Mückstein und Kaineder fordern strenge Herkunftskennzeichnungen bei Fleischprodukten
ALKOVEN/OÖ. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein und Konsumentenschutz-Landesrat Stefan Kaineder besuchten gemeinsam einen landwirtschaftlichen Betrieb in Oberösterreich. Dort machten sich die beiden Politiker ein Bild von artgerechter Tierhaltung und regionaler Produktion. Gemeinsam erneuerten sie die Forderung nach einer strengen, transparenten und nachvollziehbaren Herkunftskennzeichnung bei tierischen Produkten.

Immer mehr Konsumenten legen Wert darauf, woher ihr Essen kommt. Das zeigt auch eine aktuelle Studie des Handelsverbandes, laut der 92 Prozent der Österreicher bei ihrer Ernährung auf die Herkunft achten, 44 Prozent achten seit Corona verstärkt auf die Produktionsbedingungen. Weiters zeigt die Studie auch, dass immer mehr Menschen weitgehend auf Fleisch verzichten und Bio-Produkte immer beliebter werden.
Bei einem gemeinsamen Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes in Alkoven erneuerten der für Konsumentenschutz und Tierschutz zuständige Bundesminister Wolfgang Mückstein und oberösterreichische Konsumentenschutz-Landesrat Stefan Kaineder die Forderung nach einer strengen, transparenten und nachvollziehbaren Herkunftskennzeichnung bei tierischen Produkten.
Mückstein attestierte den Konsumenten ein gutes Gespür
Bundesminister Dr. Wolfgang Mückstein: „Als Minister für Konsumentenschutz und Tierschutz ist mir die Herkunftskennzeichnung ein großes Anliegen. Wir haben uns im Regierungsprogramm darauf geeinigt, die Transparenz bei Lebensmitteln zu verbessern. Die Konsumenten sind oft weiter als die Politik: Sie wollen wissen, woher die Produkte - vor allem Milch, Fleisch und Eier - stammen, egal ob im Supermarkt, in der Kantine oder im Wirtshaus. Diese Transparenz wollen wir im Sinne der Konsumenten, der Landwirte und auch der Tiere schaffen.
„Seit Monaten warten wir darauf“
„Mein Vorgänger Rudi Anschober hat bereits diesbezügliche Vorschläge für Verordnungen an den Koalitionspartner übermittelt, seit Monaten warten wir darauf, dass der Weg für eine Kennzeichnung, wie sie auch im Regierungsprogramm festgeschrieben ist, freigemacht wird“, stellt der Gesundheitsminister klar.
Landesrat Kaineder dazu: „Die Herkunftskennzeichnung ist sowohl für die Konsumenten, als auch für die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, woher das Schnitzel auf ihrem Teller kommt. Der Trend zu regionaler Versorgung ist ungebrochen, also profitieren auch die Landwirte davon, wenn die Herkunft ihrer Produkte - auch im verarbeiteten Zustand -klar nachvollziehbar ist.“
„Dieses Tierleid müssen wir stoppen“
Neben der Herkunftskennzeichnung ging es beim Besuch von Minister Mückstein und Landesrat Kaineder auch um das Thema Tiertransporte. Besonders im Sommer leiden Tiere unter den Transportbedingungen und der Hitze.
„Lange Tiertransporte bei großer Hitze wie heute kann und darf es nicht mehr geben. Dieses Tierleid müssen wir stoppen. Dank Minister Mückstein gibt es einen wichtigen Schritt gegen diese Tierqual. Temperaturen ab 30 Grad sind jetzt die Höchstgrenze für das Verladen und den Langstreckentransport von Nutztieren. Das steht im Erlass des Gesundheitsministers an die Landeshauptleute. Für uns Grüne ist klar, dass diese Vorgaben keinesfalls zahnlos sein dürfen, scharf kontrolliert und auch sanktioniert werden müssen. Wir haben jetzt auch in Oberösterreich ein Instrument gegen dieses Tierleid und das muss eingesetzt werden“, betont Landesrat Stefan Kaineder.
Verschärfungen bei Langstreckentransporte
Ab einer zu erwartenden Tageshöchsttemperatur von 30 Grad Celsius und darüber ist bei Langstreckentransporten die Verladung der Tiere in den kühleren Nachtstunden von 22.00 bis 6.00 Uhr durchzuführen. Zudem muss der Transport bei einer Außentemperatur von unter 30 Grad durchgeführt werden. Auch Exporte in andere Drittstaaten werden verschärft: Sind an mehr als drei aufeinanderfolgenden Tagen Tageshöchsttemperaturen von 30 Grad oder mehr zu erwarten, wird der Transport zukünftig nicht mehr genehmigt.
„Exzessive Hitzetransporte und immenses Tierleid verhindern“
„Diese Vorgaben sollen exzessive Hitzetransporte und damit immenses Tierleid verhindern. Aber dies ist nur ein erster wichtiger Schritt. Das Ziel muss sein, Langstrecken-Transporte von Nutztieren grundsätzlich zu reduzieren. Davon abzugehen Tiere eingepfercht, stunden- oder tagelang über tausende Kilometer zu karren. Dazu müssen wir die regionale Landwirtschaft und Produktion, aber auch die Kontrolle bei Tiertransporten verstärken. Vor allem aber brauchen wir Lösungen auf europäischer Ebene, um Langstrecken-Transporte und Exporte in Drittstaaten abzustellen. Dadurch können wir unendlich viel Tierleid reduzieren und das Tierwohl stärken“, betonen Kaineder und Mückstein.


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