Ennser Wirte profitieren von der Landesausstellung
ENNS. Die Verunsicherung mancher Ennser im Vorfeld der OÖ. Landesausstellung bezüglich der Nächtigungskapazitäten war groß – kann die älteste Stadt Österreichs tatsächlich die erwarteten Touristenmassen beherbergen? Nach dem ersten großen Ansturm und über 50.000 Besuchern im Museum Lauriacum steht fest: Enns kann.

Die manchmal mehr, manchmal weniger gesunde „Ennser Skepsis“, die sich beizeiten breit macht, sobald neue Unternehmungen umgesetzt werden, verpuffte in den letzten Wochen mit den ersten 50.000 Besuchern und der Tatsache, „dass noch kein Gast weggeschickt werden musste“, wie Tourismusobmann und Wirtesprecher des Bezirkes Linz-Land, Wolfgang Brunner, informiert. „Es ist ja nicht so, dass die Touristen tagelang in Enns verweilen. Die meisten haben einen ziemlich eng geflochtenen Zeitplan: sie reisen an, genießen die Landesausstellung, essen dann vielleicht noch etwas und reisen dann wieder ab“, merkt Brunner an. Und auch die anderen Ennser Wirte sprechen mit einer Sprache.
Plus an Touristen
„Man merkt die Landesausstellung definitiv“, sagt etwa Adnan Jahja vom Gasthaus Stadt Linz am Ennser Hauptplatz und führt weiter aus: „Vor allem jetzt in den Ferien ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr bemerkbar.“ Gemeint ist allerdings in erster Linie der Tagestourismus, der die Hotels der Stadt eher weniger trifft und somit keine Engpässe bei den Nächtigungen entstehen lässt. Profitieren würden also allen voran die Lokalitäten in der Ennser Innenstadt, wie das Hotel Brunner, das Gasthaus Stadt Linz, der Häferlgucker und das Cafe am Platz. „Manchmal strömen 30 Touristen in das Cafe, trinken schnell was und sind dann wieder dahin“, sagt etwa Sandra Stangl.
Belebtes Zentrum
Der vor wenigen Wochen neueröffnete Stadtheurige „Platzhirsch“ hingegen – zwar auch am Hauptplatz, allerdings etwas abgelegen – bekommt von den Touristen der Landesausstellung eher weniger mit. „Das Stadtzentrum ist auf jeden Fall belebter, da gibt es gar keinen Zweifel. Da wir allerdings erst um 17 Uhr unsere Pforten öffnen, hält sich der Touristenansturm bei uns in Grenzen“, erzählt Harald Ullmann. Und auch beim Schäferhof bleiben, aufgrund der Lage, die Landesausstellungstouristen aus. „Da wir doch etwas außerhalb angesiedelt sind, merken wir im Schäferhof von den Touristen nicht sehr viel. Anders sieht das bei unseren Veranstaltungen in der Stadthalle aus“, so Harald Limberger.
Eigene Produkte
Dass der Einsatz der Wirte stimmt, zeigt sich etwa in den Aktivitäten von Franz Pointner, dessen Weinlokal „Point of Wine“ in der Wienerstraße, also eigentlich ziemlich weit weg von der Innenstadt, angesiedelt ist. „In zwei bis drei Wochen gibt es bei mir den „Kalkofenwein“ – in Anlehnung an die Ausgrabungen der Kalkbrennöfen – zu kaufen.“ Präsentieren wird sich der Wein in einer Doppelmagnumflasche und dem eingravierten Ennser Stadtturm. Und auch das Cafe am Platz bietet einen eigenen Römerkuchen an, in der Bäckerei Aichberger hingegen rollt das „Römerrad“ über den Tresen.
Fazit
Die OÖ. Landesausstellung kommt nicht nur gut an, auch die Touristen werden bestens versorgt und fühlen sich, wie es aussieht, pudelwohl in Enns.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden