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HARTKIRCHEN. Leider kommt es immer öfter vor, dass Müll in den Wiesen und Feldern entsorgt wird. Diesen müssen die Bauern dann einsammeln, wenn sie nicht wollen, dass ihre Tiere darunter leiden. Landwirt Martin Hofer aus Hartkirchen ist der Meinung, dass die Müllverschmutzung in den letzten Jahren wieder verstärkt zugenommen hat.

Landwirt Martin Hofer will seine Kühe schützen. (Foto: Bocksleitner)
  1 / 5   Landwirt Martin Hofer will seine Kühe schützen. (Foto: Bocksleitner)

Tips:Welche Erfahrungen haben Sie persönlich mit Müll auf Wiesen und Feldern?

Martin Hofer: Es ist in den vergangenen drei Jahren deutlich sichtbar geworden, dass mehr Müll aus dem fahrenden Auto geworfen wird. Auch die Entsorgung in Form von kübel- oder sackweiser Entledigung von Müll in angrenzende Wiesen oder Felder hat wieder zugenommen. Ich muss mindestens zweimal pro Woche meine Wiesen und Felder abgehen und Müll einsammeln. Außerdem habe ich auch beim Spazieren oder Autofahren immer einen Müllsack dabei. Wenn ich den Müll nicht einsammle, landet er im Tierfutter, wird mitzerkleinert und ist nur mehr schwer zu finden.

Tips: Welche Folgen kann Müll für die Landwirtschaft beziehungsweise Viehwirtschaft haben?

Hofer: Bei weggeworfenen Plastikflaschen oder Aludosen und sogar Eisenteilen werden den Kühen die einzelnen Mägen aufgeschlitzt und die Tiere müssen qualvoll verenden. Doch nicht nur Kühe, sondern auch Schafe und Ziegen sind gefährdet. Außerdem gibt es auch finanzielle Folgen: Wir reden hier im Schnitt von einem Betrag von 2.500 bis 3.000 Euro für Zuchtrinder. Es gibt zwar eine Rinderversicherung, doch die deckt nur dann einen Teil ab, wenn eine Notschlachtung notwendig ist.

Tips: Haben Sie schon Vieh durch Müll verloren?

Hofer: In letzter Zeit zum Glück nicht. Man kann glücklicherweise manche Tiere durch Magneten retten, welche vom Tierarzt in den Tiermagen geschossen werden. Allerdings erkennt man die Beschwerden nicht bei jedem Tier rechtzeitig und auch die Ursache ist oft nicht eindeutig.

Tips: Wie viel Müll mussten Sie selbst schon einsammeln?

Hofer: Wir sprechen hier wöchentlich von mindestens 50 bis 100 Litern Müll. Ich habe sogar schon einmal einen Gefrierschrank im Wald gefunden.

Tips: Wie ist die „Müll in der Natur“-Situation heute im Vergleich zu früher?

Hofer: Die Vermüllung war schon etwas zurückgegangen, aber seit den Lockdowns verbringen die Menschen wieder mehr Zeit in der Natur und man merkt wieder, wie achtlos viele Menschen damit umgehen.

Tips: Was könnte man Ihrer Meinung nach noch tun?

Hofer: Die oberösterreichische Jungbauernschaft konnte mit viel Nachdruck eine Überarbeitung des Abfallwirtschaftsgesetzes erreichen, welche im Oberösterreichischen Landtag umgesetzt wurde. Illegale Müllentsorgung kann nun mit höheren Geldbeträgen bestraft werden. Der Strafrahmen liegt bei 60 bis 8.500 Euro für schwerwiegende Verstöße. Daher ist jeder einzelne Bürger angehalten, sein Gefühl für den Umweltschutz wieder mehr anzupassen.

Tips: Was möchten Sie der Gesellschaft zu diesem Thema sagen?

Hofer:Es liegt immer an der Einstellung jeder einzelnen Person und es hängt mit Sicherheit davon ab, wie ich dies als Vorbild an meine Nachkommen weitergebe.


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