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OÖVP Frauen feiern 100 Jahre Frauenwahlrecht in Schloss Starhemberg in Eferding

Nora Heindl, 05.11.2018 15:00

EFERDING. In Eferding, der Heimat von Fanny Starhemberg, der ersten oberösterreichischen Politikerin der Christlich sozialen Partei, wurde die wichtigste Errungenschaft für die Gleichstellung der Frau gefeiert: Das Frauenwahlrecht. 

  1 / 4   V. l.: Bezirksleiterin der ÖVP Frauen in Eferding Andrea Leutgöb-Ozlberger, Vbgm. Melanie Wöss aus Lichtenberg, Staatssekretärin a.D. Christine Marek, ÖAAB/FCG Spitzenkandidatin Cornelia Pöttinger, BR Doris Schulz, LR Christine Haberlander, WKOÖ Vizepräsidentin Margit Angerlehner und Bauernbunddirektorin Maria Sauer Foto: OÖVP Frauen

Man kann es sich kaum vorstellen, dass erst vor 100 Jahren am 12. November 1918 das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Verhältniswahlrecht ohne Unterschied des Geschlechts im Artikel 9 des Gesetzes über die Staats- und Regierungsform verankert wurde.  Dabei wurden zw. 1920 und 1930 noch verschieden farbige Kuverts für Männer und Frauen verwendet, um das Wahlverhalten der Frauen zu beobachten. Österreich gehörte damit nach den nordischen Staaten zu den ersten Ländern Europas, die das Frauenwahlrecht einführten. Beispielsweise in der Schweiz wurde dieses erst 1971 eingeführt, in Südafrika 1994 und in Saudi-Arabien gar erst 2015.

„Starke Pionierinnen, wie in unserem Bezirk Franziska „Fanny“ Starhemberg (1875 bis 1943), haben erreicht, dass vor 100 Jahren die Frauen in Österreich das allgemeine Wahlrecht erhielten“, betont Andrea Leutgöb-Ozlberger, Bezirksleiterin der OÖVP Frauen Eferding. Vor kurzem fand deshalb im Schloss Starhemberg die Jubiläumsveranstaltung der OÖVP Frauen Oberösterreichs und der OÖVP Frauen des Bezirkes Eferding anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht statt. Dort wurde der Bogen gespannt von Franziska Fürstin von Starhemberg, der 1. Bundesrätin der Christlichsozialen Partei aus OÖ und der jetzigen Landesleiterin Bundesrätin Doris Schulz, die heute diese Funktion innehat.

Hausherr Georg Starhemberg hieß die Gäste im Ahnensaal herzlich willkommen und gab in seinen Grußworten einen persönlichen Einblick in das Leben und Wirken seiner Urgroßmutter Franziska Fürstin von Starhemberg, die von sehr vielen Menschen damals als Landesmutter bezeichnet wurde. Sie war von Jugendbeinen an karitativ tätig, Mitbegründerin der katholischen Frauenorganisation in OÖ und bekleidete viele Ämter im Roten Kreuz. Als Politikerin im Bundesrat widmete sie ihr ganzes Engagement den sozialpolitischen Themen. Im Museum der Familie Starhemberg konnten die Besucher verschiedene Exponate dieser beeindruckenden und bemerkenswerten Frau besichtigen.

„Die Einführung des Frauenwahlrechts war ein Meilenstein für die Frauenpolitik, den es heut zu feiern gilt. Doch wir dürfen nicht müde werden neben der rechtlichen Gleichstellung auch die Rahmenbedingungen für eine tatsächliche Chancengerechtigkeit einzufordern. Heute sind Frauen in der Politik stark vertreten, wir leben ein partnerschaftliches Miteinander von Frau und Mann – und trotzdem gibt es für die Frauenpolitik auch heute noch viel zu tun. Die Forderung einer gleichen Bezahlung von Frau und Mann für die gleiche Leistung war bereits 1918 ein Thema und ist auch im Jahr 2018 noch aktuell. Es wurde aber auch schon vieles erreicht: Gleichberechtigung ist kein Schlagwort mehr, sie wird gelebt“, so Bezirksleiterin Andrea Leutgöb-Ozlberger

Die Podiumsdiskussion mit Landesrätin Christine Haberlander, Staatssekretärin a.D. Christine Marek, WKOÖ Vizepräsidentin Margit Angerlehner, Bundesrätin Doris Schulz, ÖAAB/FCG Spitzenkandidatin Cornelia Pöttinger, Bauernbunddirektorin Maria Sauer und Vizebürgermeisterin Melanie Wöss aus Lichtenberg wurde genutzt, um auf die Herausforderungen der Zukunft zu blicken.

So sprach die in Alkoven lebende Bauernbunddirektorin Maria Sauer Frauen Mut zu, selbstbewusst zu sein und sich Aufgaben zuzutrauen.

Staatsekr.a.D. Christine Marek, die in Eferding aufgewachsen ist, ist es wichtig, dass sich jede Frau zu jeder Zeit selbständig erhalten kann, nur so könne Armut im Alter vermieden werden.  Alle anderen politischen Maßnahmen und Modelle wie Anrechnung Karenzzeit, Pensionssplitting usw. könnten nur unterstützen, Basis für die Pension sei die eigene Erwerbstätigkeit. Es sei wichtig, rechtzeitig darauf zu achten.

„Einigkeit herrschte darüber, dass Politik weiblicher sein soll. Erst eine Mischung aus Politikerinnen und Politkern sorgt dafür, dass Themen ganzheitlich behandelt werden, um aus verschiedenen Blickwinkeln Entscheidungen zu treffen“, so Landesleiterin Doris Schulz für alle anwesenden Podiumsgäste.

Margit Angerlehner, Vizepräsidentin und Vorsitzende der Frauen in der Wirtschaft motivierte Frauen, eine Ausbildung in frauenuntypischen Berufen zu absolvieren. Es gäbe keine Einschränkungen in der Berufswelt, nur Frau wähle oftmals andere Berufswege oder habe Einbußen durch lange Teilzeitbeschäftigungen.

„Die Herausforderungen der Zukunft sind einerseits, es Frauen im Berufsleben sowie Müttern mit Familien leichter zu ermöglichen, sich politisch zu engagieren. Dazu braucht es ein flexibleres Denken und Gestalten der politischen Systeme“, plädierte die Lichtenberger Vizebürgermeisteirn Melanie Wöss ganz im Sinne von JVP-Landesobfrau NR Claudia Plakolm.

Landesrätin Christine Haberlander blickte dankbar auf die Vorreiterinnen zurück, erinnerte aber darn, dass das damals erworbene Recht zu wählen, heute vielfach nicht wahrgenommen werde. „Wir alle haben Verantwortung, Demokratie zu leben, das Recht auf Mitbestimmung, politische Bildung und Demokratie zu nutzen, wählen zu gehen, auch bei Volksabstimmungen mitzumachen und die eigene Stimme zu nutzen“, betonte die Landesrätin.

Cornelia Pöttinger ist die politische Beteiligung von Frauen nicht selbstverständlich. „Wir haben es mutigen Frauen zu verdanken, dass wir dort sind, wo wir heute stehen. Vor allem liegt der Schlüssel im sich selbst aktiv einbringen, im mutig sein. Ob beim Gehaltsverhandeln, beim Einsatz für andere oder für sich selbst. Frauen sind in allen Bereichen der Gesellschaft tätig und sehr erfolgreich. Mit Mut und Selbstbewusstsein im Tun, wird in Zukunft viel erreicht werden.“

In den an diesem Tag ebenfalls stattfindenden Workshops über „Heimisches Superfood“ mit Hildegard Lidauer von der diätologischen Praxis Ernährungsliebe, „Herausforderung Arbeitswelt für die Frau“ mit Cornelia Pöttinger, Spitzenkandidatin des ÖAAB und FCG in OÖ sowie „Tipps für pflegende Angehörige“ von Melitta Stockinger, Altenfachbetreuerin wurde angeregt diskutiert und Wissen ausgetauscht.

Nach der Verleihung der Zertifikate an die Absolventinnen des Politiklehrganges wurde zum Ausklang des Aktionstages der Film „die göttliche Ordnung“ über das Erreichen des Frauenwahlrechts in den 1970er Jahren in der Schweiz gezeigt. Kulinarisch verwöhnten die Eferdinger Frauen die Gäste mit Leckerem aus der Region.


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