Gemeinsamer Gedenkweg entlang der Todesmarschstrecke von Ennsdorf nach Enns
ENNS. Das Mauthausenkomitee Enns veranstaltet am 20. April 2022 ein Gedenken an die Opfer der Todesmärsche vom April 1945.

An die 22.000 Menschen wurden vom KZ Mauthausen/Gusen nach Gunskirchen getrieben, der Weg führte über Enns. Viele der vorwiegend jüdischen Frauen, Männer und Kinder blieben entkräftet liegen oder wurden von Waffen-SS und örtlichen Wachleuten misshandelt, erschlagen oder erschossen. Die Veranstaltung startet um 18 Uhr in Ennsdorf beim Bildstock, Ecke Bäckerstraße/Westbahnstraße. Anschließend erfolgt ein gemeinsamer Gedenkweg entlang der Todesmarschstrecke nach Enns. um 19 Uhr gibt es ein Gedenken an die Opfer, die in Enns ermordet wurden, beim Stiegenaufgang zur Basilika Enns-St. Laurenz.
Musik als Folterinstrument
Um 19.30 Uhr findet im Pfarrsaal Enns-St. Laurenz ein Vortrag mit Musik zum Thema „Musikalische Gewalt in den NS-Konzentrationslagern – Kultivierte Barbarei“ statt. Paul Schuberth (Akkordeon) und Elisa Lapan (Saxophon) sprechen über Musik im Konzentrationslager und spielen dabei ausgesuchte Stücke. Diese Facette der NS-Geschichte wurde bisher wenig beleuchtet. Viele kennen zwar das Lied „Die Moorsoldaten“, aber andere Aspekte blieben weithin unbekannt. In den Händen der SS-Mannschaften geriet Musik zum Folterinstrument, sei es in Form des Zwanges zum Singen, der Beschallung des Lagergeländes mit nationalistischen Liedern oder der musikalischen Untermalung von Exekutionen. Der Vortrag beschäftigt sich auch mit der Rolle der Musik bei der Vernichtung der Häftlinge und als Propagandamittel im Lager. Auch wird die Frage gestellt, ob nicht die Erinnerung an Musik im Konzentrationslager manchmal auch dazu benützt wird, die Verbrechen zu verharmlosen. Angesichts des „musikalischen Sadismus“ in den Lagern wird vielleicht manch gängige Vorstellung von Kunst und Kultur in Frage gestellt. Nähere Informationen unter enns@mkoe.at.


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