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ALKOVEN/LINZ. Rund 90 Prozent aller Verkehrsunfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen. Moderne Bremsassistenten können mittlerweile die Sicherheit im Straßenverkehr massiv erhöhen. Dazu nötig sind vor allem verlässliche Radar-Abstandssensoren. Forscher der Johannes Kepler Universität Linz, darunter auch der Alkovener Mario Huemer, haben nun die Reichweite dieser Sensoren deutlich erhöht.
 

  1 / 2   Institutsleiter Mario Huemer und sein Team helfen die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Foto: Wodicka

Schon der flächendeckende Einsatz von Notbremsassistenten könnte bis zu 72 Prozent aller Auffahrunfälle verhindern. Notwendig dazu: Ein präzise arbeitendes Radar-System, das auch bei Regen oder Nebel genaue Daten über die Umgebung liefert. „Ein Problem war bisher, dass die Radarsensoren unmittelbar hinter der Stoßstange verbaut sind. Dadurch werden die gesendeten Radarsignale ständig von der eigenen Stoßstange reflektiert“, erklärt Mario Huemer, Leiter des Instituts für Signalverarbeitung an der JKU, „dies verursacht ein Störsignal, welches die Reichweite des Radarsystems maßgeblich verringert. Es ist, als würde man durch Milchglas schauen.“ Auf der Suche nach einer Lösung wandte sich die Linzer Infineon Tochterfirma DICE GmbH an die JKU und es konnte ein neuartiges Konzept erarbeitet werden. Mit Hilfe von statistischen Signalverarbeitungsmethoden wird das Störsignal abgeschätzt und aus dem empfangenen Radarsignal herausgerechnet. Im Vergleich zu existierenden Autoradaren wird dadurch eine Verbesserung der Reichweite um bis zu 25 Prozent erreicht. Damit können etwa automatische Notbrems­assistenten entsprechend früher reagieren. In einem Fall, in dem ein derzeitiger Bremsassistent 20 Meter vor dem Hindernis reagiert, sind es mit der neuen Sensorlösung rund 25 Meter.

Das zum Patent angemeldete Konzept wurde bereits mittels Prototypen verifiziert. Der Kooperationspartner DICE arbeitet nun an der Integration der neuen Methode in eine bestehende Systemlösung. „Es ist dies ein hervorragendes Beispiel eines anwendungsbezogenen Projekts, das eine Menge spannender, wissenschaftlicher Fragen aufgeworfen hat und die Synergien zwischen Universität und Industriepartner perfekt nützt“, stellt ­Huemer fest.


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