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Ennser Schüler fordert bewussten Umgang mit Umwelt

Rafael Haslauer, 25.03.2019 09:55

ENNS. Die Schüler-Demos „fridaysforfuture“ haben in ganz Österreich für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt. Auch Schüler des Bundes(real)gymnasium Enns waren mit dabei und setzten sich somit für einen bewussten Umgang mit der Umwelt ein. Ein besonders engagierter Schüler ist der 16-jährige Andreas Bernhard.

Foto: Weihbold
Foto: Weihbold

„Ein Bewusstsein für den Lebensraum, in dem wir leben, habe ich allen voran von meinen Eltern mit auf den Weg bekommen“, erzählt Bernhard, dem Aufklärung und Präsenz bezüglich des Themas in den Köpfen der Menschen ein großes Anliegen ist. Dementsprechend hat er bereits viel unternommen, um das Thema auch in der Region voranzutreiben.

Offener Brief

Gemeinsam mit einer Unterschriftenliste an der Schule, in die sich 507 Personen eingetragen haben – unter anderem Kabarettist Josef Hader –, verfasste Bernhard einen offenen Brief an die Österreichische Bundesregierung sowie an die Europäische Kommission. Forderungen in dem Schreiben sind die drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen, die Verschärfung der Auflagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine Beendigung des Baubooms und die Förderung der Energieeffizienz bestehender Gebäude. Weiters fordert Bernhard eine Verdoppelung der Ausgaben für den Ausbau der Bundesbahnen, die Einführung einer CO2-Steuer sowie Bemühungen um eine ernstgemeinte internationale Lösung und das Erzeugen von Bewusstsein zum Thema Umwelt.

Öffentliche Wahrnehmung

Obwohl eine solche Aktion natürlich zu begrüßen ist, machten sich nach der Schüler-Demo bereits erste Stimmen breit, dass der freie Schultag die Hauptmotivation vieler Schüler gewesen wäre, um sich der Demo anzuschließen. „Ich will gar nicht abstreiten, dass es solche Schüler auch gibt, allerdings sollte vor allem die ältere Generation Verständnis für solche Bewegungen zeigen. Jahrzehntelang gab es keine einzige Jugendbewegung; jetzt gibt es eine und auch das ist den Menschen nicht recht“, so Bernhard und führt weiter aus, „tun wir so weiter wie bisher, dann werden das in Zukunft alle Menschen zu spüren bekommen“.

Folgen des Klimawandels

Die UNO zeichne diesbezüglich ein erschreckendes Zukunftsbild, wie Bernhard berichtet. „Innerhalb von 20 Jahren könnte beispielsweise der Meeresspiegel um 17 Zentimeter ansteigen, wodurch Städte wie Amsterdam eine Schützmauer erbauen müssten“, erläutert der Schüler. Darüber hinaus könnte in 50 Jahren Grönland abschmelzen, was eine Verlangsamung des Golfstroms und somit extreme Temperaturunterschiede in weiten teilen der Erde zur Folge haben würde.

Umgang im Alltag

„Die Menschen müssen erkennen, dass ein bewusster Umgang mit den täglich benötigten Ressourcen nicht mit einem völligen Verzicht gleichzusetzen ist. Wenn jeder im täglichen Leben ein bisschen mehr darauf achten würde, was man isst, wie oft man mit dem Auto fährt oder wie viel Müll man produziert, würde das auch der Bewusstseinsbildung zu diesem Thema gut tun“, meint Bernhard. In erster Linie sieht er aber die Politik gefordert, da es sehr unwahrscheinlich sei, dass alle Menschen ihr Konsumverhalten so stark ändern. Lösungen gäbe es bereits, laut Bernhard liegt es nun an der Politik, diese auch sinnvoll umzusetzen.


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