Tag im Zeichen der Wiederbelebung in der Ennser Musikmittelschule
ENNS. Überdimensionale Herzen hingen am Montag, 10. Oktober von der Galerie der Aula der Musikmittelschule in Enns. Die von Schülern im Unterricht selbstproduzierte Dekoration, ein kleines Theaterstück zur Ersten Hilfe, eine besondere Retter-Geschichte sowie das Trainieren der Reanimationsmaßnahmen an den speziellen Mini-Anne-Puppen zur Melodie von „Stayin’alive“ machten die Aktion „Schüler retten Leben“ an dieser Schule zu etwas ganz Besonderem.

Der bei den Kindern bestimmt im Gedächtnis bleibende Vormittag, der in Kooperation mit dem Jugendrotkreuz Linz-Land organisiert wurde, veranschaulichte die Wichtigkeit lebensrettender Maßnahmen anlässlich des Tages der Wiederbelebung am 16. Oktober. In Österreich erleiden jährlich rund 10.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen Atem-Kreislauf-Stillstand. Nur jeder Zehnte überlebt. Viele Menschenleben könnten aber gerettet werden, wenn die Erste Hilfe sofort einsetzt. Mit dem Projekt „Schüler retten Leben“ vermittelt das OÖ. Jugendrotkreuz Schülern ab der fünften Schulstufe Wissen und praktisches Know-how zum Thema Wiederbelebung.
Erzählung eines Überlebenden
In der Musikmittelschule Enns legten sich die Schüler gemeinsam mit ihrer engagierten Lehrerin und Jugendrotkreuz-Schulreferentin Anna Linnemeyr in der Woche der Wiederbelebung besonders ins Zeug. Mittels der Zahl 333 machte die Lehrerin auf die Wichtigkeit von Reanimationsmaßnahmen aufmerksam. So kann ein Mensch zwar drei Wochen ohne Nahrung auskommen und sogar drei Tage ohne Wasser, hingegen nur drei Minuten ohne Sauerstoff. Sollte man in eine Situation kommen, in der jemand Hilfe benötigt, wäre nichts zu tun, das Schlechteste. Den Schülern wurde außerdem eine ganz spezielle Geschichte erzählt. Die Erzählung handelte von einem Mann, der im Juli 2020 mit einem Segelflieger in Linz in die Donau gestürzt und dabei schwer verunglückt war. Tapfere Ersthelfer hatten damals nicht lange überlegt und waren dem Mann rasch zu Hilfe gekommen. Dank der Initiative der Ersthelfer und der damit in Gang gesetzten bestens funktionierenden Rettungskette hatte der Mann gerettet werden können. „Mein Name ist Werner Asanger und ich bin der, der damals abgestürzt ist und gerettet wurde. Ich bin deshalb am Leben, weil die Reanimation von den Ersthelfern begonnen und durchgeführt wurde. Ihr seht also – es funktioniert!“, löst der Erzähler am Ende der Geschichte auf, dass er selbst der Gerettete war. Werner Asanger, Bezirksjugendkoordinator des Roten Kreuzes Linz-Stadt/Land, erklärte den Schulkindern worauf es bei der Wiederbelebung wirklich ankommt, nämlich „Reinblasen und Draufdrücken bis die Rettung kommt“.
„Stayin' alive“
Und genau das machten die Kids dann auch. Zum Bee Gees Song „Stayin’alive“ übten sich die Schüler sowie auch einige der anwesenden Erwachsenen an den Mini-Anne-Puppen in Herzdruckmassage. Der Song dauerte drei Minuten. Drei Minuten, die anstrengend werden könnten. Aufzugeben war dabei jedoch keine Option. Zum Ende der Aktion richtete Anna Linnemeyr noch wichtige Worte an die Schulkinder. „Wenn ihr einmal in eine Situation kommt, in der ein Mensch Hilfe braucht, schaut bitte nicht weg!“, appellierte die Lehrerin an die 176 Schüler der MMS Enns. Unterstützt wurde sie bei der Veranstaltung auch noch durch den Bezirksjugendleiter des Roten Kreuzes Linz-Stadt/Land Michael Horopciuc, den Schulqualitätsmanager Franz Turek der Bildungsdirektion Oberösterreich sowie der Schuldirektorin Anita Reischl, die ebenfalls zu den Schulkindern sprachen.


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