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ASTEN/OÖ. Die FH Oberösterreich hat das Forschungsprojekt „Artificial Eye“ ins Leben gerufen, um Wege zu erforschen, wie Menschen in der digitalen Welt erreicht werden können. Die angehende Sozialpädagogin Jacqueline Pühringer aus Asten arbeitet an dem Projekt mit.

  1 / 2   Jacqueline Pühringer und ihre Teamkollegen Robert Hartmann, Youri Oranjie und Laura May Callan (v. l.) von ISInet chatten in sozialen Netzwerken mit Jugendlichen, um in ihre Lebenswelt einzutauchen und über ihre Probleme zu erfahren. (Foto: Verein ISI)

Am Forschungsprojekt „Artificial Eye“ beteiligen sich der Jugendverein akzente Salzburg, migrare – Zentrum für MigrantInnen OÖ und der Verein ISI – Initiativen für soziale Integration. Der Verein ISI ist im Bereich Streetwork tätig und betreibt mehrere Jugendzentren in Oberösterreich. Pühringer ist Teil des vierköpfigen Teams von ISInet, das sich seit Oktober 2021 mit „digitaler Jugendarbeit“ beschäftigt.

Streetwork im Internet

Viele Jugendliche haben Probleme in der Schule, in der Familie, Schwierigkeiten mit Freunden oder leiden an Essstörungen oder anderen psychischen Erkrankungen. Im Gegensatz zu früher verlassen viele aber nicht mehr die eigenen vier Wände oder gehen ins Jugendzentrum, sondern flüchten sich in die Onlinewelt. „Artificial Eye kann als Pendant zu Streetwork in der analogen Welt gesehen werden. Wir suchen nach Möglichkeiten, um mit Jugendlichen in der digitalen Welt Kontakt aufzunehmen und auch diejenigen zu erreichen, die in der analogen Welt den Anschluss verloren haben“, erklärt Pühringer.

Kontakt über Onlinegames

Um den Jugendlichen Hilfe anbieten zu können, ist erst einmal ein Beziehungsaufbau nötig. Das funktioniert am besten, wenn man selbst in die digitale Welt einsteigt. Robert Hartmann und Youri Oranjie, Jacqueline Pühringers Teammitglieder bei ISInet, spielen mittwochs und freitags ab 19 Uhr mit den Jugendlichen verschiedene Onlinegames und streamen sie auf dem Videoportal Twitch. Die Sozialarbeiter von ISInet treten per Chat über den Messengerdienst Discord in Kontakt mit den Jugendlichen und informieren über ihr Angebot. Um möglichst viele zu erreichen, werden auch die sozialen Netzwerke Instagram, TikTok oder Snapchat genutzt.

Anonym und kostenlos

„Das ISI-Team kann zu allen Themen kontaktiert werden, da wir andere Unterstützungsangebote kennen und Jugendliche an diese weitervermitteln können. Wir schreiben den Jugendlichen nichts vor, sondern gehen individuell auf ihre Bedürfnisse ein“, sagt Pühringer. Das Angebot ist anonym, kostenlos und freiwillig. Jugendliche können in weiterer Folge am Projekt mitarbeiten, Gruppen bilden, Projekte starten, Gespräche führen, Games spielen, Bildbearbeitung oder Filmschnitt erlernen und werden so auf ihrem weiteren Weg ins Erwachsenenleben begleitet.


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