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ENNS. Der Erlös des vom Ennser Rotary Club und den Kronstorfer Naturfreunden veranstalteten Vortrags mit Franz Essl beläuft sich auf 6.000 Euro. Diese wurden an zwei Vereine übergeben, deren Ziel es ist, Natur zu erhalten, Biodiversität zu unterstützen: den Vereinen „Kuhschelle“ aus Sierninghofen-Neuzeug und „Bergwiesn“ aus Molln.

 (Foto: Wulf Sieder)
(Foto: Wulf Sieder)

Der Ennser Rotary Club veranstaltete mit den Kronstorfer Naturfreunden einen Vortrag mit Franz Essl, dem Wissenschafter des Jahres 2022. Der Erlös der Veranstaltung von 6.000 Euro wurde an zwei Vereine übergeben, deren Ziel es ist, Natur zu erhalten, Biodiversität zu unterstützen: den Vereinen „Kuhschelle“ aus Sierninghofen-Neuzeug und „Bergwiesn“ aus Molln.

Der Verein „Bergwiesn“

Die blühenden Wiesen auf steilen Bergflanken bis in höchste Gipfellagen zählen zu den artenreichsten Biotopen Österreichs. Bis zu 5000 verschiedene Lebensformen sind auf so einer Wiese zu finden. Aber nur, wenn wir Menschen sie wie in der Vergangenheit extensiv und rücksichtsvoll bewirtschaften. Die Mitglieder des Vereins Bergwiesn arbeiten das ganze Jahr über daran und bieten jedem, der Interesse hat, die Möglichkeit an diesem wunderbaren Kreislauf mitzuwirken. Das Erleben von sinnstiftender Arbeit in, für und mit der Natur lässt einen nicht mehr los. Man wird selbst wieder ein Teil davon.

Die Haupttätigkeit ist das extensive Bewirtschaften von ehemaligen Bergmähwiesen in der Region Steyrtal/Nationalpark Kalkalpen. Sämtliche Flächen waren wegen ihrer Steilheit und Abgelegenheit bereits über 60 Jahre nicht mehr in Bewirtschaftung. Wir führen zuerst Instandsetzungsmaßnahmen wie Schwendungen durch und führen dann eine jährliche Mahd nach dem 1. Juli, in höheren Lagen erst nach dem 1. August durch. Viele unserer Flächen liegen in den Naturschutzgebieten „Jaidhaus“ und „Planwiesen“, sowie direkt im Nationalpark Kalkalpen oder in ausgewiesenen Natura2000 Schutzzonen. Einige Flächen bewirtschaften wir durch extensive Beweidung mit seltenen Nutztierrassen wie den „Weißen Barockeseln“ oder Ziegen und Schafen. In den letzten fünf Jahren wurden insgesamt knapp 65 Hektar brachgelegener, oder teilweise schon verwaldeter Magerwiesen wieder reaktiviert und erneut zum Erblühen gebracht. (www.bergwiesen.at)

Der Verein Kuhschelle

Für den Natur- und Umweltschutzverein Sierninghofen-Neuzeug, auch Verein Kuhschelle genannt, ist „diese finanzielle Unterstützung besonders großartig, denn damit können wir unsere Aktivitäten und die dafür notwendigen Arbeitsgeräte für die kommende Zeit finanzieren“.

Das Projektgebiet umfasst eine fünf Hektar große und steil abfallende Leite, auch „Kuhschellenleite“ genannt, die samt einer Obstbaumallee und einem Kreuzbergweg mit zwölf Kreuzwegstationen von 25 Mitgliedern des Vereines, bei Großaktionen von freiwilligen Helferinnen und Helfern des ganzen Ortes und von Schüler/innen und Lehrer/innen der Mittelschule Sierning unterstützt, gepflegt wird.

Ein besonders wichtiges Thema dabei ist die Biodiversität dieses Halbtrockenrasengebiets, dessen Leitpflanze die „Gewöhnliche Kuhschelle“ (auch „Pulsatilla vulgaris“ genannt) ist und streng unter Naturschutz steht (Blütezeit Mitte März bis Mitte April). Zusätzlich wird auch ein steil zum Steyrfluss abfallendes Waldstück, das Teil des im Gemeindegebiet von Sierning liegendem Europaschutzgebietes „Untere Steyr“ ist, betreut.


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