Warum das Rote Kreuz Eferding dringend Rettungssanitäter sucht
EFERDING/Grieskirchen. Das Rote Kreuz Eferding sucht dringend Rettungssanitäter. Genaueres dazu, wie die Situation in der Region aussieht, wie es dazu gekommen ist und wie es in Zukunft weitergehen wird, erklärt der Eferdinger Bezirksstellenleiter und Bezirksrettungskommandant Philipp Wiatschka.

Aktuell sind in den Ortsstellen Grieskirchen, Haag und Peuerbach 413 Rettungssanitäter tätig, davon sind 18 Zivildiener und 21 berufliche Mitarbeiter. Im Bezirk Eferding sind es 290 Rettungssanitäter, davon sind 23 Zivildiener und 20 berufliche Rettungssanitäter. Doch laut Philipp Wiatschka sei dies nicht genug: „Jede helfende Hand wird benötigt, um die Dienstpläne in Zukunft entsprechend besetzen zu können. Unser Ziel ist es, pro Jahr 45 neue Rettungssanitäter auszubilden, um die jährliche Fluktuation mit einem kleinen Aufbau an neuen Mitarbeitern kompensieren zu können.“ Die Bezirksstelle Grieskirchen brauche laut Marketing-Mitarbeiterin Sandra Fischl zirka 20 neue Sanitäter. Vor zehn Jahren habe das Wiatschka zufolge noch ganz anders ausgesehen, da die Anforderungen im und an das Rettungswesen anders waren. „Vor zehn Jahren waren in Eferding neun Rettungsfahrzeuge im Dienst. In den Jahren 1996 bis 2012 haben sich die Fahrten verdreifacht, von 2012 bis 2022 haben sich die Zahlen von 12.365 Einsätze auf über 16.000 Notfall- und Rettungseinsätze erhöht. Aktuell haben wir in Eferding 12 Rettungsfahrzeuge stationiert.“ Im Bezirk Grieskirchen dagegen gibt es derzeit 14 Rettungsfahrzeuge.
Wie es dazu gekommen ist
Laut dem Eferdinger Bezirksrettungskommandanten habe der starke Anstieg der Fahrten und Einsätze viele Gründe: „Der Mangel an niedergelassenen Ärzten gerade im ländlichen Raum führt dazu, dass die Patienten sich im Krankenhaus untersuchen lassen wollen. Das sind jene Patienten, die eigentlich von einem Hausarzt visitiert oder in dessen Ordination behandelt werden könnten. Viele Menschen glauben aber auch, dass sie, wenn sie mit der Rettung ins Krankenhaus transportiert werden, dort schneller an die Reihe kommen. Das ist aber ein Irrglaube, denn im Krankenhaus werden die Patienten nicht nach der Ankunft, sondern nach ihren Krankheits- und Verletzungsbildern priorisiert und drangenommen. Leider kommt es auch immer wieder vor, dass Ordinationen auf Wunsch der Patienten zu leichtfertig Transportscheine für Patiententransporte ausstellen, die aufgrund ihres Krankheitsbildes und körperlichen Zustands eigentlich mit einem Taxi oder privat fahren könnten.“
Wie es in Zukunft weitergeht
Auf die Frage, was passiert, wenn sich immer weniger Sanitäter finden und wie die Versorgung gewährleistet werden solle, antwortet Wiatschka: „Die Versorgung der Notfallrettung ist nicht gefährdet, da die Rettungsleitstelle die Ressourcen so verteilt, dass zu jeder Zeit Rettungsfahrzeuge für dringende Notfälle zurückgehalten werden. Bei den Krankentransporten, wie Therapie- und Kontrollfahrten sowie Heimbringerdiensten, wird es dann wahrscheinlich zu längeren Wartezeiten kommen. Finden sich langfristig immer weniger Mitarbeiter, werden wir die wichtige Stütze des Ehrenamtes durch berufliche Mitarbeiter auffüllen müssen, was im Umkehrschluss natürlich zu einer Verteuerung des Systems führen wird.“
Rettungssanitäter werden und Leben retten
Das Rote Kreuz sucht also dringend nach Freiwilligen, die für die ehrenamtliche Arbeit als Rettungssanitäter bereit sind. Wie die Aufgaben eines Rettungssanitäters aussehen, erklärt der Leiter der Eferdinger Bezirksstelle: „Rettungssanitäter retten Leben, geben perfekte Hilfestellung, betreuen und begleiten Menschen beim Weg ins Krankenhaus oder wirken bei einer Veranstaltung beim Ambulanzdienst mit. Diese Tätigkeiten stellen nur einen kleinen Auszug der Aufgaben von Rettungssanitätern dar. Das Rote Kreuz Eferding bietet Interessierten mehrmals jährlich, abwechselnd an einer der drei Rotkreuz-Stellen im Bezirk, Eferding, Hartkirchen und Wilhering, die Möglichkeit, sich zum Rettungssanitäter ausbilden zu lassen.“ Der nächste Herbstkurs startet am Dienstag, 19. September, und findet in der Rotkreuz-Ortsstelle in Eferding immer am Dienstag- und Donnerstagabend statt. Voraussetzung zur Teilnahme sind neben der körperlichen und geistigen Eignung das vollendete 17. Lebensjahr, der Abschluss der Pflichtschulbildung sowie ein einwandfreier Leumund. Außerdem bietet das Rote Kreuz am Donnerstag, 17. August, in der Ortsstelle Eferding um 19 Uhr einen Infoabend an. Hier kann man sich über eine Mitarbeit in allen Leistungsbereichen umfangreich informieren.


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