Internetbetrüger mit Hauptwohnsitz in Bezirk Amstetten verursachten Schaden von 500.000 Euro

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Thomas Lettner Thomas Lettner, Tips Redaktion, 16.10.2020 08:06 Uhr

ST. VALENTIN. Im Mai 2019 erhielten Bedienstete der Kriminaldienstgruppe der Polizeiinspektion St. Valentin von Seiten des Bundeskriminalamtes einen Hinweis auf eine zur Fahndung ausgeschriebene rumänische Identitätskarte. Eine zunächst unbekannte Person hatte diese zur Meldung des Hauptwohnsitzes im Bezirk Amstetten verwendet.

Während der Erhebungen konnte festgestellt werden, dass der vorläufig unbekannte Täter auch im Zusammenhang mit einer Geldwäscheverdachtsmeldung von Bank-Instituten stand, sodass umfangreiche Ermittlungen unter Beiziehung von Spezialisten des Landeskriminalamtes Niederösterreich durchgeführt wurden. Dabei konnte auch ein zweiter, vorerst unbekannter Täter ausgeforscht werden.

Betrug im Internet

Ende Juli 2019 waren die Bediensteten der Kriminaldienstgruppe zu folgendem Ermittlungsstand gelangt: Zwei unbekannte Täter hatten ihre Hauptwohnsitze mittels gefälschter Ausweise in unterschiedlichsten Unterkünften im Westen Niederösterreichs gemeldet, ohne dort jemals tatsächlich Unterkunft zu beziehen, und unter falschem Namen zahlreiche Konten eröffnet. Sie hatten außerdem über mehrere Verkaufsplattformen im Internet Fahrzeuge und andere Gegenstände zum Verkauf angeboten. Bei Zahlungseingang hatten sie das Geld stets sofort behoben, die Käufer im Ausland waren jedoch nicht beliefert worden.

Täter eröffneten 38 Konten

Intensive Ermittlungstätigkeiten führten schließlich zur Ausforschung des Aufenthaltsortes der beiden Täter im Stadtgebiet von Linz sowie der tatsächlichen Identitäten der beiden rumänischen Staatsbürger im Alter von 31 und 38 Jahren. Über Auftrag der Staatsanwaltschaft St. Pölten wurde von den Beamten im November 2019 eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Dabei konnten insgesamt 14 gefälschte Ausweise mit verschiedenen Identitäten sowie Bankunterlagen aufgefunden und sichergestellt werden. Mit den gefälschten Ausweisen dürften die Täter 38 Konten bei verschiedensten Bank-Instituten eröffnet haben.

Zu Haftstrafen verurteilt

Die beiden rumänischen Staatsbürger wurden festgenommen und in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert. Sie verursachten durch die Internet-Betrugshandlungen innerhalb von zehn Monaten in insgesamt 128 Fällen einen Gesamtschaden von über 500.000 Euro. Die eingehenden Zahlungen waren stets umgehend von den Bankkonten behoben und vermutlich direkt im Anschluss ins Ausland gebracht worden. Die etwa 100 bekannten Opfer stammen aus 17 Staaten, lediglich ein Opfer ist in Österreich wohnhaft. Die Ermittler konnten Geldmittel in der Höhe von etwa 30.000 Euro und Wertsachen sicherstellen. Einer der beiden Täter ist bereits einschlägig vorbestraft. Beide Rumänen wurden mittlerweile vom Landesgericht St. Pölten zu Haftstrafen wegen schweren Betrugs, Geldwäscherei, krimineller Vereinigung und Urkundenfälschung verurteilt. Die Ermittlungen hinsichtlich weiterer zuordenbarer Tathandlungen im Ausland werden fortgesetzt.

Tipps der Polizei:

  • Kaufen Sie online bei Anbietern ein, die Ihnen bekannt sind bzw. deren Service Sie bereits genutzt haben. 
  • Führen Sie vor dem Kauf eine Internetrecherche über die Verkäuferin oder den Verkäufer durch oder prüfen Sie die Bewertungen anderer Käuferinnen und Käufer.
  • Seien Sie generell vorsichtig bei Vorauszahlungen und wägen Sie die Möglichkeit eines Totalverlustes ab. 
  • Speichern Sie alle Unterlagen bei Online-Käufen ab, um diese Belege bei einer späteren Reklamation oder Anzeige vorlegen zu können.
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