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Leserartikel Julia Karner, 17.09.2018 08:32

ENNS. Das Junge Theater Enns feiert am Samstag, 22. September, die Premiere ihrer Produktion „Grenzwall“. Verschiedene Theaterformen sorgen beim Stationentheater für Unterhaltung. Regisseurin Iris Hanousek-Mader erzählt, warum man sich dem Thema Grenzen angenommen hat.

Foto: Junges Theater Enns/Magdalena Chan/Sabine Wimmer
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Wie entstand die Idee?

Regisseurin: Bisher haben wir immer nur Produktionen mit Guckkastenbühnen, also herkömmliches Theater, gemacht. Bei der Landesausstellung war für mich interessant, dass wir uns mit der Stadt Enns und ihrer Geschichte auseinandersetzen. Es hat ja nicht nur die Legion hier gegeben – der Ort ist voller Geschichte. Wir haben uns Enns als Grenzstadt angesehen. Wir haben das Ganze verdichtet, wodurch vier Zeiten überblieben: die Römerzeit, das Mittelalter, die Besatzungs- und Nachkriegszeit sowie die Gegenwart.

Was passierte im nächsten Schritt?

Regisseurin: Stücke anzukaufen kam für uns finanziell nicht infrage. Wir haben uns deshalb entschieden, drei Stücke selbst zu schreiben. Miriam Rittberger beschäftigt sich in ihrem Stück mit der Reformation und welche Grenzen Religion schaffen kann. Carina Reikerstorfer nahm sich dem Generationenkonflikt auf komödiantische Weise an. Bernhard Paumann verkürzte auf geniale Weise die antike, römische Komödie „Der prahlerische Soldat“. Dabei wird aufgezeigt, was passiert wenn man die Grenzen anderer verletzt. Ich habe mir die Besatzungs- und Nachkriegszeit vorgenommen, um zu zeigen, dass Liebe und Hoffnung Grenzen überwinden. Die Stücke werden chronologisch gezeigt, um den Besuchern ein Gefühl einer Reise durch die Zeit zu vermitteln. Die Besucher werden auch zwischenzeitlich nicht alleine gelassen. Musiker begleiten die Zeitreisenden während der Fahrt zu den Spielstätten.

Warum haben Sie sich für ein Stationentheater entschieden?

Regisseurin: Das Theater hat seine Wurzeln in der Antike. Die Bürger zogen zu geweihtenSpielorten außerhalb ihrer Städte. Heute wollen wir hier so Begegnungen undGespräche inszenieren. Das Publikum wechselt dabei die Spielstätten, reistmit dem Bus von Ort zu Ort und lässt gemeinsam das Erlebte Revue passieren.

Was sind für Sie Grenzen?

Regisseurin: Während der Vorbereitung beschäftigte sich die ganze Truppe mit dem Thema Grenzen. Gerade bei Jugendlichen steht das Austesten von Grenzen im Vordergrund. Das war spannend mitanzusehen. Grenzen müssen hinterfragt und erforscht werden, waren sich die Jugendlichen einig.

Ticktes

Karten sind im Vorverkauf um 18 Euro unter 0680/10 88 200 oder unter junges-theater-enns.at erhältlich. Jugendliche bis 18 Jahre zahlen zwölf Euro pro Ticket.

Aufführung in der Basilika Lorch

Termine:

Samstag, 22. September, 13.30 Uhr

Sonntag, 30. September, 17.30 Uhr

Sonntag, 30. September, 19.15 Uhr

Samstag, 6. Oktober, 13.30 Uhr

Sonntag, 7. Oktober, 17.30 Uhr

Sonntag, 7. Oktober, 19.15 Uhr


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