Einkaufen auf der Blumenwiese: heimische Wildkräuter am Teller
HARTKIRCHEN. Immer mehr Menschen entdecken die heimische Natur als Quelle für die gesunde Ernährung. Insbesondere das Pflücken von Wildkräutern erfreut sich großer Beliebtheit. Was gepflückt werden darf und worauf man achten muss, erklärt eine Kräuterpädagogin aus dem Bezirk Eferding.

„In Österreich gilt die Handstraußregel. Alles, das in eine Hand passt, darf von Wiesen gepflückt werden“, erklärt Viktoria Leitner. Laut der Hartkirchnerin sammelt man nur an unbelasteten Plätzen, also nicht neben Straßen oder Bahngleisen. „Idealerweise sammelt man auf Wiesen, die biologisch bewirtschaftet werden“, sagt die Mutter zweier Kinder. Für die Wildkräuterpädagogin ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um den Vorrat an Wildkräutern aufzufüllen. Neben Holunderblüten, Lindenblüten, Spitzwegerich und Mädesüß für Erkältungskrankheiten findet man auch schon die ersten Malven sowie Schafgarbe, Johanniskraut, Rotklee und Frauenmantel als klassische Frauenkräuter. „Generell gilt: Wer Wildkräuter sammeln möchte, sollte sich vorab informieren, welche Arten geschützt sind“, ergänzt Leitner.
Verdorben und verboten
Beim Pflücken sollte darauf geachtet werden, nur gesunde Pflanzen zu ernten. Ebenso dürfen nicht zu viele Kräuter auf einmal im Körbchen landen, um die Bestände nicht zu gefährden. „Idealerweise merkt man nach dem Sammeln der Kräuter nicht, dass jemand etwas weggenommen hat. Auf Grundstücken in Privatbesitz ist es außerdem gänzlich untersagt zu pflücken“, erklärt die 33-Jährige.
Gesundheit aus der Natur
Wildkräuter sind nicht nur eine kulinarische Bereicherung, sondern enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die der Gesundheit zugute kommen. „Bitterstoffe wurden beispielsweise aus vielen Salaten herausgezüchtet, haben aber einen positiven Einfluss auf unser Verdauungssystem. In Löwenzahn sind sehr viele davon vorhanden“, beschreibt Leitner.
Kräuterpädagogik als Brücke
Altes Wissen, das heutzutage immer öfter in den Hintergrund rückt, wird von Kräuterpädagogen wie Leitner bei Workshops und Kräuterwanderungen an Interessierte weitergegeben. Sie bilden damit eine willkommene Brücke zwischen hungrigen Naturbegeisterten und der Natur. Mehr über Leitners Arbeit gibt es in ihrem Blog auf www.wildbluetenzauber.com
Rezept für Wiesendudler: Eine Handvoll Wildkräuter klein schneiden und mit einer Bio-Zitrone, einem Esslöffel Honig und einem Liter Apfelsaft in einen Krug füllen. Über Nacht ziehen lassen, am nächsten Tag absieben und mit Eiswürfeln und Mineralwasser genießen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden