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ST. FLORIAN. Die ersten Schulwochen sind bereits vergangenen, in den Sommerferien wurde Kraft und Motivation getankt. Die warmen letzten Sommertage und ersten frischen Herbsttage wurden dazu genutzt, ausgewählte Unterrichtsaktivitäten an der HLBLA St. Florian in die freie Natur zu verlegen. Auch eine spannende Exkursion der 5. Jahrgänge stand bereits auf dem Programm.

Fotos: HLBLA St. Florian
  1 / 4   Fotos: HLBLA St. Florian

Die noch immer andauernde Corona-Pandemie sorgt dafür, dass der Unterricht an den Schulen nur unter Einhaltung strengster Sicherheits- und Hygieneaspekte abgehalten werden kann. Aus diesem Grund verlegte man den Unterricht an der Höheren Landwirtschaftlichen Bundeslehranstalt St. Florian in ausgewählten Unterrichtsfächern nach draußen.

Alles über Schwammerl

Beispielsweise übersiedelten die Schüler im Biologieunterricht des 1. Jahrganges in die freie Natur, um sich mit dem Thema Pilze näher auseinanderzusetzen. Die im Volksmund bekannten „Schwammerl“ zählen zu den abwechslungsreichsten Organismengruppen auf der Erde. Um die Welt der Pilze im Biologieunterricht etwas besser kennenzulernen, wurden im 2a-Jahrgang Pilze am Schulgelände und in den Wäldern gesammelt und anschließend mit Fachliteratur bestimmt. Neben klassischen Speisepilzen, wie etwa Eierschwammerl, Stein- und Birkenpilz, Champignon und Parasolpilz, entdeckten die Lernenden auch Giftpilze, beispielsweise den Knollenblätterpilz, den Fliegenpilz, Kartoffelboviste sowie Hexenröhrlinge. Zusätzlich zu den Bestimmungsübungen von diversen „Schwammerln“ waren auch die enorme Bedeutung der Pilze für die Land- und Forstwirtschaft als wichtige Bodenpilze wie auch als Schaderreger Themen im Unterricht.

Ökologie und Biodiversität 

Im Wahlpflichtfach Ökologie und Biodiversität ging es für die 3. Klassen in Form eines dislozierten Unterrichts ebenfalls hinaus in die Natur. Hierzu fand in den Donauauen in Asten eine Kartierung des Ökosystems statt. Der Lebensraum Auwald wurde im Zuge dessen untersucht und analysiert und die dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten erhoben. Für die Florianer waren hierbei besonders die urigen Altarme mit dem hohen Totholzanteil interessant.

Theoretisches Fachwissen in der Praxis

Auch der Pflanzenbau-Unterricht wanderte hinaus. Um den Schülern vom theoretischen Fachwissen auch Einblicke in die konkrete Praxis zu ermöglichen, wurden hierzu zunächst Bodenproben entnommen. Weiters wurden Zwischenfrüchte beurteilt sowie eine Spatendiagnose gemacht.

Die Schüler der Abschlussklasse beschäftigten sich im Rahmen einer Exkursion mit dem Thema „Das Haus aus Strohballen“. Ein Haus aufbauen und wieder rückbauen in nur zwei Tagen, ist das möglich? Während der Exkursion wurde dies nur mit den eigenen Händen im Zuge eines Strohbauhausworkshops in Abetzdorf (NÖ) bei der Firma Sonnenklee GmbH bewerkstelligt. Die Strohballenbautechnik findet sich im neuen Lehrplan der HLBLA St. Florian, wie viele weitere neue Unterrichtsfächer zu speziellen landwirtschaftlichen Themenbereichen. Anfang Oktober erlernten die Teilnehmer im Unterricht, der in Form eines Workshops abgehalten wurde, diese Bautechnik. Der Strohballenbaupionier Virko Kade, der die Planung und Errichtung von bereits mehr als 40 Gebäuden in Strohballenbauweise im In- und Ausland fachlich betreute, leitete diese Veranstaltung.

Wissen über ökologisches, zeitsparendes und gesundes Bauen mit Baustoffen aus landwirtschaftlichen Rohstoffen in Theorie und Praxis zählt ab sofort zum Wissen der Florianer.


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