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ENNS. Das Mauthausen Komitee Enns lud zu einer bewegenden Lesung mit dem New Yorker Jack Hersch in den Auerspergsaal des Schlosses Ennsegg. Er las aus seinem Buch „Death March Escape“.

Fritz Käferböck-Stelzer, Jack Hersch und Franz Stefan Karlinger (v.l.) Foto: Karl Riedl
Fritz Käferböck-Stelzer, Jack Hersch und Franz Stefan Karlinger (v.l.) Foto: Karl Riedl

Rund 200 Schüler des BRG Enns konnten in einem sehr bewegenden Vortrag der Lebensgeschichte von David Hersch lauschen. Sein Sohn, der New Yorker Geschäftsmann Jack Hersch, stieß im Jahre 2007 durch Zufall auf ein Jugendfoto seines Vaters, das auf der Homepage der Gedenkstätte Mauthausen veröffentlicht war. Er machte sich auf Spurensuche, um mehr über die Vergangenheit seines 2001 verstorbenen Vaters herauszufinden.

Flucht recherchiert

Obwohl Jack schon als Kind Geschichten über die Gefangenschaft und das Überleben seines Vaters erzählt bekommen hatte, waren ihm die Details zu dessen Errettung nicht bekannt. Durch tatkräftige Mithilfe des Mauthausenkomitees Enns konnte er die genauen Umstände der zweimaligen Flucht seines Vaters vom Todesmarsch auch vor Ort recherchieren.

Von Ehepaar Friedmann gerettet

Jack Hersch erzählte im bis auf den letzten Platz gefüllten Auerspergsaal die wunderbare doppelte Rettungsgeschichte seines Vaters. Über 180 Zentimeter groß wog der 19-jährige Dave Hersch bei der Rettung vom Todesmarsch von Mauthausen nach Gunskirchen im April 1945 in Kristein gerade einmal 36 Kilogramm. „Vater hat sehr viel Glück gehabt“, erzählt Jack Hersch. Am 16. April 1945 sprang er vom Marsch bei der Brücke über den Kristeinerbach in die Büsche und versteckte sich. Von dort wurde er vom Ehepaar Friedmann gerettet und in deren Haus versteckt.

Menschlich gehandelt

Unglaubliches Glück und die Zivilcourage des Ennser Ehepaares Barbara und Ignaz Friedmann ermöglichten es David Hersch, dem Todesmarsch zu entkommen und in einem Versteck bis Kriegsende zu überleben. „Die Friedmanns sahen jemanden in furchtbarer und lebensbedrohlicher Not und sie taten das Richtige. Sie retteten meinen Vater“, so Jack Hersch. „Never give up“ - mit diesem Satz bringt Hersch im Buch „Death March Escape“ die Geschichte seines Vaters auf den Punkt. Das Mauthausenkomitee Enns zeigt mit der Geschichte von den Friemanns und David Hersch auf, dass auch in unmenschlichen Zeiten menschlich zu handeln möglich war.


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