Bewohner wünschen Bushaltestelle
ENNS. Wer aus der Siedlung in der Enghagener Straße in die Stadt will, dem bleibt nur die Fahrt mit dem eigenen Auto. Seit der Schließung des Bahnübergangs im Jahr 2015 müssen die 60 Bewohner einen weiten Umweg in Kauf nehmen, um in die Stadt zu kommen. Die Verlegung einer Bushaltestelle würde eine große Erleichterung für die Bewohner bringen.

Roland Furtmüller betreibt einen kleinen Hofladen in der Enghagener Straße. Von der Stadt waren es nur wenige Minuten mit dem Fahrrad und viele Kunden holten sich Eier, Kartoffeln und Marmelade. Auch der Donauradweg führte direkt durch die kleine Siedlung. Unweit der Wohnhäuser fahren die Güterzüge zum Ennshafen. Bis April 2015 befand sich in der Enghagener Straße ein unbeschrankter Bahnübergang, über den die Bewohner schnell und bequem in die Stadt gelangten. Vor knapp neun Jahren änderte sich die Situation der Bewohner schlagartig: Obwohl eine Bürgerinitiative für den Erhalt des Bahnübergangs kämpfte, wurde dieser geschlossen und eine Lärmschutzwand errichtet. Als Alternative bleibt den Bewohnern bis heute nur der Umweg über die Ennshafenstraße und die Industriehafenstraße. Auf beiden Straßen herrscht dichter Lkw-Verkehr, es gibt weder einen Gehsteig noch einen Radweg.
Gefährliche Haltestelle
Auf der Ennshafenstraße befindet sich eine Bushaltestelle; beim Lokalaugenschein bekommt man es allerdings mit der Angst zu tun. Lediglich ein Schild kennzeichnet die Haltestelle, es gibt kein Wartehäuschen, keine Beleuchtung und auch keine bauliche Abgrenzung zur Straße. „Erst vor Kurzem ist hier ein Auto von der Straße abgekommen und ins Feld gefahren“, erklärt Roland Furtmüller. Kein Wunder, dass hier selten jemand den öffentlichen Bus benutzt, denn obwohl hier eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h besteht, fahren manche Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit nur wenige Zentimeter neben der Bushaltestelle vorbei. „Unsere Schulkinder können hier nicht auf den Bus warten, das wäre viel zu gefährlich. Uns bleibt nur das Elterntaxi.“ Ein Umweg von vier Kilometern ist nötig, um die Kinder in die Stadt zu fahren, obwohl die Siedlung früher mit dem Fahrrad in wenigen Minuten vom Zentrum erreicht werden konnte.
Verlegung der Bushaltestelle
„Wir wünschen uns wieder eine Bushaltestelle in der Siedlung, damit wäre allen geholfen und die Kinder könnten gefahrlos in die Schule fahren“, lautet der Wunsch der Bewohner. Aktuell sind etwa zehn Kinder von der Situation betroffen, die großteils von den Eltern in die Schule gebracht werden. Auch für die erwachsenen Bewohner wäre eine Anbindung an den öffentlichen Bus sinnvoll. Tips fragte beim Oberösterreichischen Verkehrsverbund und bei der Stadtgemeinde Enns nach, wie es in Zukunft weitergehen soll. Laut Auskunft des Verkehrsverbunds wäre eine Stichfahrt ins Siedlungsgebiet aus fahrplantechnischer Sicht möglich. Voraussetzung dafür ist eine adäquate Wendeschleife, um ein sicheres und rasches Wenden der Regionalbusse zu gewährleisten. Die Befahrbarkeit und etwaige Umbaumaßnahmen für eine solche Wendeschleife zu prüfen obliegt derzeit der Stadt Enns. Die Verkehrsplanung des Oberösterreichischen Verkehrsverbunds befindet sich diesbezüglich noch in Abstimmung mit Vertretern der Stadt Enns. Ein Ergebnis der Prüfung liegt derzeit noch nicht vor.
Bahnbegleitweg als Lichtblick
Einen Schritt in die richtige Richtung gibt es mittlerweile. Der Begleitweg entlang der Bahnstrecke wurde neu geschottert. Aus dem Stadtamt Enns erfährt man, dass langwierige Verhandlungen mit den ÖBB notwendig waren, um Haftungs- und Erhaltungsfragen zu klären. Die Bewohner der Siedlung können nun auf dem Schotterweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die nächstgelegene Siedlung am Steinpaß und von dort in die Stadt gelangen. Lediglich ein kurzes Stück des Weges ist noch nicht gefahrlos benutzbar.


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