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EFERDING/GRIESKIRCHEN. Österreichische Lebensmittel zeichnen sich durch eine hohe Qualität und guten Geschmack aus, erfahren aber nicht die nötige Wertschätzung, bedauert der Bauernbund Oberösterreich. Zudem seien viele Bauern einem massiven Preisdruck ausgesetzt. Sympathiekundgebungen vor Supermärkten machten darauf aufmerksam.
 

  1 / 2   LK-Vizepräsident Karl Grabmayr (l.), Bezirksbäuerin Klaudia Ritzberger (r.) und Andreas Grabner vom Bauernbund Hinzen- bach suchten in Eferding das Gespräch mit Konsumenten.

Die europaweite Marktkrise, ausgelöst durch das russische Einfuhrverbot, hat auch in der Landwirtschaft ihre Spuren hinterlassen – die Preise sind drastisch gefallen! Besonders hart trifft es die (ober-)österreichischen Schweine- und Milchbauern. Die Preiskrise ist mittlerweile existenzbedrohend. Einen 25-prozentigen Einkommenseinbruch kann keine Berufsgruppe so leicht verkraften. Die Betriebsmittelpreise steigen, der Produktpreis sinkt und die Transferleistungen stagnieren. Ein Zustand, der für die heimischen Bäuerinnen und Bauern nur schwer zu bewältigen ist.

Um über die Auswirkungen dieser dramatischen Entwicklungen, aber auch über die hervorragenden heimischen Lebensmittel zu informieren, haben sich mehr als 1000 engagierte Bauern sowie Funktionäre aus allen Bezirken Oberösterreichs an der Sympathiekundgebung beteiligt. Sie haben vor rund 300 Märkten den direkten Meinungsaustausch und das Gespräch mit den Konsumenten gesucht.

„Als oberösterreichischer Bauernbund wollen wir mit unserer Sympathieaktion „Genuss von Dahoam bringt“s“ gemeinsam mit dem Lebensmitteleinzelhandel ein Zeichen setzen. Wir wollen bewusst auf die Konsumenten zugehen und aufzeigen, wie gering der Anteil der Bauernpreise mittlerweile ist“, erklären der Landesobmann des österreichischen Bauernbundes, Landesrat Max Hiegelsberger, und die Bauernbund-Direktorin Maria Sauer.

Laut Eurostat geben Österreichs Haushalte heute durchschnittlich nur mehr rund 10 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens für Lebensmittel aus, in den 1950er-Jahren waren es noch rund 50 Prozent. Eine Studie der Johannes Kepler Uni in Linz zeigt, dass eine Steigerung des Anteils für Lebensmittel an den Konsum­ausgaben sowie des Verbrauchs an heimischen Nahrungsmitteln um jeweils 1 Prozent jährlich 17.000 Jobs schafft – davon 40 Prozent in der Landwirtschaft. Für einen Haushalt bedeutet dies, dass mit nur zwölf Euro pro Kopf und Monat für heimische Qualitätsprodukte die Wirtschaft nachhaltig angekurbelt wird und die Wertschöpfung bei den Bauern ankommt.

„Die Konsumenten haben es in der Hand. Mit ihrer täglichen Kaufentscheidung für heimische Lebensmittel setzen sie ein klares Zeichen für Regionalität und Qualität“, sind sich Grieskirchens Bauernbund-Bezirksobmann Martin Dammayr und Eferdings Bauernbund-Obmann Ludwig Schurm einig. Der Griff zu heimischen Lebensmitteln liege erfreulicherweise ungebrochen im Trend und sei noch mehr als ein Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft. Wer regional einkauft, forme das „Gesicht“ des Landes.


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