Neues Finanzportal liefert Einblick in die Finanzen der Gemeinden
EFERDING/GRIESKIRCHEN. Woher kommen die Einnahmen einer Gemeinde? Wofür werden die Steuergelder verwendet? Wie hat sich der Finanzhaushalt in den letzten Jahren entwickelt. Einen detaillierten Einblick in diese Zahlen erhält man im neuen Finanzportal www.gemeindefinanzen.at.

„Das ist unser Beitrag zur größtmöglichen Transparenz der kommunalen Haushalte. Die Menschen haben ein Recht darauf zu wissen, wofür ihre Gemeinde das ihr anvertraute Steuergeld ausgibt“, so Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl. „Durch den Relaunch des Portals ergeben sich viele neue und praktische Funktionen und Möglichkeiten.“
Wichtige Informationsquelle
Kommunalkredit-Vorstandsvorsitzender Alois Steinbichler: „Wir freuen uns, den österreichischen Städten und Gemeinden dieses Planungs- und Informationstool zur Verfügung stellen zu können. Mit ihren umfassenden Daten und der leichten Bedienbarkeit ist die Plattform eine sehr wichtige und aussagekräftige Informationsquelle für alle an kommunalen Finanzdaten Interessierte.“ So sind alle Finanzdaten sowohl in einer Ansicht der absoluten Ausgaben als auch in einer Pro-Kopf-Berechnung darstellbar.
Vergleiche möglich
Die Zeitreihe reicht über fünf Jahre zurück und ermöglicht damit auch einen Blick auf die Entwicklung in einem längeren Zeitraum. „Mit der Vergleichsfunktion kann jeder Bürger seine eigene Gemeinde mit jeder anderen Gemeinde in Österreich vergleichen“, so Riedl. Auch Vergleiche mit den Durchschnittsausgaben der Gemeinden im Bezirk, auf Landesebene oder im Bundesdurchschnitt sind möglich. Die Ausgaben und Einnahmen für die jeweiligen Bereiche sind übersichtlich in einer interaktiven Darstellung aufbereitet. Per Klick auf die jeweilige Kostenstelle kann man auf mehreren Ebenen tiefer Einsicht nehmen.
Alle verwendeten Daten spiegeln keine Voranschläge, sondern Rechnungsabschlüsse, also die tatsächlichen Ausgaben, wider. „Für uns ist das ein weiterer Meilenstein in Richtung vollständiger Transparenz“, so Riedl. „Die Gemeinden gehen sehr sorgsam mit Steuergeldern um und haben nicht das Geringste zu verbergen. Wir haben sogar Interesse daran, dass sich die Menschen mit den Finanzen ihrer Gemeinde auseinandersetzen und gut informierte Bürger sind.“
Ein Blick auf die Bezirkszahlen
Die aktuellsten Daten sind derzeit jene von 2016. In diesem Jahr haben die zwölf Gemeinden des Bezirkes Eferding insgesamt 83,61 Millionen Euro eingenommen. Die größten Einnahmequellen waren dabei Ertragsanteile mit 26,16 Millionen Euro und Einnahmen aus Steuern mit 11,83 Millionen Euro. Die Gesamtausgaben beliefen sich 2016 auf 83,39 Millionen Euro. Die größten Brocken waren hier die Bereiche Dienstleistung mit 21,59 Millionen Euro sowie Unterricht, Erziehung, Sport und Wissenschaft mit 14,88 Millionen Euro. Der Gesamtschuldenstand der Eferdinger Gemeinden betrug mit Ende 2016 insgesamt 38,19 Millionen Euro, das sind pro Kopf 1.187 Euro.
Die 34 Gemeinden des Bezirkes Grieskirchen haben 2016 insgesamt 170 Millionen Euro eingenommen. Den größten Anteil machten dabei Ertragsanteile mit 51,60 Millionen Euro aus, gefolgt von den Einnahmen aus Steuern mit 27,34 Millionen Euro. Die Gesamtausgaben hielten sich mit den Einnahmen die Waage. Die größten Brocken waren auch hier die Bereiche Dienstleistung mit etwa 42,46 Millionen Euro sowie Unterricht, Erziehung, Sport und Wissenschaft mit 34,73 Millionen Euro. Der Gesamtschuldenstand der Grieskirchner Gemeinden betrug mit Ende 2016 insgesamt 100 Millionen Euro, das sind pro Kopf 1.635 Euro.


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