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ENNS. Der Hamberger Altarm wurde in den letzten Jahren in Richtung Osten erweitert und die Wasserfläche verdoppelt. Bei Gestaltung legte man Wert auf naturnahe Uferstrukturen und schuf im Nahbereich mehrere Amphibienlaichgewässer.

Die Vegetation am neu gestalteten Altarm hat sich gut entwickelt (Foto: Wolfgang Simlinger)
  1 / 5   Die Vegetation am neu gestalteten Altarm hat sich gut entwickelt (Foto: Wolfgang Simlinger)

Im Ennser Ortsteil Enghagen befand sich vor mehr als 20 Jahren ein ungefähr 500 Meter langer Altarm der Enns. Das Gewässer war teilweise ausgetrocknet und hatte keine Verbindung zur Donau. Bereits 1998 wurde eine Renaturierung des verlandeten Altarms durchgeführt und das Gewässer mit der Donau verbunden. Eine Straßenbrücke wurde errichtet und der Altarm bot ab diesem Zeitpunkt Laichmöglichkeit für zahlreiche Donaufische. Bereits 2002 wurde eine großflächige Erweiterung des Gewässers vorgenommen. Dazu mussten vom Fischereiverein Flächen für die Ersatzaufforstung angekauft werden. Ein Teil der Flächen wurde auch von der Gemeinde Enns und der Wasserstraßendirektion zur Verfügung gestellt. Unmittelbar nach der Fertigstellung konnten im neuen Altarm bereits zahlreiche Fische in zum Teil sehr beachtlichen Größen beobachtet werden. Neben Karpfen, Brachsen und Näslingen waren auch Aitel, Lauben und andere Kleinfischarten zu finden. Durch die naturnahen Uferzonen fanden sich auch zahlreiche Insekten- und Amphibien im Nahbereich des Gewässers ein.

Erweiterung nach Osten

Im September 2021 erfolgte der Spatenstich für die dritte Ausbaustufe. Der Altarm wurde um weitere dreieinhalb Hektar erweitert. Östlich des bestehenden Altarmes wurde dazu der Wald gerodet und ein Gewässer mit einer Maximaltiefe von acht Metern gebaggert. Um die Tierwelt zu schonen, wurden die Baggerungen in den Wintermonaten durchgeführt. Durch die dritte Ausbaustufe werden zweieinhalb Hektar Auwald gerodet, die bei der Hasenöhrl-Schottergrube in der Kronau wiederaufgeforstet werden. Ein Teil des Waldes bestand damals aus nicht heimischen Hybridpappeln, die teilweise in einem schlechten Zustand waren. Auch die Eschen waren durch das Eschentriebsterben stark in Mitleidenschaft gezogen und fielen oft ohne Gewalteinwirkung von selbst um. Durch die Aufforstung mit einheimischen Schwarzpappeln und Ahornarten wird hier langfristig eine Verbesserung des Waldzustandes erreicht.

Strukturierte Uferbereiche

Bei den Arbeiten wurde auf eine naturnahe Gestaltung der Ufer-linie geachtet. In den Buchten wurden Flachwasserzonen mit Schilf- und Rohrkolbenbeständen geschaffen, die Rückzugsgebiete für Vögel und Insekten darstellen. Gleichzeitig wurden im Nahbereich mehrere Amphibientümpel geschaffen, die keine Verbindung zum Hamberger Altarm aufweisen. Selten gewordene Amphibienarten wie der Laubfrosch und die einheimischen Molcharten benötigen zur Laichablage fischfreie Gewässer. Bereits im Juni 2024 entdeckte der Obmann des Fischereivereins, Klaus Dirnberger, eine Würfelnatter in einem der neuen Amphibiengewässern. Der Fund ist insofern bedeutsam, da die seltene Würfelnatter noch nie in diesem Bereich beobachtet wurde.

Artenreicher Fischbestand

Im August erfolgte eine Bestandsaufnahme durch den Fischökologen Klemens Ratschan vom Büro ezb – TB Zauner. Insgesamt 1.241 Meter wurden befischt, davon 549 Meter im neuen Teil des Altarms. Insgesamt 19 Fischarten konnten bei der Bestandsaufnahme nachgewiesen werden. Die häufigsten Fischarten waren Laube und Rotauge mit jeweils mehr als 800 Stück, gefolgt vom Flussbarsch, von dem 255 Stück nachgewiesen wurden. Weitere häufige Arten waren Flussbarsch, Schwarzmundgrundel, Hecht und Aitel. Der Bestand des Hechtes hat sich im Vergleich zu früheren Bestandserhebungen deutlich erhöht. Die naturnahe Ufergestaltung wirkt sich positiv auf den Fischbestand aus. Uferzonen mit Pflanzenbewuchs und einem hohen Anteil von Totholzstrukturen weisen weit höhere Fischdichten auf als strukturarme, durch offenen Kies geprägte Strukturen, wie sie im Südteil des neuen Altarms vorhanden sind. Die höchste Fischdichte wurde in der Westbucht des neuen Altarmteils gefunden, der geringe Wassertiefen, schlammigen Grund und Rohkolbenbewuchs aufweist.


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