Bezirksbesuch und Sommergespräch mit EU-Abgeordnete Simone Schmiedtbauer
EFERDING/GRIESKIRCHEN. Die landwirtschaftlichen Biogasbetreiber sichern die Stromversorgung vieler Haushalte in Österreich. Mit Regionalität, Unabhängigkeit und Krisensicherheit punktet die bäuerliche Biogasproduktion und rückt durch die Marktverwerfungen immer mehr ins Zentrum einer sicheren Versorgung der Bürger und Betriebe.

Im Rahmen eines Bezirksbesuches von EU-Abgeordneter Simone Schmiedtbauer wurden zwei innovative Betriebe des Bezirkes besichtigt. Am Betrieb von Alfons und Elisabeth Humer in Michaelnbach wird in der hofeigenen Biogasanlage Strom für 1.200 Haushalte produziert. Am Betrieb Humer wird der 2.200 m3 große Fermenter beschickt, wo die Gärung und die Gasbildung für die 500 KW Anlage inzwischen mit 70 % Bioabfällen und 30 % Biomasse erfolgt.
Die Abwärme der Biogasanlage wird das gesamte Jahr zur Trocknung und Palettierung von biologischem Dünger optimal eingesetzt.
„Zukünftig sollen unsere Biogasanlagen ihr erzeugtes Biogas direkt in das Ferngasnetz einspeisen bzw. direkt an Firmen liefern. Es fehlen allerdings noch die notwendigen Verordnungen für eine Direkteinspeisung. Bevor solche Investitionsschritte umgesetzt werden können, muss für jeden Biogasbetreiber und -Abnehmer die Rechtssicherheit gegeben sein“, so Obmann Bgm. Martin Dammayr beim Betriebsbesuch.
Alternative zu den fossilen Rohstoffen
„Wir müssen auf allen Ebenen ob im Ort, auf Landes-, Bundesebene oder im Europäischem Parlament, die wertvolle Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern hervorheben und neu erklären. Leider haben viele Regierungen Personen in den Agrarausschuss entsendet, wo der fachliche Hintergrund fehlt und es für uns bäuerlichen Abgeordneten viel Erklärungs- und Informationsbedarf gibt. Die Erzeugung von Biogas durch unsere Bäuerinnen und Bauern zeigt auf, dass wir eine Alternative zu den fossilen Rohstoffen haben die durch Krieg, den Marktverwerfungen und Abhängigkeiten viele Betriebe und private Personen in große Schwierigkeiten bringen“, so Simone Schmiedtbauer.
„Die heimische Land- und Forstwirtschaft hat das Know-how und die Ressourcen Österreich auf den Weg in eine nachhaltige, ökologische Energiewende zu führen. Wir fordern eine rasche Umsetzung der gesteckten Ziele und Rahmenbedingungen um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu minimieren“, so Bauernbund Bezirksobmann Bgm. Martin Dammayr.
„HOFfisch“ züchtet Welse
Als zweiter Betrieb wurde die Familie Kathrin und Christoph Rott besucht, die mit einer Indoor-Fischzuchtanlage unter dem Markenzeichen „HOFfisch“ ihre Fische in Pötting vermarkten. „Wo sich früher Schweine tummelten, züchten wir heute Welse, die direkt über gute Gastronomiebetriebe und auf verschiedenen Bauernmärkten angeboten und verkauft werden. Der Wels ist ein hervorragender Speisefisch und hat einen leicht süßlichen Geschmack. Er hat rotes, festes Fleisch. Das Filet eignet sich sehr gut zum Braten, Grillen oder Dünsten. Das Wels Filet ist ohne Haut und hat keine Gräten“, so Christoph Rott bei der Besichtigung.
Größten Wert legt Christoph Rott auf die Wasserqualität und seine Biofilteranlage, wo mittels spezieller Bakterien das Wasser wieder gereinigt wird. Es werden neben dem biologisch aufbereiteten Wasser täglich ca. 2.000 lt. Frischwasser zugeführt. Die Setzlinge, mit einer Länge von 5 cm, werden in ca. 6 Monaten in den eigenen Schlacht- und Zerlegungsräumlichkeiten für die Direktvermarktung zubereitet.
Simone Schmiedtbauer informierte beim abendlichen Sommergespräch des Bauernbundes Grieskirchen über ihre Tätigkeit und ihre Aufgaben als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Die Steirerin und Spitzenkandidatin des Österreichischen Bauernbundes bei der EU-Wahl, vertritt die Interessen der österreichischen Bauern im Ausschuss für Landwirtschaft, der Regionen, Fischerei und ist auch im Haushalts-Kontrollausschuss für die Kontrolle der korrekten Auszahlung von ca. 180 Mrd. mitverantwortlich.
25 Prozent Biobetriebe in Österreich
„Österreich mit einem Anteil von 25 % Biobetrieben erfüllt bereits die Vorgaben des vorliegenden EU-Bioaktionsplanes, wonach in der gesamten EU 25 % der Betriebe nach biologischen Grundsätzen bewirtschaftet werden sollen. Es wäre sinnvoll für einen Umstieg Anreize zu schaffen anstelle eine Verordnung durchzu-drücken, die der Markt und manche Staaten nicht erfüllen können. In der EU gibt es durchschnittlich 8,5 % Biobetriebe. In einigen Staaten wie zB. Malta ist der Anteil der biologisch wirtschaftenden Betriebe nur 0,5 %“, so Simone Schmiedtbauer.
„Gleiche Produktionsstandards für Importprodukte - das verlangen die heimischen Landwirte, und das haben sie verdient. Unsere strengen Vorgaben und Auflagen dürfen nicht zu einem einseitigen Belastungspaket für die EU-Landwirtschaft werden. Zu einer ehrlich gemeinten Umsetzung des EU-Green-Deals gehört es schlichtweg dazu, dass Brüssel die EU-Standards auch von Nicht-EU-Produzenten einfordert. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen und europäischen Landwirte und verhilft einem regionalen Ansatz in der Landwirtschaft zum Durchbruch“, sagt Schmiedtbauer weiter.


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