Verein Florianer Freunde der Kunst lässt alte Gemälde und Kleinobjekte in neuem Glanz erstrahlen
ST. FLORIAN. Der Verein „Florianer Freunde der Kunst“ kümmert sich um die Restaurierung von Gemälden und Kleindenkmälern im Stift St. Florian und in der Marktgemeinde.

Gründer des Vereins „Florianer Freunde der Kunst“ ist Altpfarrer Rupert Baumgartner. „Von 1992 bis 1996 wurden die Stiftsbasilika und die Brucknerorgel im großen Stil restauriert. Das Projekt wurde vom Bund, vom Land Oberösterreich, von der Marktgemeinde St. Florian und von der Stiftspfarre unterstützt“, erzählt Baumgartner. Bei der Restaurierung, die damals 60 Millionen Schilling kostete, kam er in Kontakt zu Restauratoren. Da das Stift voller erhaltenswerter Kunstschätze ist, fasste er im Jahr 2007 den Entschluss, einen eigenen Verein zu gründen.
Hohe Eigenfinanzierung
440 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt einerseits auf der Restaurierung der Gemälde in der Barockgalerie und der Kleinobjekte im Stift St. Florian, andererseits auf der Restaurierung von Statuen und Kapellen sowie weiterer Objekte im ganzen Ortsgebiet. Die Kosten für die Restaurierungen übernimmt der Verein, der sich aus Mitgliedsbeiträgen und Benefizveranstaltungen finanziert. Zusätzlich erhält der Verein manchmal Zuschüsse vom Land Oberösterreich, von der Marktgemeinde St. Florian und vom Denkmalamt. „Der Besitzer eines Objekts sollte auch immer einen Beitrag leisten“, so Baumgartner. Insgesamt stehen dem Verein pro Jahr ungefähr 30.000 Euro zur Verfügung.
Original-Klavier von Anton Bruckner restauriert
Welches Projekt als nächstes angegangen wird, entscheidet der zehnköpfige Vorstand, der sich drei Mal im Jahr trifft und dem auch drei Augustiner Chorherren angehören. Projekte außerhalb des Stifts wie der Brunnen im Stiftsmeierhof oder die Nepomuk-Statue im Ortszentrum müssen mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt und von diesem genehmigt sein. Heuer wurde ein Marterl aus dem Franzosenkrieg auf der Straße Richtung Hohenbrunn restauriert, das ein kleines Relief – eine Pieta (Maria mit dem toten Sohn im Schoß) – erhielt. Der Verschönerungsverein St. Florian ließ die Ölbergkapelle oberhalb des Stifts restaurieren. Der Verein „Florianer Freunde der Kunst“ nahm sich dabei um den hölzernen Engel und die Christusfigur an. Ein ganz besonderer Schatz ist der in der Barockgalerie aufbewahrte Brucknerflügel, der nach einer viermonatigen Restaurierung bei den „St. Florianer Brucknertagen“ im August nach 125 Jahren erstmals wieder bespielt wurde. Die Restaurierung des wertvollen Instruments wurde jedoch nicht vom Verein, sondern von zwei Bruckner-Forscherinnen finanziert.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden