Mauthausenkomitee lud zum Erzählkaffee
ENNS. Die Uniform der Hitlerjugend trug er unter dem Ministrantengewand, um sowohl ministrieren als auch eine Stunde später beim Appell der Hitlerjugend dabei sein zu können. Das erzählte Fritz Mayr beim Erzählkaffee des Mauthausenkomitees Enns im bis zum letzten Platz gefüllten Pfarrsaal in Enns St. Laurenz.

Hermine Huemer, Jahrgang 1928, schloss nahtlos an und erzählte, dass es nicht leicht war, nicht bei der HJ oder beim Bund deutscher Mädchen dabei zu sein. Da wäre man ganz schön in Bedrängnis gekommen. Sie gab einen Überblick über ihr Leben und ihre Ausbildung in der Lehrerbildungsanstalt in Budweis.
Erinnerungen...
Nach ihrer schwierigen Rückkehr aus Budweis erzählte sie vom alltäglichen Leben zu Kriegsende, als die Amerikaner in Enns waren. Zur Sprache kam auch ein Putschversuch vom April 1945 in der Kaserne von Nicht-Nazis gegen die Nazis-Offiziere, der, als Verstärkung aus Mauthausen von einer Sekretärin in der Kaserne angefordert wurde, tragisch mit der Erschießung der Widerständigen endete. Nur einer konnte mit einem Fahrrad entkommen.
...und Erzählungen
Zu Kriegsende kam es zu Erschießungen am Eichberg, von denen Fritz Mayr zu berichten wusste. Die Ennser Steinmayrstraße ist benannt nach dem jungen Soldaten Franz Steinmayr aus Wolfern, der sich vom Mühlviertel nach Hause durchschlagen wollte und in Enns im letzten Moment noch aufgegriffen und ebenso am Eichberg erschossen wurde. Ergänzungen von Zeitzeugen und Fragen aus dem Publikum rundeten das gelungen Erzählkaffee ab. Im Herbst geht es in die nächste Runde, wenn wieder Ennser eingeladen werden, von ihren Erlebnissen in der Zeit von 1938 bis 1945 zu erzählen.


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