Emmi Mayrhofer erforscht den Dialekt ihrer Heimatgemeinde
SCHARTEN. Emmi Mayrhofer ist ein Schartner Urgestein und beschäftigt sich seit jeher mit dem Dialekt in ihrer Heimatgemeinde und in der Region. Darüber schrieb sie zuletzt ein Buch.

Alles begann mit der täglichen Fahrt in einem Bus von Scharten nach Wels ins Gymnasium. Dabei habe sie am meisten über das Leben gelernt, erzählt Emmi Mayrhofer. Einerseits, dass man älteren Menschen einen Platz überlässt und andererseits, was es heißt, zu warten und sich in Geduld zu üben. Es sind diese vermeintlich kleinen Dinge, von denen Mayrhofer mit Begeisterung erzählt. Doch diese sind für die ehemalige Deutsch-Professorin entscheidend, um das große Ganze gelingen zu lassen.
Faszination Dialekt
In ihrem Buch „Tua ma a weng plodern“ sammelte Mayrhofer viele interessante Redewendungen aus Scharten und aus der gesamten Eferdinger Region. Am Dialekt findet die 77-Jährige faszinierend, dass er ein gewisses Heimatgefühl und Kindheitserinnerungen erzeugt. Die Erforschung des Dialekts hat Emmi Mayrhofer zwar immer gereizt, doch vollends zugewandt hat sich die ehemalige Deutsch-Lehrerin diesem erst in der Pension. Auch aus dem Antrieb heraus, etwas für ihren Heimatort zu machen und zu hinterlassen, erklärt Mayrhofer.
Auch als Kind habe sie sich schon sehr für Sprache interessiert. „Meine Familie sprach nicht im Dialekt, sondern in der Umgangssprache und weil meine Mutter deshalb gehänselt wurde, achtete sie sehr darauf, dass ich ordentlich spreche“, erinnert sich Emmi Mayrhofer. Unterschiede beim Dialekt gebe es sogar innerhalb der Gemeinde Schartens, wie Mayrhofer erklärt: „Bei einzelnen Wörtern gibt es feinste Unterschiede, wie die Laute ausgesprochen werden.“
Unterschied zwischen Umgangssprache und Dialekt
Die Autorin unterscheidet zudem nach wie vor zwischen Umgangssprache und Dialekt, das ist nämlich nicht das Gleiche, auch wenn die Grenze zwischen Dialekt und Umgangssprache fließend ist, wie sie betont. „Nur ganz wenige Menschen sprechen wirklich noch Dialekt“, sagt Mayrhofer. Gehalten hätten sich manche Redewendungen, die einem im Alltag noch oft begegnen und in die Umgangssprache integriert sind.
„Mensch braucht irgendein Heimatgefühl“
Schade findet die Schartnerin, dass das Sprechen im Dialekt gelegentlich mit Engstirnigkeit verbunden wird, denn Menschen sollten nicht nur über ihre Sprache definiert werden, ist Mayrhofer überzeugt. Das ist sie auch davon, dass es eine Gegenbewegung gibt und Dialekt wieder modern wird. „In Zeiten der Globalisierung braucht der Mensch irgendein Heimatgefühl“, vermutet die ehemalige Pädagogin und ergänzt: „Da geht es um die Verwurzelung.“ Außerdem hatte man aus ihrer Sicht Angst, dass man den Dialekt ansonsten verliere und dieser womöglich gänzlich aus dem Sprachgebrauch verschwinde.
Den häufig genannten Vorwurf, dass der oberösterreichische Dialekt nicht „Fisch und Fleisch“ und sehr beliebig sei, könne man nicht verallgemeinern, jedoch sei der Dialekt in Oberösterreich schon etwas zurückgedrängt worden, hält Mayrhofer fest. Diese hänge mit der industriellen Situation zusammen, wo viele Menschen in großen Werken aufeinandertreffen und man sich sonst nicht verstehen würde untereinander.
Aktiv in ihrer Heimatgemeinde
Den Reinerlös des Buches stellte Emmi Mayrhofer übrigens dem Volksbildungswerk, dessen Obfrau sie 13 Jahre lang war, zur Verfügung. Emmi Mayrhofer war nicht nur beim Volksbildungswerk in Scharten aktiv, sondern wurde zudem 1976 Stellvertreterin des Pfarrers im Pfarrgemeinderat. Die heute 77-Jährige war damals oberösterreichweit die erste Frau in dieser Position. Auch das kulturelle Angebot bereicherte Mayrhofer - so spielte sie beispielsweise beim Schartner Jedermann mit.


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