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OÖ. Im September geht die Schule los – rechtzeitiges Üben des Schulweges kann Leben retten. Der ARBÖ Oberösterreich empfiehlt Eltern, rechtzeitig den Schulweg mit den Kindern zu üben und erklärt, worauf dabei besonders geachtet werden sollte. 

Schulweg rechtzeitig üben (Foto: FOTObyHOFER/Christian Hofer)
Schulweg rechtzeitig üben (Foto: FOTObyHOFER/Christian Hofer)

Am 12. September startet das neue Schuljahr in Oberösterreich. Für Schulanfänger beginnt nicht nur ein aufregender, neuer Lebensabschnitt, sondern mit dem täglichen Beschreiten des Schulweges auch die selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr – und damit auch unweigerlich das Risiko von Verkehrsunfällen. Aber nicht nur Schulanfänger sollten den Schulweg üben, sondern auch ältere Kinder, denn gerade in den Sommermonaten werden oftmals Bauarbeiten durchgeführt, die den bekannten Schulweg verändern oder eine neue Strecke noch sicherer machen.

Wie wichtig Prävention ist, zeigen die Zahlen aus dem Vorjahr: Im Jahr 2021 wurden in Oberösterreich 75 Kinder im Alter zwischen 6 und 15 Jahren am Schulweg verletzt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Schulwegunfälle in Oberösterreich somit um 27% (2020: 57Schulwegunfälle). Im Bundesländer-Vergleich ist Oberösterreich mit 75 Schulwegunfällen erneut alleiniger, trauriger Spitzenreiter, gefolgt von Niederösterreich (63 Schulwegunfälle), und der Steiermark (57 Schulwegunfälle).

Schulweg schon in der Ferienzeit üben

Den Schulweg sollten die Kinder gemeinsam mit den Eltern rechtzeitig, also schon in den letzten Ferienwochen, üben. „Der Schulweg ist nicht an einem Tag erlernt, sondern es braucht rund sechs bis zehn Wiederholungen, bis alle Gefahrensituationen am Schulweg auch als solche erkannt werden“, erklärt ARBÖ-Verkehrspsychologin Patricia Prunner.

Tipps für das Erlernen des Schulwegs:

  • Gemeinsam mit den Kindern den sichersten Weg (mit den wenigsten Straßenüberquerungen) verbindlich festlegen. Der sicherste Weg muss nicht der kürzeste sein!
  • Gefahrenquellen wie zum Beispiel Abbieger bei Ampeln gemeinsam aufspüren. Auch wenn die Ampel „grün“ zeigt, muss sich das Kind vergewissern, dass es die Straße gefahrenlos überqueren kann. Dabei auch stets die Perspektive der Kinder berücksichtigen, insbesondere deren tiefer liegendes Blickfeld.
  • Den Kindern vorzeigen und auch im Alltag vorleben, wie man sich richtig auf der Straße, insbesondere beim Überqueren, bei Ampeln, auf dem Zebrastreifen oder bei Ein- und Ausfahrten, verhält. Auch auf einem Zebrastreifen darf sich ein Kind nicht darauf verlassen, dass die herannahenden Autos anhalten. Daher sollten die jungen Verkehrsteilnehmer immer erst dann die Straße überqueren, wenn die Straße frei ist oder die Autolenker aus beiden Richtungen angehalten haben.
  • Kindern muss vermittelt werden, wie wichtig es ist, aufmerksam zu bleiben. Musik hören oder am Handy spielen lenken vom Verkehrsgeschehen ab. „What’s App-en“ hat beispielsweise auf dem Schulweg nichts zu suchen!
  • Eltern müssen auch das richtige Verhalten am Gehsteig vorzeigen. So ist es sicherer, auf der Innenseite des Gehsteigs zu gehen.
  • Auf gute Sichtbarkeit achten. Kinderwarnwesten, reflektierende Schnappbänder oder Anhänger gibt es in den ARBÖ-Prüfzentren.
  • Eltern sollen den Kindern genau erklären, warum gewisse Verkehrssituationen gefährlich sind. Beobachtetes Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer thematisieren und die Kinder auf die möglichen Folgen aufmerksam machen.
  • Tägliches Taxiservice ist zwar von den Eltern gut gemeint, aber in Sachen Sicherheit am Schulweg oft kontraproduktiv: dieses führt zu teils dramatischem Verkehrschaos vor der Schule. Somit schaffen Eltern oft selbst das Risiko für ihre Kinder.
  • Kinder lernen am effektivsten durch Verstärkung und Lob des richtigen Verhaltens. Drohungen oder schimpfen verunsichern nur.
  • Dem Kind keine Angst machen und es nicht überfordern.

„Es liegt am Engagement der Eltern, wie gut ihre Sprösslinge auf die neue Situation vorbereitet werden“, hält ARBÖ OÖ Geschäftsführer Harruk fest und fügt hinzu: „für die Sicherheit der Kinder sind aber alle Verkehrsteilnehmer verantwortlich.“

Deshalb der Appell an Autofahrer: im Umfeld von Schulen und Kindergärten ist grundsätzlich mit angepasster Geschwindigkeit und erhöhter Aufmerksamkeit zu fahren!


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