Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ENNS. Gemeinsam mit Vizebürgermeister und Fischerei-Kontrollorgan Manfred Voglsam machte ich mich vergangene Woche auf ins Grüne, um der Natur beim Erwachen zuzusehen. Hauptaugenmerk wurde auf die Fischerei gelegt.

Als unerfahrener Angel-Neuling (ich bin erst seit einem Jahr im Besitz einer Fischerkarte) machte ich mich auf den Weg zum Hamberger Altarm an der Donau. Schon die Autofahrt entlang der Au führte mir die Schönheit der heimischen Natur, die gerade dabei ist aus ihrem Winterschlaf zu erwachen, vor Augen. Es duftet nach Frühling. Am vereinbarten Treffpunkt angekommen, wartete Manfred bereits mit seinem Kumpel Kurt (ebenfalls Kontrollorgan), die Angelruten waren ausgeworfen, noch kein Biss zu verzeichnen.

Der Hamberger Altarm

Der Fischereiverein Enns sei seit vielen Jahren bestrebt, das im Bereich der Ennsmündung in Enns noch bestehende Augebiet zu erhalten und habe in den letzten Jahren umfangreiche und kostenintensive Arbeiten am Altarm durchgeführt, erzählt Voglsam, während das Wasser ruhig und gemächlich vor uns liegt. Er bezeichnet es als das gelungenste Projekt des Vereins. Ab und an durchdringt ein leises Plätschern die Stille: „Die haben eine Gaudi“, sagt Kurt, als ein Karpfen mit seiner Flosse auf die Wasseroberfläche peitscht. „Das hohe Schilf an den Rändern bietet optimale Ablaichplätze für die Hechte“, erklärt Voglsam, ehe wir Zeuge eines unglaublichen Naturschauspiels werden. Es geht schon gut los. Ein etwa 110 Zentimeter langes Hecht-Weibchen gleitet langsam unter dem Schilf hervor, über ihr ein deutlich kleineres Männchen. Niemand wagt zu atmen. „Das sind zwei Hechte beim Laichakt“, flüstert Voglsam, „in 40 Jahren hab ich so etwas noch nicht gesehen.“ Bei den Fischen legt das Weibchen den Laich an Wasserpflanzen oder am Gewässergrund ab. Unmittelbar nach dem Absetzen werden die Eier vom Männchen besamt. Bei den Hechten handelt es sich um Krautlaicher. Es ist magisch.

Gewässer in der Region

Als jahrelanges Mitglied des Fischereivereins Enns, weiß Voglsam um die beliebtesten Gewässer bestens Bescheid. „Der Altarm ist den Mitgliedern des Vereins vorbehalten, wobei in der Region noch viele weitere traumhafte Plätze zu finden sind. Plötzlich zappelt die Angelrute. Obwohl Voglsam gerade nicht zur Rute sieht, scheint er die Vibration in seinem ganzen Körper zu spüren. Mitten im Gespräch schnellt er zur Seite, greift nach seiner Angel und schlägt an. Wenige Augenblicke später baumelt ein prächtiger Karpfen vor meinem Gesicht, ich löse den Haken. Dann erzählt er weiter, als wäre nichts geschehen: „Wunderschöne Plätze bietet die Donau mit ihren 52 Fischarten, aber auch das Hörwertner-Wasser, der Thalinger Staubereich oder das Schwandlwasser sowohl auf der ober- als auch auf der niederösterreichischen Seite bieten dem Angler traumhafte Kulissen.“

Fischaufstiegshilfen

Ich habe es mir zwischenzeitlich auf Kurts Campingsessel gemütlich gemacht. Daran könnte ich mich gewöhnen. Einst war der Stör der größte Fisch der Donau, lese ich in meinen Notizen. Mit dem Aufkommen der Kraftwerke, verschwand das bis zu sechs Meter lange und bis zu einer Tonne schwere Tier aus der Donau. „Die von der EU verordneten Fischaufstiegshilfen sollen dieser Entwicklung entgegenwirken. Bei der Hilfswehr in Enns sowie in Thaling funktionieren sie bereits“, erklärt Voglsam, ich schreibe, Kurt beobachtet noch einen kapitalen Hecht auf der Suche nach Partnern direkt vor seinen Füßen im Wasser. Noch lange lasse ich die beruhigende Naturkulisse auf mich einwirken und nehme mir vor, in Zukunft wieder mehr Zeit am Wasser zu verbringen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden