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Fotograf Wolfgang Simlinger aus Enns im Portrait

Rafael Haslauer, 16.08.2019 09:48

ENNS. Fotograf, Naturmensch oder Fahrradliebhaber – Wolfgang Simlimger weiß sich für viele Dinge zu begeistern, was vor allem in der Vielfältigkeit seiner Arbeit erkennbar ist. Wir baten ihn zum Gespräch.

Fotos. Simlinger
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Der ausgebildete Forstwirt hat sie alle im Kasten: Falco, Wolfgang Ambros, Hansi Lang und wie sie alle heißen. Dabei beschränkt sich Simlingers Schaffen bei weitem nicht nur auf die Konzertfotografie, im Gegenteil – sein Repertoire ist groß, sein Interessenfeld ist es ebenfalls. Doch hat auch ein Wolfgang Simlinger, der bereits für so ziemlich alle bekannten Medienhäuser den einen, ganz besonderen Moment eingefangen hat, einmal ganz klein angefangen. Und klein war er tatsächlich; als Zehnjähriger mit einer „Rollei A26“, einer sogenannten „Ritsch-Ratsch-Kamera“.

Simlingers Anfänge

„Ich war fasziniert von Lokomotiven und konnte oft Stunden damit verbringen, die verschiedenen Modelle auf den Bahnhöfen zu fotografieren. Zugegebenermaßen wurde mir das dann ziemlich schnell langweilig, als ich bemerkte, dass es aufregendere Motive gibt, als eine solche Lok, die einfach nur dasteht und sich fotografieren lässt“, so Simlinger zu seinen Anfängen. Das Interesse aber war geweckt und der Weg seines beruflichen Schaffens geebnet. In der Schule fotografierte er für die Schülerzeitung, später für ein österreichisches Jugendmagazin, für diverse Medien und Zeitungen.

Erfassen der Situation

Ab der Jahrtausendwende widmete sich der selbständige Fotograf vermehrt der PR-Fotografie. „Von da an war ich auf vielen Events unterwegs, wodurch sich vor fünf, sechs Jahren das Arrangement mit Cityfoto ergeben hat. Zentrales Element ist aber immer die Reportage geblieben; das Einfangen des einen Moments, unverfälscht und echt anstelle gestellter Inszenierungen“, so Simlinger. Nebenbei war aber immer auch die Land- und Forstwirtschaft und die Natur im Allgemeinen ein Thema. „Schon in meiner Jugend war ich fasziniert von den Amazonas-Landschaften, von den Wildwüchsen und dem Geheimnisvollen. Bald entdeckte ich auch direkt in meinem Heimatort solche Gebiete, wobei es mir ganz besonders die Auen an der Donau angetan haben.“

Inflationäre Fotografie

Allerdings, so Simlinger, habe sich die Fotografie über die Jahre verändert, vor allem mit dem Auftreten leistungsstarker Mobiltelefone. „Egal wo man sich aufhält, sei es auf Konzerten, im Zoo oder in Städten – viele Menschen betrachten die Realität nur noch durch die Linse. Es scheint fast so, als würden sie einen bestimmten Ort nur deshalb besuchen, um ihn sich dann zu Hause auf den Fotos anzusehen. Die Fotografie ist inflationär geworden und das ist so gar nicht meine Welt. Deshalb verbringe ich ganz bewusst Zeit in den Wäldern oder an anderen Orten, ohne Handy oder Kamera dabei zu haben. Man muss die Dinge mit dem freien Auge sehen, wenn man sie tatsächlich erleben will.“

Bezug aufbauen

Fragt man Simlinger nach Tipps, wie auch dem Laien das perfekte Foto gelingt, erhält man eine Antwort, die man so nicht unbedingt erwartet: „Für mich sind die beiden wesentlichen Dinge, wenn es darum geht, ein gutes Foto zu schießen, die Vorbereitung, sowie einen Bezug zum Objekt aufzubauen. Wenn ich beispielsweise eine Brücke fotografiere, dann gehe ich nicht einfach dort hin und drücke ein paar Mal auf den Auslöser. Ich schaue mir das Objekt zuvor im Internet (Google Earth) an, schaue, von wo aus man am besten fotografieren kann, wann wo die Sonne steht, studiere den Wetterbericht und den Zugplan, wenn es sich um eine Eisenbahnbrücke handelt. Man muss sich schon zuvor mit dem Objekt auseinandersetzen, um es schlussendlich auch bestmöglich einzufangen. Ansonsten hilft da die beste Kamera nichts.“

Und was macht die Fotografie an sich so interessant?

„Mir ist vor allem die Dokumentation wichtig und weniger die Kunst. Mich fasziniert es, den einen Augenblick für spätere Zeiten zu erhalten. Ich persönlich finde es einfach spannend, mir ein Foto anzusehen, das ich vor 30 Jahren gemacht habe. Da sieht man ganz genau, was sich in diesen 30 Jahren alles verändert hat und welche Personen beteiligt waren, das finde ich spannend“, so Simlinger abschließend.


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