Konzerterlebnisse sind einzigartig
ENNS. Seit einigen Tagen sind Karten für das Neujahrskonzert, das am 8. Jänner stattfindet, erhältlich. Ob der Ennser Publikumsmagnet auch heuer wieder ausverkauft sein wird, ist für den künstlerischen Leiter Christoph Bitzinger nicht sicher.

Das Collegium Ennsegg wurde 2007 auf Initiative des Geigers Christoph Bitzinger gegründet. Das 30-köpfige Ensemble hat sich auf die Interpretation klassischer Orchesterliteratur von Barock bis zur Moderne spezialisiert. War das letzte Neujahrskonzert im Jänner 2020 noch ausverkauft, so begann für die Musiker eine lange Durststrecke. Während der Lockdowns war es für die Musiker praktisch unmöglich, zu proben oder gar vor Publikum aufzutreten. Auch der Musikunterricht litt unter den Einschränkungen, die die Pandemie mit sich brachte. Vollblutmusiker wie Bitzinger gaben trotzdem nicht auf. Noch im Sommer 2020 trat das Collegium Ennsegg im Freien auf, bei den Freiluftkonzerten meinte es aber der Wettergott nicht immer gut mit den Musikern. Bei einem Beethoven-Konzert spielte das 30-köpfige Orchester in der Ennser Stadthalle vor 60 zahlenden Zuschauern.
Knappe Kalkulation
„Wir haben das Glück, dass alle unserer Musiker einen Brotberuf ausüben. Geld verdienen wir bei solchen Konzerten nicht, wir sind froh, wenn wir die Fixkosten decken können“, erklärt Bitzinger. Die Fixkosten sind nun einmal vorhanden: Saalmiete, Ton- und Lichttechnik, Transport und Wartung der Instrumente – alle diese Ausgaben sind zu bezahlen, egal, ob der Saal voll ist oder vor 20 Besuchern gespielt wird. Viele Konzerte und Kabarettvorstellungen wurden daher bereits im Vorfeld abgesagt, da nicht genug Karten im Vorverkauf abgesetzt wurden. Die getrübte Stimmung ist in der ganzen Veranstaltungsbranche zu spüren, lediglich bei Top-Acts ist der Besucheransturm ähnlich wie vor der Pandemie. Aus einer Notsituation heraus präsentierten viele Musiker während der Pandemie ihre Kunst im Internet. Musikfreunde konnten Musik bequem von der Couch aus genießen und brauchten dazu nicht einmal vor die Haustüre zu gehen. Vielen Musikgenießern hat sich durch das Streaming ein bequemer Zugang zur Kunst ergeben. Für Musiker wie Bitzinger ist Streaming kein Ersatz für eine Live-Darbietung. „Akteure und Publikum befinden sich beim Live-Konzert im Jetzt. Im Konzertsaal finden sich beide Akteure zusammen, es entsteht eine Beziehung zwischen Musikern und Publikum, die digital nicht ersetzt werden kann“, davon ist Christoph Bitzinger überzeugt.
Konzerte sind einzigartig
Konzerte sind immer besondere Ereignisse, das Erlebnis geht über das Musikhören hinaus. Live-Darbietungen sind spannend, denn man weiß nie, was als Nächstes kommt. Und sie sind gesellschaftliche Ereignisse. Man trifft dort alte Bekannte, geht in der Pause auf einen Drink und verarbeitet das Erlebnis nachher noch an der Bar. Auch das kommende Neujahrskonzert am Sonntag, 8. Jänner verspricht, ein besonderes Ereignis zu werden. Das Orchester wird vom Dirigenten Peter Aigner geleitet, der auch bereits im Jahr 2018 das Neujahrskonzert dirigierte. Gesangssolist wird Bernhard Ehrenfellner sein. Auch eine Tanzaufführung der Tanzklasse von Martina Holzweber steht auf dem Programm.


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