Inklusives (Ge)Denken in Schloss Hartheim: Rundgangsbroschüren in Leichter Sprache und in Braille-Schrift
ALKOVEN. Inklusion von Menschen mit Behinderung in Ausstellungen und Gedenkstätten? Spezielle Angebote für diese Personengruppen in Museen? Lange Zeit war dies kein Thema. Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim will hier mit besonderen Angeboten gegensteuern. Am Freitag, 26. Jänner, um 10.30 Uhr werden in Schloss Hartheim Rundgangsbroschüren in Leichter Sprache und in Braille-Schrift präsentiert. Darüber hinaus wird ein kritischer Blick auf die Entwicklung und den aktuellen Stand der Inklusion im Kultur-, Gedenkstätten- und Ausstellungsbereich geworfen.

Lange Zeit wurden Menschen mit Behinderung – vor allem jene mit Lernbehinderung – von Gedenkstätten, Ausstellungen und Museen nicht als Zielgruppe gesehen. Dementsprechend war ein Mangel an geeigneten Angeboten und Zugängen festzustellen. Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim sieht es als seine Aufgabe an, eine inklusiv gestaltete Gedenkkultur zu etablieren.
Aktive Einbindung von Menschen mit Behinderung
Dies betrifft vor allem auch die Schaffung von geeigneten Angeboten im Bereich der Information sowie der pädagogischen Vermittlung. Der Besuch von Hartheim könnte dazu verwendet werden, Menschen mit Behinderung in ihrer selbstbewussten Forderung auf ihr Recht auf Teilhabe in allen Lebensbereichen zu stärken. Inklusives Gedenken will Wissen barrierefrei weitergeben. Darüber hinaus sollen die Menschen auch aktiv in den Prozess des Gedenkens und der Auseinandersetzung mit aktuellen Themen aus den Bereichen von Ethik, Demokratie und Inklusion eingebunden sein.
Erste Erfahrungen im Bereich der Vermittlung konnten in den vergangenen Jahren bereits gesammelt werden. So wurden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen Besuche von Menschen mit Lernbehinderung im Lern- und Gedenkort durchgeführt.
Leicht verständliche Rundgangsbroschüre - auch in Brailleschrift
Der baulichen Barrierefreiheit wurde bei der Einrichtung des Lern- und Gedenkorts großes Augenmerk geschenkt, auch wurden damals erste Maßnahmen im Bereich der kommunikativen Barrierefreiheit gesetzt. Um den letzteren Bereich zu stärken wurde nun in Zusammenarbeit mit capito Oberösterreich eine Rundgangsbroschüre durch die Gedenkstätte in leicht verständlicher Sprache entwickelt. Sie bietet einfach verständliche Informationen für Menschen mit unterschiedlichem Sprachwissen. Neu ist auch eine Rundgangsbroschüre in Braille (Deutsch und Englisch), die blinden und sehbehinderten Menschen den Besuch vereinfacht.
Ehrung der „capito“-Absolventen
Die Veranstaltung präsentiert die neuesten Entwicklungen und Angebote im Bereich der inklusiven Gedenkarbeit und ehrt außerdem die Absolventen des „capito“-Lehrgangs Leicht Lesen, die Österreich und die Schweiz zukünftig ein Stück weit barrierefreier machen werden. Als Vertreter aus verschiedenen Branchen zeigen sie, dass „inklusiv“ zum Mainstream wird und inklusive Maßnahmen nicht wie oftmals angenommen nur eine Nische der Gesellschaft betreffen. Die Bedeutung dieser Entwicklung hin zu einer inklusiven Gesellschaft, damit verbundene Maßnahmen und etwaige Hindernisse auf dem Weg dorthin werden auch Gegenstand der Beiträge der beiden Hauptreferenten sein.
- Dr. Marianne Schulze, freischaffende Menschenrechtskonsulentin, ehem. Vorsitzende des Monitoringausschusses zur Überwachung der Einhaltung der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungena.
- Univ.-Prof. Dr. Klaus Miesenberger, Vorstand des Instituts Integriert Studieren an der JKU Linz
Alle Redebeiträge werden in Gebärdensprache übersetzt.


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