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ENNS/WOLFSBACH. Beim Tag des Denkmals am 26. September wurden im Museum Lauriacum restaurierte Zunftfahnen aus Enns präsentiert. Regina Höllinger aus Wolfsbach (Bezirk Amstetten) restaurierte die Fahne der Zimmerleute.

Nach getaner Arbeit sehen das Gewebe und das Fahnenbild aus wie neu. (Foto: Höllinger)
  1 / 3   Nach getaner Arbeit sehen das Gewebe und das Fahnenbild aus wie neu. (Foto: Höllinger)

Regina Höllinger ist gelernte Schneiderin. Nach der Berufsreifeprüfung studierte sie Konservierung und Restaurierung an der Universität für angewandte Kunst in Wien. 2014 machte sie sich als Restauratorin selbstständig. Ihr Spezialgebiet sind Textilien. Höllingers Hauptauftraggeber ist das Stift Admont, für das sie Paramente (liturgische Kleidung) restauriert. Vereinzelt übernimmt sie auch andere Aufträge wie für die OÖ Landesausstellung, das Weltmuseum Wien oder eben das Museum Lauriacum.

Originalgewebe möglichst nicht verändern

Von Mai bis November 2020 arbeitete Höllinger in ihrem Arbeitsraum in Wolfsbach an der Zunftfahne der Zimmerleute aus dem Museum Lauriacum. Die Vorderseite des Fahnenbilds zeigt den Heiligen Josef und den jungen Jesus beim Zimmern eines Dachstuhls für ein Haus. Im Hintergrund ist die Stadt Enns zu erkennen. Auf der Rückseite ist der Heilige Josef mit einem Maßstab vor einem Seeufer und einem Holzschiff abgebildet. „Meine Hauptaufgabe war das Restaurieren der Quasten und Borten der Fahne. Das Originalgewebe hat Risse und Brüche, über die ein dünner, transparenter Seidenstoff genäht wird. Die Kunst am Restaurieren ist, möglichst wenig zum Originalgewebe hinzuzufügen oder davon zu entfernen“, erklärt Höllinger.

Licht macht Stoff brüchig

Dass die Fahne brüchig wird, liegt in erster Linie an der Lichteinwirkung. Der transparente Seidenstoff sowie die Nähfäden mussten zuvor im Farbton des Originals eingefärbt werden. Die stark verwirrten und ineinander verwickelten Fransen bei den Borten und Quasten an den Kanten der Fahne wurden mit einem Spatel bzw. einer Stricknadel geordnet und durch leichtes Befeuchten mit einem Pinsel geglättet. Die Textilien wurden abgesaugt, um Staub und Schmutz zu entfernen. Hierfür wurden ein Staubsauger mit reduzierter Saugstärke und ein dünner Schlauch mit einer kleinen Düse verwendet. Außerdem wurden einzelne Flecken entfernt oder reduziert. Das Fahnenbild – ein Ölgemälde auf Leinwand – wurde herausgenommen und von der Gemälderestauratorin Gerda Kawka restauriert. Gemeinsam mit Kawka festigte Höllinger die gebrochene und teilweise lose Goldfassung der Holzelemente der Fahnenstange und Quasten.

Sehr zeitaufwändiger Job

Restaurieren ist ein sehr zeitaufwändiges Geschäft. Allein für ihren Teil benötigte Höllinger über 200 Stunden. Obwohl es auf dem Land nicht so viel Konkurrenz gibt wie in der Stadt, kann sie von den Restaurationen alleine nur schwer leben. „Die Arbeitszeit darf man nicht nach Stunden verrechnen. Für mich ist das eher wie ein Teilzeitjob“, sagt die Restauratorin.


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