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Sensationell für internationale Forschung: "Iwein"-Fragment in St. Florian entdeckt

Maya Lauren Matschek, 26.09.2024 14:30

ST. FLORIAN. In der Stiftsbibliothek St. Florian wurden alte Handschriften gefunden: Der Textstreifen, der 1987 aus einem Bucheinband herausgelöst worden war, schlummerte seither unerkannt in der Fragmente-Sammlung. Bei der Neukatalogisierung gelang Stiftsbibliothekar Friedrich Buchmayr jetzt der Nachweis, dass die sechs Zeilen aus aus dem berühmten Versroman „Iwein“ von Hartmann von Aue stammen.

Friedrich Buchmayr mit dem neu entdeckten "Iwein"-Fragment. (Foto: Franz Georg Reischl)
  1 / 4   Friedrich Buchmayr mit dem neu entdeckten "Iwein"-Fragment. (Foto: Franz Georg Reischl)

Der schwäbische Autor Hartmann von Aue war ein Zeitgenosse Walthers von der Vogelweide und des Nibelungenlied-Dichters. Mit seinen Versromanen „Erec“ und „Iwein“ führte Hartmann Ende des zwölften Jahrhunderts den legendären keltischen Ritterkönig Artus und seine Tafelrunde in die deutschsprachige Literatur ein. Schon zu Lebzeiten wurde er als Klassiker verehrt.

 Ritter mit Löwe an der Seite

Im „Iwein“ schilderte Hartmann die Abenteuer des gleichnamigen Ritters, dessen Markenzeichen der zahme Löwe an seiner Seite war. Der Roman wurde zu einem der populärsten Werke des gesamten Mittelalters. Das St. Florianer Fragment gehört zu einer Schlüsselszene, in der sich Iwein in seine spätere Frau Laudine verliebt.

Handschrift noch unbekannt

„Vergleichsstudien mit den 33 erhaltenen Quellen ergaben, dass unser Fragment aus einer noch unbekannten Handschrift stammt“, berichtet Friedrich Buchmayr. Dieses Ergebnis gilt in der internationalen „Iwein“-Forschung als Sensation. Nach Buchmayr weist die feine frühgotische Minuskelschrift in die Zeit um 1230. „Damit besitzt St. Florian ab sofort einen der ältesten Textzeugen des 'Iwein' überhaupt“, freut sich der Stiftsbibliothekar. Seine wissenschaftliche Edition wird demnächst in der renommierten „Zeitschrift für deutsches Altertum“ erscheinen.


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