PRAMBACHKIRCHEN. Das Gymnasium Dachsberg hat eine neue Form des Fastens ausprobiert. Fünf Wochen lang haben Schüler und Lehrer während der Schulzeit, inklusive Schulweg und Pausen, auf ihre Handys verzichtet. Vor den Osterferien wurde reflektiert, wie es ihnen damit ergangen ist.

Für Direktor Ferdinand Karer ist die Aktion eindeutig gelungen. In den vergangenen fünf Wochen waren es nur fünf oder sechs Handys, die unerlaubt gesichtet wurden. Karer meint: „Es ging bei der Aktion darum, sich zu fragen: Muss es sein, dass ich jede freie Minute am Handy hänge?“ In Dachsberg gibt es zwar Regeln, was Handys betrifft, allerdings wurden diese in letzter Zeit nicht mehr besonders gut eingehalten. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sollten die Schüler mit der „Handy-Challenge“ für die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt sensibilisiert werden und sich ihre Abhängigkeit vom Handy bewusst machen. Für die Zukunft wünscht er sich, dass die Schüler etwas daraus lernen und dass die Handys in Summe wieder weniger sichtbar sind.
Schüler passten sich an
Julian Zauner aus der 5. Klasse erzählt: „Am Anfang war es schwer, aber man gewöhnt sich daran. Im Bus zum Beispiel spielen wir jetzt Karten statt mit dem Handy und auch in Zukunft werden wir jetzt wahrscheinlich nicht mehr so viel am Handy hängen.“ Auch Marlene Aichinger fiel es zu Beginn schwer: „Aber inzwischen reden wir einfach mehr miteinander. Das merkt man vor allem im Bus, dort ist es jetzt immer sehr laut.“ Laura Lindner sagt: „Ich habe das Handy in der Schule auch vorher fast nie benutzt, also war die Umstellung nicht so groß. Für unsere Klasse sehe ich die Aktion als Vorteil. Wir wurden in der fünften Klasse aus verschiedenen Klassen zusammengewürfelt und nun, ohne Handy, waren wir endlich gezwungen, miteinander zu reden. So haben wir für die Klassengemeinschaft einen wichtigen Schritt getan.“ Die Fünftklässler sind der Meinung, dass sich die Aktion auf ihr zukünftiges Verhalten auswirken wird. Jay Biermeier ist der Meinung: „Die alte Hausordnung reicht aus, wenn sie eingehalten wird.“ Die Schüler sind also der Ansicht, dass keine neue Regelung notwendig wäre.
Auch die Lehrer machten mit
Christian Feurstein, Koordinator der Oberstufe, ist es nicht schwer gefallen, das Handy zu Hause zu lassen. Er könnte sich sogar eine vollkommen handyfreie Schule vorstellen. Allerdings versteht er auch, dass es bei den Schülern, für die das Handy ein täglicher Begleiter ist, ganz anders aussieht. Feurstein ist der Meinung, dass es die Dauer von fünf Wochen brauchte, um in den Schülern das richtige Gefühl des Fastens zu wecken und seiner Ansicht nach ist die Herausforderung auf jeden Fall gelungen. Doris Amersberger hält die Aktion für eine gute Idee und sie hat selbst im Bus gesehen, dass sich die Schüler auch wirklich daran halten. Julia Kaufmann berichtet, dass die Schüler nun mehr diskutieren und in den Pausen sogar richtige Diskussionsrunden starten.
Zum Abschluss der Aktion gibt es eine gemeinsame Reflexion mit dem Klassenvorstand, um selbst zu entscheiden, in welchen Klassen die Herausforderung gelungen ist. Für die erfolgreichen Klassen hat sich die Schulleitung verschiedene Belohnungen ausgedacht.


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