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ASCHACH. Der geplante Grundstückskauf der Rot-Grünen Ortskoalition sorgt für Diskussionen im Aschacher Gemeinderat. Neben dem Mittelschulgebäude soll ein verwaldetes Grundstück im Flächenausmaß von ca. 2.500 Quadratmetern um 280.000 Euro gekauft werden. ÖVP und FPÖ vermissen konkrete Ideen, was mit dem Grundstück passieren soll und kritisieren Bürgermeister Dietmar Groiss (SPÖ).

Der geplante Kauf dieses Grundstückes erhitzt derzeit die politischen Gemüter in Aschach. (Foto: OÖVP Aschach/D.)

Es gibt einen Grundsatzbeschluss der Gemeinde Aschach, ein Grundstück neben der Mittelschule zu kaufen. Doch die SPÖ habe bis dato noch keine konkreten Ideen für die Nutzung des Grundstückes geliefert, kritisiert VP-Fraktionsobmann Herbert Hofer. Die VP Aschach lehne deshalb den Kauf ab. „Um das Grundstück überhaupt nutzen zu können, muss zuerst der Hang abgetragen und in weiterer Folge eine Stützmauer zum benachbarten Gewerbebetrieb errichtet werden. Diese kosten sind noch gar nicht berücksichtigt“, so Herbert Hofer.

FPÖ möchte Zentrum für Kinderbetreuung

Unzufrieden mit dem Vorhaben, das Grundstück zu kaufen, ist auch die FPÖ. Fraktionsvorsitzender Thomas Radler bemängelt, dass in Zeiten, in denen die Bürger mit der Teuerung zu kämpfen haben, die Gemeinde ein Grundstück kauft, das nicht im Budget vorgesehen war. „Während auf der anderen Seite gemeindeeigene Gebäude leer stehen oder sanierungsbedürftig sind“, ergänzt Radler und plädiert dafür, bestehende Räumlichkeiten nutzbar zu machen. Es gab laut FP bereits vor einigen Jahren ein Problem, Räumlichkeiten für eine Krabbelstube zu finden, derzeit werde privater Wohnraum angemietet, so Radler.

Das Mittelschulgebäude neben dem Grundstück wird ab 2024 zur Hälfte leer stehen, weil die Hauptschule nach Hartkirchen übersiedelt. Die FPÖ würde in diesem Gebäude in Aschach gerne ein Kinderzentrum schaffen und zusätzlich zur Volksschule auch die Krabbelgruppe und Kindergarten dort installieren. „Dann wäre alles an einem Standort untergebracht“, erklärt Thomas Radler.

Die Freiheitlichen betonen wie die VP ebenfalls, dass auf dem Grundstück Baggerarbeiten notwendig seien, um es überhaupt nutzbar zu machen. „Mit 280.000 Euro kommt da gar nicht aus“, sagt Thomas Radler.

SPÖ sieht Freifläche für Kinder

Bürgermeister Dietmar Groiss (SPÖ) verteidigt die Pläne: „Das Grundstück war in den vergangenen Jahren immer wieder Thema, da es die Möglichkeiten für eine künftige Nutzung des Gebäudes erheblich erweitern würde. Konkret scheiterte etwa die Installierung einer Krabbelstube in der ehemaligen Schulwartwohnung vor wenigen Jahren daran, dass keine geeigneten Freiflächen in unmittelbarer Nähe zur Verfügung gestanden sind. Da das Grundstück nun erstmals zum Verkauf steht, haben wir in enger Abstimmung mit unserem Ortsplaner und Fachleuten den möglichen Mehrwert für die Gemeinde abschätzen lassen. Nachdem die Experten ausnahmslos den Kauf empfohlen hatten, wurden drei unterschiedliche Nutzungsvarianten ausgearbeitet und dem Gemeinderat vorgestellt. Auf dieser Basis kam der Grundsatzbeschluss zustande.“

SP-Groiss will Nutzungsideen mit Bürgern erarbeiten

Dass noch kein konkretes Projekt vor der Umsetzung stehe, hänge zum einen damit zusammen, dass die Möglichkeit des Kaufs recht unvermittelt gekommen sei und dieser noch nicht einmal abgewickelt sei. „Des Weiteren haben wir uns einem umfangreichen Bürgerbeteiligungsprozess verschrieben, in dem in den kommenden Wochen noch Nachnutzungsvarianten für das Schulgebäude erarbeitet werden“, betont der sozialdemokratische Bürgermeister.

Blau stimmte nicht mit beim Agenda-21-Prozess

Die FPÖ sieht das anders und kritisiert, dass vom Thema Kinderbetreuung beim Bürgerbeteiligungsprozess Agenda 21 keine Rede gewesen sei. Man habe sich als FP deshalb der Stimme enthalten, erklärt Thomas Radler.

„Erfreuliche Entwicklung“ ermögliche Finanzierung

Zur Finanzierung des Grundstück-Kaufs sagt Bürgermeister Groiss: „Durch eine erfreuliche Entwicklung bei den Ertragsanteilen und ein umsichtiges Wirtschaften über das ganze Jahr könnte der Kauf noch heuer abgewickelt werden, ohne auf unsere Rücklagen oder gar auf Fremdkapital zurückgreifen zu müssen.“

Grüne wollen von der Landesstraße wegkommen

Fraktionsobfrau der Grünen, Judith Wassmair, sagt zu den Plänen von Rot und Grün: „Eine Gemeinde sollte nicht nur über Geld verfügen, sondern auch über Flächen für zukünftige Projekte. Die Grünen sind für den Grundkauf, weil das Grundstück direkt ans Gelände des Schulkomplexes und des Veranstaltungszentrums grenzt. Mit diesem Grundkauf wird die Möglichkeit geschaffen, von der vielbefahrenen Landesstraße etwas abzurücken. Über diese wird unweigerlich die Umfahrung Eferding geführt werden, was die Lärm- und Feinstaubbelastung noch verschärfen wird.“


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