Fischereiverein Enns schreibt ein halbes Jahrhundert Erfolgsgeschichte
ENNS. Der Fischereiverein Enns feierte bei strahlendem Herbstwetter sein 50-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das am Vereinsgelände an der Donau gebührend begangen wurde. Rund 100 Gäste waren dabei, darunter Ehrenmitglieder, die Witwen verstorbener Gründungsmitglieder, Landesfischermeister Gerhard Sandmayr sowie Vertreter der Stadt Enns mit Vizebürgermeister Rudi Höfler an der Spitze.

In seinen Grußworten hob Landesfischermeister Sandmayr die großen Verdienste des Vereins für Fischerei und Umwelt hervor – Verdienste, die weit über die selbst bewirtschafteten Gewässer hinausreichen. Eine Besonderheit sei auch die Kontinuität in der Vereinsführung: Nach fast 40 Jahren unter Obmann Erwin Loibl steht heute mit Klaus Dirnberger erst der zweite Obmann an der Spitze.
Von acht Gründungsmitgliedern zu über 220 Fischer
Obmann Dirnberger und Ehrenobmann Loibl nutzten die Feier, um auf die wichtigsten Eckpunkte der Vereinsgeschichte zurückzublicken. Vor 50 Jahren beschlossen acht Ennser Fischer die Gründung eines eigenen Vereins – getragen von der Idee, den Zugang zu den örtlichen Fischgewässern zu verbessern und die Bewirtschaftung in die eigenen Hände zu legen. Bereits bei der Genehmigung zählte der Verein 25 Mitglieder, nach zehn Jahren waren es 100 – heute sind es über 220 aktive Fischer, Fischerinnen und Jugendliche.
Schon wenige Monate nach der Gründung konnte der Verein die ersten Gewässer von der Stadt Enns pachten, darunter Flächen an der Donau und bei der Ennsmündung. Inzwischen bewirtschaftet der Fischereiverein Enns alleine oder gemeinsam mit Partnern rund 8,5 Kilometer Donaugewässer, mehr als einen Kilometer am Ennsstausee Thaling sowie die beiden Abschnitte des Kristeinerbachs. Ein Meilenstein war auch die Übernahme des abbruchreifen Taborhauses zwei Jahre nach der Gründung: Mit vielen freiwilligen Arbeitsstunden entstand dort auf einem Granitkeller das heutige Vereinshaus – bis heute Herzstück des Vereinslebens.
Ökologische Projekte als Markenzeichen
Von Beginn an verstand sich der Verein nicht nur als Interessensgemeinschaft für Fischer, sondern auch als Partner für Natur und Umwelt. Zahlreiche Projekte wurden umgesetzt, etwa Maßnahmen zum Erhalt von Nasen, Äschen, Huchen, Zandern oder Aalruten. Viele kleine und große Renaturierungen folgten. Ein besonderes Aushängeschild ist die in drei Bauetappen über 28 Jahre umgesetzte Renaturierung eines Donau-Altarms. Auf einer Fläche von 6,5 Hektar entstanden wertvolle Wasserlebensräume, von denen Teile bewusst nicht befischt werden. Auch das angrenzende Augebiet wurde ökologisch aufgewertet, Amphibienbiotope angelegt und so neue Lebensräume für selten gewordene Arten geschaffen.
Rückblicke und Ausblicke
In seinem persönlichen Rückblick schilderte Ehrenobmann Loibl die Motivation der Gründungsjahre und die große Gemeinschaftsleistung beim Aufbau des Vereinshauses. Er erinnerte auch an die engagierte Zusammenarbeit mit der Stadt Enns, die viele Projekte erst möglich machte. Besondere Anerkennung erfuhren zudem die Projektleiter Wolfgang Hamberger und Klaus Dirnberger, deren Namen heute mit dem renaturierten Altarm verbunden sind.
Jubiläumsfeier in geselliger Runde
Bei angenehmen Temperaturen, guter Bewirtung und in festlicher Stimmung blickten die Gäste nicht nur zurück, sondern auch nach vorne: Viele neue Projekte warten darauf, gemeinsam umgesetzt zu werden – getreu der Philosophie, die den Verein seit 50 Jahren trägt: Verantwortung für Natur, Gewässer und Gemeinschaft.


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