Die Wildbretsaison beginnt
HOFKIRCHEN/LINZ-LAND. Seit 1. Mai ist die Jagd auf das einjährige Rehwild erlaubt. Das Rehfleisch ist besonders zart, fettarm und eiweißreich und gilt als sehr bekömmlich.

Die Sonne geht gerade über dem Horizont auf, über den Feldern bei Hofkirchen ziehen die Nebelschwaden. Bereits vor Tagesanbruch hat sich Josef Nöbauer auf den Pirschgang vorbereitet. Mit langsamen Schritten bewegt er sich am Waldrand entlang. Einige Hasen sind im Morgengrauen zu sehen und auch Rehe kommen immer wieder aus dem Wald, um auf der Wiese zu äsen „Der Wind ist gut, die Rehe wittern uns erst sehr spät“, erklärt Josef Nöbauer, bevor er den Hochstand erklimmt. Von oben hat man einen guten Überblick über den Waldrand und die angrenzenden Felder. „Die jungen Böcke beginnen im Mai mit den Revierkämpfen und sind vor der Brunftzeit im Hochsommer sehr aktiv.“ Nöbauer ist Obmann der Arge Wildbret Linz Land, zu der die Jagdgesellschaften Enns, Hofkirchen, Neuhofen, Tillysburg, Oftering, Allhaming, Grünbach bei Freistadt und und einzelne Jäger gehören. Ziel dieser 2011 gegründeten Arbeitsgemeinschaft ist es, Wildbret regional zu vermarkten. Das genossenschaftliche Jagdgebiet Hofkirchen umfasst rund 1.395 Hektar. Das Jagdrecht wird von der Jagdgesellschaft Hofkirchen unter der Leitung von Wolfgang Hiesmayr ausgeübt. Drei Jägerinnen und 20 Jäger schauen in Hofkirchen auf die vielfältigen Aufgaben der Jagd und die Erfüllung des Abschussplanes.
Wildbret direkt vom Jäger
„Wildfleisch ist zu 100 Prozent biologisch. Es kommt direkt aus der Natur, den Tieren werden keine Antibiotika verabreicht, sie sind von Natur aus widerstandsfähig“, weist Nöbauer auf die Qualität des Wildbrets hin. Bevor das Fleisch in den Verkauf kommt, wird es von sogenannten Beschauorganen aus der Jägerschaft begutachtet. Das Wild wird in einer eigens eingerichteten Wildkammer zerlegt, vakuumverpackt und gekühlt. Die Portionen sind so gewählt, dass sie vom Endverbraucher gut verarbeitet werden können. Durch die Vakuumverpackung wird das Fleisch vor Verunreinigungen geschützt und es findet eine Fleischreifung statt. Im Kühlschrank kann das Wildfleisch nach dem Kauf ungefähr eine Woche aufbewahrt werden. Wer das Fleisch nicht sofort verarbeiten will, kann es auch tiefkühlen. Wichtig ist es, das Fleisch rasch auf minus 18 Grad Celsisus abzukühlen, um die Qualität zu erhalten. Vakuumiertes Fleisch ist tiefgefroren mindestens ein Jahr haltbar und sollte vor der Zubereitung langsam aufgetaut werden. Rehfleisch kann gegrillt, geschmort oder gegart werden.
Regionale Anbieter
Der Hofladen Hofkirchen, die Fleischermeister Thomas Reisinger aus Enns, Christian Derntl aus Leonding und Thomas Mandl aus Ternberg arbeiten eng mit der Arbeitsgemeinschaft zusammen und bieten Wildbret aus der Region an.
Wer nicht selbst kochen will, kann sich derzeit im Gasthaus mit Wildgerichten verwöhnen lassen. Gabriele und Karl Gundendorfer in Neuhofen sowie Christine und Fritz Pickl vom Hofkirchner Stüberl bieten aktuell Spezialitäten vom Maibock an.


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