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ENGERWITZDORF. Das Kulturhaus ImSchöffl gehört zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen des Bezirkes Urfahr-Umgebung. Martina Österbauer, Leiterin des Kulturhauses, blickt im Interview zurück und schaut in die Zukunft. 

Martina Österbauer leitet das Kulturhaus ImSchöffl. Foto: Ulli Engleder
Martina Österbauer leitet das Kulturhaus ImSchöffl. Foto: Ulli Engleder

Tips: Das Schöffl feierte dieses Jahr seinen zehnten Geburtstag. Was hat sich in einem Jahrzehnt alles verändert?

Österbauer: (lacht) Eine ganze Menge. Das ImSchöffl ist jetzt ein funktionierender Kulturbetrieb mit allem was dazu gehört. Wir können mit unseren Mitbewerbern mithalten und bieten gute Qualität zu leistbaren Preisen. Das betrifft sowohl die Veranstaltungsstätte als Location zum Mieten als auch das Kulturprogramm, das mit großen Konzerthäusern vergleichbar ist und sich trotzdem jeder in der Gemeinde leisten kann.

Tips: Wenn man an die Anfänge zurückdenkt: Was waren die größten Herausforderungen?

Österbauer: Es war nicht immer leicht. Man musste erst einmal Grundstrukturen schaffen. Da waren die ersten Überlegungen, wie man am besten den Ticketverkauf organisiert oder Personal für Technik und Haus einstellt. Ein Marketingkonzept musste entwickelt werden, um das Kulturhaus ImSchöffl bekannt zu machen.

Tips: Welche Erwartungen haben sich für Sie erfüllt? Welche nicht? Welche wurden übertroffen?

Österbauer: Das Konzept ist aufgegangen. Wir haben uns in den zehn Jahren etabliert und die Wachstumskurve ist stetig und steil nach oben gegangen. Da spreche ich nicht nur von der Anzahl der Vermietungen, sondern auch von den Besucherzahlen der eigenen Kulturveranstaltungen. Der Ruf nach weiteren Veranstaltungen wurde immer lauter und so entwickelte sich nach und nach zu den bereits bestehenden Sparten Klassik und Unterhaltung das Sommerkino, die Kinderveranstaltungen und der Jazz. Wir konnten bereits sehr bekannte Namen ImSchöffl begrüßen, dazu gehören sicher Wolfgang Ambros, Klaus Eckel, Paul Pizzera, Cornelius Obonya und Karl Markovics… um nur einige Namen zu nennen.

Man geht seinen Weg weiter

Tips: Blicken wir in die Zukunft. Wie muss sich das Schöffl den veränderten Bedingungen anpassen. Ich denke da etwa an Publikumswünsche oder Ähnliches.

Österbauer: Das ImSchöffl wird sicher weiterhin diesen Weg gehen und auf Wünsche der Besucher eingehen. Das Publikum entscheidet maßgeblich mit. Die Ergebnisse der Bürgerbefragungen werden umgesetzt, soweit es im Rahmen der Möglichkeiten machbar ist. Leider sind nicht alle – vor allem sehr bekannte Künstler – bereit ImSchöffl aufgrund der zu geringen Kapazität mit 270 Sitzplätzen aufzutreten. Und natürlich kann man sich auch nicht jeden Künstler leisten…

Tips: Wird es das Schöffl in dieser Form in zehn Jahren noch geben? Finanziell wird es ja nicht leichter, oder?

Österbauer: Vielleicht wird es das ImSchöffl in zehn Jahren nicht mehr in dieser Form geben, in jedem Fall aber wird es das Kulturhaus noch geben. Sollten sich Änderungen ergeben, muss man das Beste daraus machen und sich unbeirrt für die Überzeugung Kultur der Bevölkerung nahe zu bringen einsetzen. Ich bin mir sicher, dass es immer einen Weg geben wird.

Tips: Welche Rolle spielen Förderungen? Wird es ohne diese nicht immer schwieriger?Österbauer: Es wird leider immer schwieriger, die Unternehmen aus der Region zum Sponsoring zu gewinnen. Die Gemeinde Engerwitzdorf sieht es als ihre Aufgabe, die Kultur der Bevölkerung zugänglich zu machen und übernimmt daher den Abgang.

Tips: Was erwartet die Besucher 2020? Österbauer: Wir haben wieder ein bunt gemischtes Programm vorbereitet, das mit dem Neujahrskonzert beginnt. Die Kinder können sich auf das Familienmusical „Die Legende von Mulan“ freuen. Für Klassikfreunde kann ich das Konzert der Austrian Baroque Company und der Festival Sinfonietta Linz empfehlen. Natürlich gibt es auch wieder ein Highlight für alle Jazzliebhaber und wer es etwas Unterhaltender möchte, liegt mit dem Duo BlöZinger oder der Peter Mayer Hofkapelle genau richtig.


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