde Golker begibt sich in den Ruhestand. Die 80-Jährige veranstaltete 15 Jahre lang im Rahmen des Vereins „Lebenswertes Aschach“ Konzerte im Schloss. Mit Tips blickt die leidenschaftliche Krippensammlerin auf die vergangenen Jahre zurück. 

Der Aschacher Maler Josef Abel sitzt in der Krippe. (Foto: LHackl)
  1 / 2   Der Aschacher Maler Josef Abel sitzt in der Krippe. (Foto: LHackl)

Mit der ersten Silvestergala in Aschach steht Golkers letztes Event noch auf wackeligen Beinen. Die 80-Jährige freut sich dennoch darauf, sich mit einem würdigen Abschluss aus der Kulturarbeit zurückzuziehen. Mit Lui Chang tritt der erste Konzertmeister des Linzer Brucknerorchesters an Silvester in Aschach auf, zusätzlich organisierte Golker ein Bläser-Quartett und eine Zaubershow. Reservierungen werden nach wie vor angenommen.

Veranstalterin

Wer mit Hilde Golker plaudert, versteht, wie die kulturellen Veranstaltungen in Aschach so erfolgreich werden konnten. „Ich rede mit jedem Menschen gleich“, erzählt Golker. Inspirieren ließ sie sich bei der Organisation oft von Fernsehsendungen, wenn ihr eine Musikgruppe gefiel, kontaktierte sie sie umgehend und lud sie nach Aschach ein. „Ich habe gelernt, dass man Musiker immer spätabends erreichen kann, jedoch sollte man sie nie am Vormittag kontaktieren“, erklärt Golker lachend. Persönliche Beziehungen zu den Künstlern war immer das Wichtigste. „Immer wenn ich gemerkt hab, die Beziehung zu einem Künstler stimmt nicht, hab ich es bleiben lassen“, erklärt Golker.

Treue Fangemeinde

400 Personen erreicht die 80-Jährige mit ihrem E-Mail-Newsletter, 30 Fixabonnenten kommen zu jeder ihrer Veranstaltungen. Der Kartenvorverkauf läuft nur über Reservierungen, das hat sich vor allem seit Beginn der Corona-Pandemie bewährt. So müssen keine Zahlungen rückabgewickelt werden, viel Geld für Vorauszahlungen und Werbung gibt es aber nicht. „Den Musikern hab ich von Anfang an gesagt, dass die Eintrittskosten die Gage decken müssen“, erklärt Golker. Um Kosten für Werbung zu sparen, schneidet Hilde Golker jedes einzelne Plakat von Hand aus, bevor es in A-Ständern in der Umgebung aufgestellt wird. Für das Schloss Aschach habe man nie Miete bezahlen müssen – eine Vereinbarung, die sich Golker vom Schlossherren schriftlich auf geprägtem Papier geben ließ.

Großartiges Team

„Keine Veranstaltung wäre ohne meine Helfer möglich gewesen“, betont Golker. Kassiererin Rosemarie Schwantner, Platzanweiser Georg Hude, Fotograf Jürgen Brochmann und Plakatbeauftragter Oliver Grünseis gehören zu Golkers Kernteam. „Sie melden sich sogar freiwillig und fragen ob sie etwas für mich tun können“, schwärmt die 80-Jährige. Nachfolger für ihren Platz gibt es noch keinen. „Die Leute haben Angst, das nicht zu können“, erklärt Golker. „Aber ich hab es auch nicht gekonnt.“

Krippensammlung

Neben den Veranstaltungen gehört Golkers ganze Leidenschaft den Krippen. Viele Krippen aus aller Herren Länder finden sich im Haus der Golkers. Das Herzstück ist eine barocke Krippe mit 50 Figuren, die Golker im Laufe der vergangenen Jahre auf verschiedenen Märkten erstand. Sie restaurierte sie selbst, nähte den Figuren Kleider, bastelte Verzierungen, jede der 50 Figuren trägt sogar Unterwäsche. Ganze Schulklassen hat Golker schon durch die Krippen im Haus geführt, minutenlang stehen die Kinder vor der Krippe, um alle Figuren zu erfassen. Zu jeder Figur gibt es eine gesonderte Geschichte. Sei es der Aschacher Maler Abel, der am Rande der Szenerie sitzt, oder ein Sack mit täuschend echt aussehenden, winzigen Kartoffeln, die in einem Sack neben einer Eremitenhöhle lagern. Hilde Golker kann lange von ihrem Schatz erzählen. Doch auch mit den Führungen ist inzwischen Schluss. Zum Abschied zitiert Golker Reinhard Mey: „Freunde, es ist Zeit für mich zu gehen.“


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